Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Laserverfahren macht nasse Naturtsteinböden rutschsicher

31.01.2003


Glänzende Fußböden aus Natursteinen sind repräsentativ. Doch bei Nässe können Besucher von Flughäfen, Banken oder Hotels schon mal ins Rutschen kommen. Fraunhofer-Forscher entwickelten ein Laserverfahren, mit dem die Steinoberflächen rutschfest gemacht werden. Seit 1997 wird das Verfahren auf stationären Anlagen eingesetzt, jetzt wurde eine wesentlich kleinere mobile Anlage entwickelt.



Hotels, Banken, Bahnhöfe oder Flughäfen empfangen ihre Besucher oft mit repräsentativen, glänzenden Fußböden aus Natursteinen wie Granit. Die glatten polierten Oberflächen sind zwar schön anzusehen, doch wenn im Herbst und Winter Nässe und Schmutz mit im Spiel sind, hat so mancher Besucher sich schon mit einem filmreifen Slapstick-Ausrutscher auf den Boden gesetzt. Um diese Gefahrenquelle auszuschalten, müssen die Natursteinböden in öffentlichen Gebäuden trittsicher sein. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden entwickelten ein Laserverfahren, mit dem die Steinoberflächen rutschfest gemacht werden, aber gleichzeitig Glanz und Farbintensität behalten. Die neueste Variante: Ein mobiles Gerät, mit dem auch bereits verlegte Fliesen bearbeitet werden können.



Der herkömmliche Weg, um polierte Natursteinplatten mit einer Rutschhemmung zu versehen, ist eine chemotechnische Behandlung. Dadurch entstehen auf der Steinoberfläche Millionen mikroskopisch kleine Poren, die bei Nässe wie Saugnäpfe wirken und zudem die Reibung zwischen Schuhsohle und Fußbodenoberfläche erhöhen. Das Laserverfahren funktioniert nach dem selben Prinzip, ist aber umweltfreundlicher und nicht von Umgebungsbedingungen abhängig. Der gepulste Laserstrahl wird über zwei Scannerspiegel und eine Planfeld-Optik gelenkt, so dass mit einer sehr hohen Geschwindigkeit und großer Exaktheit gearbeitet werden kann. Das Gerät erzeugt 10 000 bis 15 000 Mikrokrater pro Sekunde in der Steinoberfläche. Je nachdem wie groß der Abstand und die Abmessung der einzelnen Krater sind, lassen sich verschiedene Grade der rutschhemmenden Wirkung einstellen. Entsprechend dem geforderten Sicherheitsstandards können wir zwischen 400 und 1 275 Krater pro Quadratzentimeter bei Abständen von 0,28 bis 0,5 Millimeter erzeugen. Nach der Bearbeitung verlieren die polierten Steine nur geringfügig von ihrem Glanz und den strahlenden Farben. Zudem sind die Minimulden so angelegt, daß sich die Platten weiterhin einfach reinigen lassen.

Das Verfahren wurde 1997 auf einer stationären Pilotanlage umgesetzt. Derzeit wird das Laserverfahren großtechnisch auf fünf Anlagen eingesetzt, um die Steinplatten direkt beim Hersteller rutschfest zu machen. Ein blinder Fleck waren bislang bereits verlegte Platten, die nur chemotechnisch behandelt werden konnten. Das Team am IWS baute nun einen Prototypen für ein mobiles Lasergerät. So können die Steinplatten auch im Nachhinein mit den rutschhemmenden Strukturen versehen werden. Mit der vorgestellten Anlage sind Platten der maximalen Abmessung 62 cm x 46 cm bearbeitbar. Dafür werden bei einer Kraterdichte von 1000 Kratern / cm² circa 2,5 min benötigt. Die mobile Anlage zur rutschhemmenden Ausrüstung von Natursteinen wird erstmals auf der Hannover-Messe 2003 auf dem Gemeinschaftsstand "Laser Technology" in Halle 6 gezeigt.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik Dresden
Winterbergstr. 28, 01277 Dresden

Dipl.-Ing. Jan Hauptmann
Telefon: (0351) 25 83 236
Telefax: (0351) 25 83 300
E-mail: jan.hauptmann@iws.fraunhofer.de

Dr. Ralf Jaeckel | idw
Weitere Informationen:
http://www.iws.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Laserverfahren Naturstein Nässe Platte Steinoberfläche

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Smarte Rollstühle, vorausschauende Prothesen
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik