Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rapid-Bauteile in kleiner Serie

11.11.2004


Prototypen sind beinahe Unikate und daher teuer. Eine neue Maschine stellt kostengünstig Kunststoffteile in Kleinserie her. Sie vereint zwei klassische Herstellungsmethoden: Fräsen und Gießen. Wie der teure Formenbau so minimiert werden kann, ist auf der EuroMold zu sehen.



Je mehr, desto billiger – das gilt nicht nur für Socken im Doppelpack. Auch für industrielle Gebrauchsgüter gibt es diesen »Mengenrabatt«. Teuer wird es umgekehrt, wenn nur wenige Bauteile benötigt werden. Und richtig ins Geld kann es gehen, wenn Teile schnell verfügbar sein sollen – insbesondere dann, wenn der Umweg über ein zusätzliches »Masterteil« eingeschlagen wird. Dieses dient als Abformmodell, beispielsweise um eine Silikonform herzustellen. In sie gießt ein Techniker flüssigen Kunststoff, den er nach dem Aushärten per Hand nachbearbeitet. Soll nun beispielsweise eine neue Elektronikkomponente in den Prototypen eines Handygehäuses, so muss die Innenkontur angepasst werden. Häufig gibt es bei der Produktoptimierung über ein halbes Dutzend solcher Änderungszyklen (»Design-Redesign«), und der Formenbauer muss meist bei jedem Mal wieder ganz von vorn anfangen.



Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden haben eine Herstellungstechnik entwickelt, die sich besonders bei kleinen Kunststoffserien bezahlt macht. »Das Besondere an dem Precise Cast Prototyping genannten Verfahren ist, dass wir Gießen und Fräsen in einer Maschine vereint haben«, erläutert Anja Techel. »Auf ein Modell können wir verzichten, und der Formenbau vereinfacht sich drastisch.« Lediglich die recht einfache Außenkontur des Bauteils wird gegossen. Sobald der Kunststoff in der Form fest ist, fräst die pcPro-Maschine die geometrisch anspruchsvollere Innenkontur mit hoher Maßhaltigkeit direkt aus den 3-D-Computerdaten. Sind Formänderungen nötig, können sie ohne Zeit raubenden Formenbau schnell und direkt am Computer ins CAD-Modell eingegeben werden.

Auf der EuroMold stellen die Ingenieure einen Prototypen ihrer pcPro-Anlage in Halle 8.0 erstmalig dem Fachpublikum vor. Die Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung findet vom 1. bis 4. Dezember in Frankfurt am Main statt. »Unser Schwerpunkt in diesem Jahr sind Rapid-Techniken im Umfeld der Medizin«, betont Rudolf Meyer, Koordinator der Fraunhofer-Allianz Rapid Prototyping. »Bereits ein Viertel der Rapid-Projekte, die die zwölf beteiligten Institute mit kleinen und mittelständischen Unternehmen durchführen, fallen in diesen Bereich – mit deutlich steigender Tendenz.« Ein Beispiel dafür sind Knochenimplantate aus Titan, die aufgebaut werden, indem ein Laser Metallpulver schichtweise verschmilzt. »Die Maßhaltigkeit liegt derzeit bereits bei 0,1 Millimetern«, fasst Dr. Wilhelm Meiners die wichtigsten Trends zusammen. »In diesem Bereich der Prothetik geht der Trend zu immer kleineren Baugrößen und verbesserter Oberflächenrauigkeit, damit der Knochen schneller und fester anwächst.«

Ansprechpartner:

Dr.-Ing. Anja Techel
Telefon +49 351 2583-255
anja.techel@iws.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik, IWS
Winterbergstraße 28, 01277 Dresden

Dr.-Ing. Steffen Nowotny
Telefon +49 351 2583-241
steffen.nowotny@iws.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
Winterbergstraße 28, 01277 Dresden

Dr. Rudolf Meyer
Meyer@iff.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierungIFF

Dr.-Ing. Wilhelm Meiners
Telefon +49 241 8906-301
Fax 0241/8906-121
wilhelm.meiners@ilt.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Steinbachstr. 15, 52074 Aachen

Dr.-Ing. Anja Techel | Fraunhofer IWS
Weitere Informationen:
http://www.iff.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Formenbau Kunststoff Werkzeug- und Formenbau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise