Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Quantensprung in der Chlorherstellung aus Salzsäure - deutliche Energieeinsparung durch Technologieumstellung

03.02.2004

Bayer geht bei der Produktion von Chlor aus Salzsäure neue Wege. Das zusammen mit Partnern entwickelte Elektrolyseverfahren auf der Basis der Sauerstoffverzehrkathoden (SVK)-Technologie kommt gegenüber dem bei Bayer etablierten Diaphragmaprozess mit rund 30 Prozent weniger elektrischer Energie aus. Im Werk Brunsbüttel wurde jetzt eine nach dem neuen Verfahren arbeitende Salzsäure-Elektrolyse erfolgreich in Betrieb genommen. Die Jahreskapazität der Anlage wird nach der zweistufigen Inbetriebnahme 20.000 Tonnen betragen.

Chlor ist für Bayer eine wichtige Grundchemikalie und essentiell für die Herstellung vieler Produktlinien - zum Beispiel für Polyurethane und Polycarbonat. Letzteres wird von der Bayer MaterialScience AG unter dem Namen Makrolon® vermarktet. Bei der Umsetzung von Chlor mit organischen Kohlenwasserstoffen entsteht als Nebenprodukt oft Salzsäure. Diese kann mit Hilfe von elektrischem Strom wieder in Chlor umgewandelt werden. Als weiteres Produkt bei der herkömmlichen Salzsäureelektrolyse fällt Wasserstoff an. Bei dem SVK-Verfahren wird die Entstehung von Wasserstoff unterdrückt. "Im Prinzip haben wir einen Brennstoffzellenprozess integriert," erklärt Dr. Fritz Gestermann, der bei Bayer MaterialScience für die Verfahrensentwicklung im Bereich Elektrolyse verantwortlich ist. "Gasförmiger Sauerstoff wird mit Hilfe einer sogenannten Sauerstoffverzehrkathode in den Prozess eingespeist. Auf diese Weise entsteht an der Kathode Wasser anstelle von Wasserstoff." Die Folge: Bei gleicher Stromdichte kann die Elektrolyse mit deutlich verringerter Spannung betrieben werden und benötigt so weniger elektrische Energie.

Daraus ergeben sich wesentliche Vorteile: Kosten werden deutlich reduziert und Kohlendioxidemissionen aus der Energieerzeugung verringert. Die SVK-Technologie liefert reines Chlor ohne weitere Reinigungsschritte und kann die produzierte Chlormenge flexibler als bisher dem aktuellen Bedarf anpassen. Selbst bei Kurzstillständen bleibt die Anlage in einem Bereitschaftszustand, aus dem sie kurzfristig wieder Chlor in hoher Qualität erzeugen kann.

Die in Brunsbüttel eingesetzte SVK-Anlage wurde in einer Kooperation zwischen der Bayer AG und UHDENORA, einem Joint Venture zwischen UHDE, Dortmund, und De Nora, Mailand, sowie De Nora Nordamerika entwickelt und bis zur Industriereife gebracht. Dabei wurde erstmalig eine rein metallische Elektrolysezelle mit Ionenaustauschermembran in der Salzsäureelektrolyse eingesetzt. Eine Lizenzierung bzw. Vermarktung der neuen Technologie ist geplant.

News und Informationen über Produkte, Anwendungen und Services der Bayer MaterialScience AG sind unter "http://www.bayermaterialscience.de" zu erhalten.

Zukunftsgerichtete Aussagen Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die wir in Berichten an die Frankfurter Wertpapierbörse sowie die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (inkl. Form 20-F) beschrieben haben. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

| BayNews
Weitere Informationen:
http://www.bayermaterialscience.de

Weitere Berichte zu: Chlor Quantensprung Salzsäure Salzsäureelektrolyse Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Ausweg aus dem Chrom-Verbot
30.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften