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Kampf gegen Dynamitfischer

14.01.2003


Wissenschaftler der Hong Kong University of Science and Technology haben ein neues System entwickelt um die illegalen Fischereimethoden des Dynamitfischens nachweisen zu können. Mit sensiblen Mikrophonen können die Zerstörer der Korallenriffe rasch und über relativ große Distanzen ausgeforscht werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Das Problem des Dynamitfischens ist insbesondere in Ostafrika und Südostasien weit verbreitet und trägt wesentlich zur Zerstörung des Ökosystems Korallenriff bei.



"Dynamitfischen ist vor allem dort noch üblich, wo die Behörden seltener beobachten und nur sporadische Verhaftungen durchführen", meint George Woodman, der sich an der Universität von Hongkong mit Unterwasser-Sensoren beschäftigt. Denn das Fischen mit Dynamit ist per Gesetz in allen Staaten der Welt verboten und unter Strafe gestellt. Eines der größten Probleme beim Aufspüren der illegalen Fischereimethoden stellen die kleinen "Pistolen-Shrimps" dar, die am Korallenriff leben. Diese Krustentiere jagen nach ihrer Beute, indem sie Teile ihrer Gliedmaßen wie Pistolenkugeln benutzen. Dabei erzeugen sie "Klick-Geräusche", die über große Distanzen am Riff zu hören sind. Solche Shrimps erzeugen in der Nähe von Detektoren stärkere Schallwellen als entfernte Unterwasserexplosionen. Den Forschern ist es aber mithilfe von einer speziell entwickelten Software gelungen, die Unterwasser-Mikrophone, so genannte Hydrophone, in Dreieck-Form zu platzieren, so dass sie durch die Verzögerung der Explosionsgeräusche die Quelle in einem Umfang von zehn Kilometern bis auf 30 Meter genau orten können.



Dabei haben Woodman und sein Team die Geräusche der meist selbst konzipierten Bomben, die aus einer Mixtur von Düngemitteln und Benzin gezündet werden, nachgebaut. Mithilfe von genauen Messungen konnten die Wissenschaftler auch die Geräusche der Pistolen-Shrimps von denen nach Explosionen unterscheiden. "Die Explosionen enthalten mehr Energie, die länger andauert als das Klicken der Krustentiere", so Woodman. In ersten Feldversuchen im Tunku Abdul Rahman National Park in Sabah/Malaysien bewährten sich die neuen Methoden bereits.

In einem Zehn-Tages-Versuch konnten Woodman und sein Team 15 Explosionen durch illegale Fischereimethoden ausmachen. Eine weitere Serie von Versuchen soll demnächst starten. Die neue Methode wird im Fachmagazin "Marine Pollution Bulletin" veröffentlicht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

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