Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vermessung in der Presse

30.06.2003


In einer Tiefziehpresse dauert die Umformung eines Blechs in eine Autotür oder Spüle nur wenige Sekunden.


Sensormodul, Fraunhofer-IITB


Tiefziehpresse im Fraunhofer-IWU, Chemnitz



Um das Material dabei gleichmäßig in die Form zu ziehen, verwendet man Umformpressen mit Mehrpunktziehtechnik.



Das Fraunhofer Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe hat für solche Pressen einen neuartigen Lasersensor entwickelt, mit dessen Hilfe der Umformvorgang überwacht und qualitätsoptimal geregelt werden kann.

Um bei komplexen Formen und verschiedenen Werkstoffen tiefgezogene Bleche (z.B. Edelstahlspülen oder Karosserieteile) hoher Qualität zu erhalten, sind fortgeschrittene Verfahren der Mehrpunktziehtechnik erforderlich. Bei diesem Verfahren lässt sich der Klemmkraftverlauf auf das zwischen Ober- und Unterwerkzeug eingespannte Tiefziehblech über mehrere selektiv ansteuerbare Hydraulikstempel so dosieren, dass sich ein Umformvorgang mit optimaler Produktqualität einstellt. Die automatische Regelung eines solchen optimalen Tiefziehvorganges setzt allerdings die Online-Messung der Blechkontur während des gesamten Tiefziehvorganges mit Hilfe eines geeigneten Sensors voraus.

Solche Sensoren stehen am Markt gegenwärtig nicht zur Verfügung, daher wurde am Fraunhofer-Institut IITB in Karlsruhe im Rahmen des Verbundvorhabens "Intelligente Produktions-anlagen" der Fraunhofer-Gesellschaft, an dem mehrere Fraunhofer-Institute beteiligt waren, ein neuartiger optischer Sensor zur Online-Blecheinzugsmessung entwickelt und für eine Tiefziehpresse prototypisch realisiert.

Ein axialer 2-D-Lichtschnittsensor mit Laserstrahl-Beleuchtung und CCD-Zeilenkameras misst den Weg-Zeit-Verlauf der Blechkontur im Ziehspalt an über 40 Punkten gleichzeitig im 50 ms-Takt während des wenige Sekunden dauernden Tiefziehens. Die Koordinaten werden online an einen Leitrechner übermittelt, der die Anpressstifte regelt. Der Umformsensor besteht aus vier Modulen, die sich flexibel um den Ziehspalt herum anordnen lassen. Bei Bedarf (z.B. andere Blechkonturen) können weitere Module ergänzt werden.

Die praxisreife Integration des am IITB entwickelten Umformsensors in eine mit Mehrpunktziehtechnik geregelte Umformpresse mit interessierten Industriepartnern ist geplant.

Ansprechpartner:
Dr. Helge-Björn Kuntze
+49 (0)7 21 / 60 91-3 10
kuntze@iitb.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Sibylle Wirth | idw
Weitere Informationen:
http://www.iitb.fraunhofer.de/?3710
http://www.iitb.fraunhofer.de/MRD

Weitere Berichte zu: Blech Mehrpunktziehtechnik Sensor Vermessung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Elektrodenmaterialien aus der Mikrowelle
18.10.2017 | Technische Universität München

nachricht Metallisches Fused Filament Fabrication - Neues Verfahren zum metallischen 3D-Druck
12.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise