Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Enzym verhindert Korkfehler beim Wein

17.02.2004


Manuelle Qualitätskontrolle in der Korkenproduktion


Eine Innovation aus dem BMBF-Programm "Angewandte Forschung an Fachhochschulen im Verbund mit der Wirtschaft" (FH3)

... mehr zu:
»Enzym »Korken »Mikroorganismus »TCA

Der Einsatz von Naturkorken in der Weinproduktion verursacht in der Weinindustrie oft erhebliche wirtschaftliche Schäden. Dafür sind vor allem die als "Korktöne" bekannten sensorischen Fehler verantwortlich, die zu einer geschmacklichen Beeinträchtigung des Weins führen. Sie entstehen meist durch Substanzen, die von Mikroorganismen auf oder im Korken gebildet werden. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) haben Wissenschaftler der Fachhochschule Wiesbaden ein enzymatisches Verfahren zur Verhinderung solcher Korkfehltöne in Wein und Sekt entwickelt. Das Enzym Suberase hemmt oder verhindert das Bewachsen des Korkmaterials mit den schädlichen Mikroorganismen. Der sensorische Befund der behandelten Korken zeigte nach vier Wochen feuchter Lagerung keine negativen Aromanoten. Die stark entkeimende Wirkung mit Hilfe des Enzyms Suberase führt zur Senkung des Mittel- und Energieeinsatzes bei der Korkproduktion und -veredlung und zur Verminderung von meist chemischen Abfällen im Produktionsprozess.

Suberase wird vereinzelt schon länger zur Korkwaschung verwendet, um anwesende Phenole umzuwandeln, die in den Wein übergehen und einen adstringierenden Fehlton verursachen können. Außerdem entfernt Suberase die Vorläufer für die Anisole, so dass 2,4,6-Trichloranisol (TCA), die auslösende Substanz für den Korkton, nicht mehr entstehen kann. Bislang versuchte man, das Wachstum von Mikroorganismen durch verschiedene chemische Zusätze während der Korkproduktion zu unterdrücken, etwa durch eine Peroxid- oder Chlorlaugenbehandlung. Beide Methoden führen allerdings nicht zu einer kompletten Abtötung von Mikroorganismen, so dass es weiterhin zur Bildung von TCA kommt. Bei alternativen physikalischen Methoden, wie Elektronenbestrahlung, Mikrowellenbehandlung oder Begasung mit Ethylenoxid, war entweder die Abtötungsrate zu gering oder Reinfektionen durch die in den Produktionsbetrieben vorhandenen Luftkeime, vor allem Schimmelpilze, führten zur erneuten Fehltonbildung.


Ansprechpartner:

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Sponholz
Fachhochschule Wiesbaden
E-Mail: sponholz@fa-gm.de
Tel.: 06722-502-333

Silvia Behr | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

Weitere Berichte zu: Enzym Korken Mikroorganismus TCA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Sprühtrocknung: Wirkstoffe passgenau verkapseln
01.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Smarte Sensoren steuern Industrieprozesse von morgen
31.08.2017 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik