Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pyrochemie zum kosteneffektiven Umgang mit Atommüll

21.09.2004


Eine der größten Herausforderungen bei der weitverbreiteten Nutzung von Kernenergie ist die Entwicklung umsetzbarer Methoden und Systeme, die langlebigen Atommüll zu verringern oder umzuwandeln vermögen. Dabei repräsentieren die Minor-Aktinide Radioaktivitätsniveaus, die durch Partitions- und Transmutationsmethoden noch weiter verringert werden können.



Im Rahmen des PYROREP-Projekts wird die pyrochemische Verarbeitung als Alternative zur derzeit eingesetzten Hydrometallurgie ausführlich untersucht. Im Mittelpunkt des Projektes stehen praktische Fragen zur Trennung von Uran, Plutonium und Minor-Aktiniden von Spaltprodukten. Das Forschungsprojekt zur pyrometallurgischen Verarbeitung führte durch die Anwendung der Pyrochemie in einem Chlorid- oder Fluorid-Schmelzsystem zu einigen interessanten Ergebnissen.



Der reduktive Auszug von Salzen bzw. Metallen aus Fluoridmedien führte zu einer befriedigenden Dekontaminierung sowohl bei der Rückgewinnung von Americium als auch bei Spaltprodukten. Wurden bei Chloridmedien elektrolytische Prozesse eingesetzt, erwies sich eine Aluminiumkathode als effizienter als eine Kadmium-Kathode, um die Aktinide von den Lanthaniden zu gewinnen und zu trennen. Dieses Gebiet muss jedoch noch weiter erforscht werden, um die Schwierigkeiten bei der Verwendung von Aluminiumkathoden zur Rückgewinnung der separierten Aktinide zu überwinden.

Daraus wurden grundlegende Daten zum Verhalten von Spaltprodukten und Aktiniden (Uran, Plutonium und Americium) in geschmolzenen Salzen und Metallen abgeleitet. Die gesammelten Daten werden voraussichtlich einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Grundschemata für Wiederaufbereitungsprozesse leisten. Aus diesem Grund müssen zwei strenge Auflagen eingehalten werden: ein Aktinid-Rückgewinnungsfaktor von 99,9% und eine genügende Dekontaminierung von Spaltprodukten, deren Inhaltsstoffe zu weniger als 5% recycelt sein müssen. Die Forschungen haben gezeigt, dass diese Kriterien erfüllt werden können, wenn eine geeignete Kombination aus mehreren Separationsschritten eingesetzt wird.

Im Rahmen des PYROREP-Projektes wurde die pyrochemische Verarbeitung gründlich untersucht. Die daraus abgeleiteten Ergebnisse bilden eine geeignete Grundlage für zukünftige Forschungen. Es wird davon ausgegangen, dass die Experimente, die Dokumentation der Studien zur Bewertung der Konzepte sowie die entsprechenden Daten zur Förderung pyrometallurgischer Verarbeitungsprozesse und somit zu einer Verringerung der radiologischen Auswirkungen von Atommüll beitragen werden. Ein weiteres Projekt in Zusammenhang mit PYROREP ist das Angebot mit der Nummer ID:1314. Sie finden es unter: http://www.cordis.lu/marketplace

Dr. Noel Camarcat | ctm
Weitere Informationen:
http://www.cea.fr

Weitere Berichte zu: Atommüll Dekontaminierung Pyrochemie Spaltprodukt Uran

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften