Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wärmefluss statt Hammer

07.05.2004


Rotorblätter für Windkraftanlagen werden wie in der guten alten Zeit des selbstgebastelten Surfbretts gefertigt:Lage für Lage und in Handarbeit verkleben Arbeiter Glasfasermatten mit Epoxidharz oder anderen Klebstoffen.Am Ende müssen sie die bis zu 60 Meter langen Schalen zum Rotorblatt zusammenfügen.Im Inneren der begehbaren Schaufeln bewirken Stege,dass die ganze Konstruktion später möglichst lange und ohne Schaden der steifen Nordseebrise trotzt.Um dies sicherzustellen,kommt sowohl nach der Fertigung wie auch bei späteren Kontrollen an der Anlage der Mann mit dem Hämmerchen.Er seilt sich in windiger Höhe von der Nabe des Kraftwerks ab und klopft den Rotor nach Schäden ab.Keine Frage,dass diese Vorgehensweise zusammen mit visueller Inspektion seine Zeit dauert.Deutlich schneller, weil automatisierbar und verlässlicher,ginge es mit einem Prüfverfahren,das Forscher vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI in Braunschweig entwickeln.Als Mitglied der Fraunhofer-Allianz Vision demonstrieren sie es an einem fünf Meter langen Rotorabschnitt – auf der Control in Halle 6 am Stand 6306.Die 18.internationale Fachmesse für Qualitätssicherung findet vom 11.bis 14.Mai im badischen Sinsheim statt.

Die zugrunde liegende Wärmeflussthermographie,die ursprünglich zur Qualitätskontrolle von Laminatfußböden entwickelt wurde,erläutert Peter Meinlschmidt,Physiker und Projektleiter am WKI:»Mit einem Heizstrahler,der auf einem rollenden Messwagen befestigt ist, erwärmen wir die Oberfläche des Rotorblattes oder die Tragfläche eines Segelflugzeugs.Kurz danach kommt eine Infrarotkamera,die das Wärmebild der Oberfläche filmt.Nachdem der Computer den Film ausgewertet hat,erkennen wir am Monitor Fehlstellen wie Blasen und andere Einschlüsse,Risse,Haftungs-und Klebefehler bis zu etwa einem Zentimeter Größe.« Wesentlich dabei ist die dynamische Bildauswertung,denn es genügt nicht,einfach nur die Temperaturverteilung an der Oberfläche zu einem Zeitpunkt zu messen.Wärme neigt dazu,sich gleichmäßig zu verteilen.Auf dem Weg zu diesem Gleichgewichtszustand »verrät « sie Fehlstellen,,die sich im Bauteil in bis zu einigen Zentimetern Tiefe »verstecken «.

Diese Art der Qualitäts-und Fehlerkontrolle ist weltweit bisher einzigartig.Flächen von mehreren Quadratmetern lassen sich innerhalb einer Minute vollständig erfassen.Nun suchen die Forscher Industriepartner, um mit ihnen das Verfahren zu einer vollautomatischen Prüfeinrichtung weiterzuentwickeln.



Ansprechpartner:

... mehr zu:
»Rotorblatt »Wärmefluss

Dipl.-Phys.Peter Meinlschmidt
Telefon 05 31 /21 55-4 49
Fax 05 31 /21 55-4 51

peter.meinlschmidt@

Dr.Norbert Bauer
Telefon 0 91 31 /7 76-5 00
Fax 0 91 31 /7 76-5 99
vision@fraunhofer.de

| Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://wki.fraunhofer.de
http://www.vision.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Rotorblatt Wärmefluss

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Startschuss für EU-Projekt: Charakterisierung der Schweißraupe für adaptives Laserauftragschweißen
15.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Innovatives Verfahren zur Aufbereitung von Raps
08.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie