Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortschritte bei der Mikro-Fabrik der Zukunft

09.01.2003


Virtuelles Unternehmen zur Fertigung von Mikrosystemen präsentiert erste Ergebnisse


Die BioDisk ist das erste von MikroWebFab entwickelte und gefertigte Bauteil. An einem Blutstropfen (oder anderen Flüssigkeiten) können damit bis zu 32 Analysen gleichzeitig durchgeführt werden.



Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen verfügen meist nicht über ausreichende Ressourcen, um alle Fertigungsschritte für komplexe Mikrosysteme im eigenen Haus zu bewältigen. Sie sind Spezialisten für wenige Prozesse der Mikrotechnik, beispielsweise für Spritzguss, Beschichtung oder Mikroelektronik. Wegen dieser Spezialisierung entgehen den Unternehmen viele Aufträge für Mikrosysteme, die über ihre Kernkompetenz hinausgehende Fähigkeiten erfordern. Die benötigte zusätzliche Kompetenz ist aber oft bei anderen Unternehmen vorhanden. Hier setzt ein Verbundprojekt an, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit über 2 Mio. Euro gefördert wird: 11 Unternehmen bündeln ihre Fähigkeiten im virtuellen Unternehmen MikroWebFab. Koordiniert wird die Zusammenarbeit vom Forschungszentrum Karlsruhe. Am 22. Januar 2003 findet hier das erste Statusseminar statt. Vorgestellt wird dabei auch die BioDisk, das erste von der MikroWebFab entwickelte Bauteil. Interessierte Journalisten sind zum Statusseminar herzlich eingeladen.

... mehr zu:
»BioDisk »MikroWebFab »Mikrosystem


Ziel von MikroWebFab ist der Aufbau eines Kompetenznetzwerkes, in dem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ihr spezifisches Know-how und einen Teil ihrer Produktionskapazität zur Verfügung stellen. Damit wollen sie gemeinsam in einem Markt Fuß fassen, der ihnen bislang aufgrund seiner Anforderungen vor allem an komplizierte Fertigungstechnologien und interdisziplinäres Know-how verschlossen war. Hierzu arbeiten elf kleine und mittelständische Unternehmen zusammen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Entwicklung und Erprobung des virtuellen Unternehmens MikroWebFab im Rahmen des Förderkonzeptes "Mikrosystemtechnik 2000+" mit 2,05 Mio. Euro. Zuständiger Projektträger ist das VDI/VDE-Technologiezentrum Informationstechnik in Teltow. Das Forschungszentrum als eine der großen Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Mikrosystemtechnik will mit diesem Projekt der klein- und mittelständischen Industrie neue Wege zur Zusammenarbeit in der Mikrosystemtechnik aufzeigen und der weiteren Verbreitung dieser Technologie neue Impulse geben.

Im ersten Projektjahr wurden Organisationskonzepte, Geschäftsmodelle, Methoden und Werkzeuge für die virtuelle Zusammenarbeit von mittelständischen Unternehmen in einem Entwicklungs- und Fertigungsnetzwerk untersucht. Auf der Basis einer Bestandsaufnahme bei den Technologiepartnern wurde ein Konzept für eine gemeinsame Infrastruktur ausgearbeitet, die informationstechnische (zentrale Produktionsplanung und -steuerung, Wissensmanagementsystem und Prozessdatenbank) sowie logistische Verknüpfung beinhaltet. Mittels zweier Referenzprodukte wird die Tragfähigkeit des Konzeptes überprüft: So wurden inzwischen erste Prototypen des Bio-Analysesystems BioDisk gefertigt und getestet. Mit der BioDisk können an einem Blutstropfen 32 Analysen gleichzeitig durchgeführt werden. Auch die Entwicklung eines magnetoresistiven Sensors steht kurz vor dem Abschluss, so dass erste Prototypen Ende des ersten Quartals 2003 zur Charakterisierung vorliegen werden.

In der zweiten Projekthälfte liegt der Schwerpunkt nun auf der Implementierung der MikroWebFab-Infrastruktur, dem Abschluss der Produkt-Entwicklungsphase und dem Einstieg in die Vorserienfertigung der Referenzprodukte.

Die Ergebnisse des ersten Projektjahres werden am 22. Januar 2003 auf einem öffentlichen Statusseminar im Forschungszentrum Karlsruhe (Hermann-von-Helmholtz-Platz 1, 76344 Eggenstein-Leopoldshafen) präsentiert (Anmeldung unter www.mikrowebfab.de). Die Teilnahme ist für Journalisten kostenfrei.


Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie

Inge Arnold | idw
Weitere Informationen:
http://www.mikrowebfab.de

Weitere Berichte zu: BioDisk MikroWebFab Mikrosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise