Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schall reinigt medizinische Instrumente

09.12.2002


Dampfkavitation tötet 90 Prozent der Bakterien ab


Ein Schallphänomen, das bislang wegen seiner schädlicher Effekte auf Geräte wie Schiffsschrauben und Pumpen untersucht wurde, könnte die Basis einer verbesserten Desinfektions-Technik darstellen. Forscher des Georgia Institute of Technology und der George State University haben die Technik bereits patentiert. Sie soll Mikroorganismen auf medizinischen Geräten ohne hohe Temperaturen oder scharfe Chemikalien rasch abtöten. Wie die Forscher auf dem Jahrestreffen der Acoustical Society of America berichteten, konnten mit der Technik mehr als 90 Prozent der Bakterien in einem Testfläschchen, auch eine 66-prozentige Isopropanyl-Alkohol-Lösung enthielt, abgetötet werden.

Die Technik basiert auf einer Form der so genannten Kavitation. Darunter wird die Bildung von Dampfblasen in Flüssigkeiten bei niedrigem Druck verstanden. Beim Zerplatzten der Bläschen wird Energie frei. Zur Befreiung der Geräte von Bakterien nutzen die Forscher die Dampfkavitation. Dabei füllen sich die Blasen ausschließlich mit Dampf. In der Druckphase implodieren die Blasen zeitverzögert und erzeugen lokal sehr hohe Drücke.


Wie die Tests an zwei Formen von bakteriellen Sporen – Bacillus stearothermophilus und Bacillus subtilis - zeigten sind zur Sporenabtötung mittels Kavitation sowohl die Alkohollösung als auch der erhöhte Druck nötig, erklärte Kenneth Cunefare vom Georgia Institute of Technology. Die Dampfkavitation in reinem Wasser reichte ebenso wenig aus wie die Kavitation der Alkohollösung bei Standard-Atmosphärendruck.

Laut Stephen Carter, der sich 1994 die Idee der Verwendung der Dampfkavitation zur Desinfektion von medizinischen Instrumenten patentieren ließ, spart die neue Technik Zeit und Kosten. Carter entwickelte die Technik weiter und kombinierte Druck mit der durch Ultraschall erzeugten Energie. 1997 erhielt er auch dafür ein Patent. Die Technik war aber noch nicht im Stande, die zähesten Mikroben abzutöten. In Zusammenarbeit mit Cunefare gelang die richtige Kombination von Energie, Druck und Alkoholgehalt. Der Mechanismus, wie durch die Dreier-Kombination Bakterien abgetötet werden, ist noch Forschungsgegenstand.

Cunefare sieht neben der Desinfektion von medizinischen Instrumenten auch Einsatz-Möglicheiten in der laufenden Wasser- und Abwasser-Behandlung und auch Potenzial in der Pasteurisierung von ebensmitteln wie Orangensaft und Milch. Vorerst hoffen die Forscher aber auf das Interesse von Herstellern medizinischer Ausrüstungen.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.gatech.edu
http://asa.aip.org

Weitere Berichte zu: Alkohollösung Bakterien Dampfkavitation Desinfektion Kavitation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften