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Restaurierung historischer Glasmalereien: Alte Pracht in neuem Glanz

06.07.2004


Eine Innovation aus dem BMWA-Programm "Innovationskompetenz mittelständischer Unternehmen" (PRO INNO)



Die Restaurierung historischer Glasmalereien stellt Werkstätten vor große Herausforderungen, wenn Fehlstellen ersetzt oder starke Beschädigungen beseitigt werden müssen. Zwar sind die Zusammensetzungen neuerer Grundgläser im Gegensatz zu mittelalterlichen Gläsern wegen ihres hohen Gehaltes an Siliziumdioxid weitgehend korrosionsstabil. Aber gravierende Schäden bei Malschichten und Lasuren führen oft zum Totalverlust von Teilen eines Kunstwerkes und erfordern eine komplette Erneuerung. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) hat das Atelier Ilona Berkei aus Zeuthen bei Berlin in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) neue Behandlungsverfahren zur Reinigung und Wiederherstellung von extrem geschädigten Glasmalereien des 19. und 20. Jahrhunderts eingesetzt und getestet.

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Die Wissenschaftler der BAM haben zunächst verschiedene Lösungs- und Festigungsmittel untersucht, da zu Beginn einer Restaurierung das Kunstobjekt gereinigt und lockere Malschichtkonturen fixiert werden müssen. Der Ersatz verlorener Teile muss in Farbe und Erscheinungsbild mit den noch vorhandenen Teilen übereinstimmen. Da die notwendigen Glasmalfarben in der Regel nicht mehr erhältlich sind, hat die BAM umfangreiche Versuche zur Reproduktion der Farben vorgenommen. Hierfür waren die Bestimmung der Elementzusammensetzung mit der Mikrosonde und die Auswertung historischer Rezepturen und Herstellungstechnologien notwendig. Das Atelier Berkei hat das optimale Anwendungsverhalten der Malfarbe bei der Restaurierung von Objekten untersucht. Neben der Wahl des richtigen Grundglases und der Einbrenntemperatur und -zeit spielen Malzusätze eine wichtige Rolle, um den gleichen Oberflächenzustand und ein gleiches Erscheinungsbild wie im Original zu erreichen. Wichtig ist auch die Einschätzung der Korrosionsbeständigkeit der reproduzierten Malfarben, um unbeständige von vornherein auszuschließen. Dazu wurden die Farben im Klimaschrank einer beschleunigten Bewitterung unterzogen. Mit den neu entwickelten Farbmustern kann die Werkstatt eigene Malfarben für restauratorisch schwierige Objekte entwickeln.

Ansprechpartner:
Atelier Ilona Berkei, Zeuthen, E-Mail: info@atelier-berkei.de, Tel.: 033762 92096
Dr. Eckhard Rikowski, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin, E-Mail: eckhard.rikowski@bam.de, Tel.: 030 8104 - 1421

Silvia Behr | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

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