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Neues Verfahren zur Reinigung der Abwässer von Olivenöl-Mühlen

21.09.2004


Norddeutsches Engagement für südeuropäischen Umweltschutz: Das Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven (ttz Bremerhaven) engagiert sich für den Umweltschutz in Südeuropa. Für das drängende Problem der Abwässer aus Olivenöl-Mühlen wird ein innovatives Behandlungsverfahren entwickelt. "Dafür haben wir gerade die ersten Tests bei einer Ölmühle auf Kreta erfolgreich begonnen", berichtet Raquel Del Prado, Leiterin des Projektes "SOLARDIST - Development of a solar distillation wastewater treatment plant for olive oil mills".



Die Probleme bei der Olivenöl-Herstellung sind vielschichtig: Durch die Produktion entstehen Abwässer mit hohen Restbestandteilen der Früchte; eine hohe organische Belastung, besonders durch Phenole; sowie ein äußerst strenger Geruch.

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"In Europa bleiben pro Jahr sieben Millionen Tonnen dieser Abwässer übrig", beschreibt Del Prado die Situation. "Besonders gravierend ist diese Problematik auch deshalb, weil sie viele kleine Familienbetriebe in infrastrukturell schwachen Gebieten betrifft - Anschlüsse an Kläranlagen sind praktisch nicht realisierbar." Außerdem ist die konventionelle biologische Klärtechnik ungeeignet, diese Abwässer zu reinigen.

"Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit Hilfe einer technischen Kombination die nötigen Verbesserungen zu erzielen", erläutert Dr. Gerhard Schories, Leiter der Gruppe Zukunftstechnologien am ttz Bremerhaven. "Wir verknüpfen die Solardistillation mit der anschließenden Nachreinigung des Destillats in einer Pflanzenkläranlage. Damit sollen 90 Prozent der organischen Verunreinigungen im Abwasser abgebaut werden, der als Schlamm anfallende Destillationsrückstand kann kompostiert werden."

"Durch diese Verknüpfung von innovativen umweltfreundlichen Technologien wird einerseits ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet und zur Schonung natürlicher Ressourcen beigetragen. Andererseits sind diese Methoden auch für Hersteller in strukturschwachen Gebieten einfach anzuwenden", betont Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven. "Dies ist ein klassisches Beispiel für unser Verständnis von Technologie-Transfer: ökologisch nachhaltig ebenso wie marktorientiert, im Interesse sowohl der Hersteller als auch der Natur!"

Aufgrund des hohen Innovationspotenzials und der Anwendbarkeit für die Hersteller wird das Projekt SOLARDIST von der Europäischen Union mit Geldern aus dem Mittelstandsförderprogramm CRAFT unterstützt.

Dem ttz Bremerhaven sind sechs Forschungsinstitute zugehörig, die sich der Entwicklung moderner marktfähiger Produkte und Prozesse verschrieben haben. Dies sind jeweils das Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik (BILB); das Umweltinstitut; das Institut für Energie- und Verfahrenstechnik (IEV); das Bremerhavener Institut für Gesundheitstechnologien (BIGT); das Bremerhavener Institut für Biologische Informationssysteme (BIBIS) sowie das Bremerhavener Institut für Organisation und Software (BIOS).

Den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt der Blauen Biotechnologie hat das ttz Bremerhaven im Projekthaus Bio-Nord im Biotechnologiezentrum Bio-Nord in Bremerhaven angesiedelt. Bremerhaven ist von der Europäischen Union als Schwerpunktregion für die Blaue Biotechnologie anerkannt.

Boris Trelle | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de
http://www.bio-nord.de

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