Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feststoff-Flüssigkeits-Separationstechnik liefert kristallklare Ergebnisse

03.06.2003


Ein niederländischer Kleinbetrieb hat einen neuen Kristallisationsprozess entwickelt, bei dem klassische Probleme wie Kontamination, Verstopfen der verfahrenstechnischen Anlagen und unzureichende Produktqualitätssicherung vermieden werden.



Die Kristallisation ist eine Technik zur Feststoff-Flüssigkeits-Separation, die darauf basiert, dass sich aus einer homogenen flüssigen Lösung Feststoffe in Kristallform bilden. Damit die Kristallisation einsetzt, muss die Lösung übersättigt sein, d.h. die Flüssigkeit oder Lösung muss mehr feste oder gelöste Stoffe enthalten als sie bei einer bestimmten Temperatur aufnehmen kann. Obwohl die Kristallisation ein sehr wichtiger Separationsprozess ist, hat sie bestimmte Nachteile und unterliegt verschiedenen Einschränkungen.



So ist beispielsweise die Einheitlichkeit der Größe der entstehenden Kristalle in der traditionellen Kristallisation problematisch, da der Prozess des Kristallwachstums nur sehr begrenzt kontrollierbar ist, war insbesondere für große Kristallisationsanlagen gilt. Überdies findet die Kristallisation oft an den Wänden der Kristallisationsanlagen statt, wo die niedrigsten Temperaturen oder die höchsten Übersättigungsgrade herrschen. Hierdurch können die Anlagen kontaminiert werden und verstopfen, was den Ablauf der verfahrenstechnischen Prozesse behindert.

Jetzt wurde ein neues Sublimations- und Kristallisationsverfahren entwickelt, bei dem die Kristallbildung aus einer gasförmigen Phase an der Phasengrenzschicht zu einer Flüssigkeit hervorgerufen wird. Mit diesem neuen Kristallisationsprozess werden die bisherigen Unzulänglichkeiten behoben, weil die Kristallisation in einem kompakten und gut kontrollierbaren Reaktor erfolgt, nämlich einer Blase. Über eine Düse wird Gas in die Flüssigkeit injiziert und gegen die Wände der Blase gedrückt, die an der Düsenspitze in der Flüssigkeit entsteht. Die Kristalle, die sich dabei bilden, sind in der Flüssigkeit gebunden und können durch Filtration abgeschieden werden.

Sowohl die Blasengröße als auch die Unterkühlung der Flüssigkeit lassen sich leicht regulieren. Dies gewährleistet gut kontrollierbare Prozessbedingungen und damit eine wirksame Steuerung der Kristall-Wachstumsrate. Kontaminationsprobleme sind vernachlässigbar, da die Kristalle und mögliche zusätzliche Verunreinigungen in der flüssigen Phase gebunden sind, die filtriert und gereinigt werden kann.

Der Prozess ist ausgezeichnet auf eine Vielzahl von Substanzsystemen anwendbar und liefert auch Kristalle mit geringsten Abmessungen. In Verbindung mit einem hohen Separations-Wirkungsgrad kann dieser Prozess, der eine gut kontrollierbare Größenverteilung der Kristalle ermöglicht, zur Produktion von pharmazeutischen Stoffen und Spezialchemikalien wie z.B. organischen Kristallen verwendet werden, deren Größenverteilung ein wichtiger Parameter für die Qualität des Endprodukts darstellt.

Mit dieser Innovation, die bereits in einer Pilotanlage mit verschiedenen organischen Stoffen getestet wurde, wurden exzellente kristalline Stoffe hergestellt. Eines der Hauptmerkmale dieser Neuheit ist die wohldefinierte und hochgradig reproduzierbare Kristallgrößenverteilung, die aus der Schnelligkeit des Prozesses in den einzelnen Blasen resultiert. Selbstverständlich eignet sich der Prozess auch für eine Anwendung im industriellen Maßstab. Das Unternehmen ist jetzt auf der Suche nach Partnern für ein Lizenzabkommen.

Kontakt:

Syntens Den Haag
Postbus 1183, 2280CD Rijswijk, NL
Paul Asselbergs
Tel: +31-70 - 4145555
Fax: +31-70 - 4145544
Email: pcj@syntens.nl

Paul Asselbergs | ctm
Weitere Informationen:
http://www.syntens.nl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Mitarbeiter der Hochschule Ulm entwickeln neue Methode zur Desinfektion von Kontaktlinsen
17.07.2017 | Hochschule Ulm

nachricht Form aus dem Vakuum: Tiefziehen von Dünnglas eröffnet neue Anwendungsfelder
07.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie