Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sauberes Druckbild, Herr Inspektor!

06.10.2003


Kurz bevor sich Schachteln für Tabletten falten, werden Verfallsdaten aufgedruckt. Ob dies bei hoher Geschwindigkeit fehlerfrei erfolgt, verrät die Prozesskontrolle. Ein Bildauswertesystem, das drei Kriterien bei laufender Produktion überprüft, ist vom 8. bis 10. Oktober auf der Messe PrintPack in Nürnberg zu sehen.



Selbst Schachteln von Medikamenten sollen mit verführerischen Hüllen Blicke auf sich ziehen. Die meisten verpackten Produkte tragen zugleich Informationen für Lieferanten und Kunden. Zunehmend werden die bunten Schachteln erst in der Verpackungsmaschine bedruckt, um Zeit und Kosten zu sparen. Allerdings laufen diese Vorgänge so schnell ab, dass ein menschlicher Prüfer Fehler der Aufdrucke nicht mehr feststellen kann und Ausschuss droht. Ist die Seriennummer oder das Haltbarkeitsdatum richtig? Ist es lesbar; stimmt die Druckqualität? Sind Flecken auf der Verpackung? Ein automatisches Bildauswertesystem für diese Fragen haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB in enger Zusammenarbeit mit industriellen Partnern entwickelt. Das System wird auf der Verpackungsmesse PrintPack in Nürnberg ausgestellt - in Halle 7 am Stand 628.



Der PrintInspector überwacht die Druckqualität nicht nur in Stichproben, sondern ständig und mit der Fertigung Schritt haltend. Dabei löst er drei Aufgaben zugleich. Die erste erläutert Dr. Willi Hättich, Projektleiter im IITB-Geschäftsfeld Sichtprüfsysteme: "Bei der Prüfung der Druckqualität werden kleine, örtlich begrenzte Abweichungen detektiert. Ein fehlender Kontrast oder verlaufene Farben im Aufdruck erkennt unser System ebenso wie ausgefranste Buchstaben oder Ziffern, also fehlende oder überschüssige Strukturen im Druckmuster." Diese Prüfung betrifft feste Zeichen wie Firmenlogo, Hersteller- und Produktname. Variable Daten wie Serien- und Chargennummern oder ein Haltbarkeitsdatum verifiziert der PrintInspector als zweiten Prüfschritt. Auch diese Werte liest eine hoch auflösende Zeilenkamera mit 4 096 Bildpunkten bei über 80 Millionen Bildpunkten pro Sekunde. Bereits während der Fertigung können sie durch Abgleich mit Datenbanken hinsichtlich ihrer Bedeutung interpretiert werden. Schließlich werden in einem letzten Prüfschritt Flecken, Farbspritzer und andere Verunreinigungen nicht nur in den bedruckten Bereichen, sondern auf der gesamten Verpackung erkannt.

Das System prüft Drucke auf Alufolie, Papier, Karton oder Plastik ebenso wie solche auf Holz. Es kann sowohl mit Durchlicht als auch mit Auflicht arbeiten. Die Oberflächen dürfen eben oder zylindrisch sein - Hauptsache der Druck hebt sich im Bild genügend kontrastreich vom Hintergrund ab. Ob der Inspektor bei dieser Vielfalt von Motiven und Möglichkeiten verlässlich arbeitet, untersuchen die Kooperationspartner derzeit im Praxistest.

Ansprechpartner:
Dr. Willi Hättich
Telefon 07 21 / 60 91-2 63, Fax -4 13, haettich@iitb.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Günter Struck
Telefon 07 21 / 60 91-4 81, struck@iitb.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iitb.fraunhofer.de/?3609
http://www.printpack.de

Weitere Berichte zu: Druckqualität Fertigung Inspektor Schachtel Verpackung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Mitarbeiter der Hochschule Ulm entwickeln neue Methode zur Desinfektion von Kontaktlinsen
17.07.2017 | Hochschule Ulm

nachricht Form aus dem Vakuum: Tiefziehen von Dünnglas eröffnet neue Anwendungsfelder
07.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?

28.07.2017 | Studien Analysen

Assistenzsysteme für die Blechumformung

28.07.2017 | Maschinenbau

Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

28.07.2017 | Physik Astronomie