Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technologiesprung im Triebwerksbau, GKSS schließt Lizenzvertrag mit Industriepartner

27.11.2002


Technologiesprung im Triebwerksbau


GKSS schließt Lizenzvertrag mit Industriepartner


Zwischen dem GKSS-Forschungszentrum Geesthacht und der GfE Metalle und Materialien GmbH Nürnberg wurde kürzlich ein Lizenzvertrag unterzeichnet, der einen Meilenstein auf dem Weg zur industriellen Nutzung der von GKSS entwickelten neuen Titanaluminidlegierungen und Umformtechnologien darstellt. Dieser Hochtemperaturleichtbauwerkstoff wird den Bau von Flugzeugtriebwerken und Motoren der Automobilindustrie revolutionieren. Der neue Leichtbauwerkstoff hat beste Chancen, die bisher genutzten, doppelt so schweren Nickel-basislegierungen in bestimmten Anwendungsbereichen abzulösen. Die hierfür ebenfalls erforderlichen Ferti-gungstechnologien wurden in einem BMBF-Verbundprojekt unter Beteiligung von Thyssen Krupp Turbinenkomponenten GmbH, Rolls-Royce Deutschland Ltd. & Co KG, GfE Metalle und Materialien GmbH, Leistritz Turbomaschinentechnik GmbH und GKSS erarbeitet.

Die vom GKSS-Forschungszentrum entwickelten Titanaluminide sind leichte und dabei hochfeste Werkstoffe. Sie können bis zu Temperaturen von 850 *C eingesetzt werden. Diese herausragenden Eigenschaften ermöglichen innovative Designkonzepte, da durch die Gewichtsreduktion von einzelnen Bauteilen und die Erhöhung von Prozesstemperaturen wesentlich zur Verbesserung des Wirkungsgrades beigetragen werden kann. Von besonderer Bedeutung ist der Einsatz dieser neuen Materialien für Verdichter-Leit- und Laufschaufeln von Flugzeugtriebwerken. Durch ein geringeres Gewicht und eine höhere Temperaturbeständigkeit wird eine größere Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger Verminderung des Schadstoffausstoßes erwartet.


Der jetzt erreichte Meilenstein in der GKSS-Entwicklung dieser Hochtemperaturwerkstoffe basiert auf mehr als zehnjähriger Forschungsarbeit auf diesem Gebiet. Dabei ging es nicht nur um die eigentliche Entwicklung des Werkstoffes, sondern in einer konsequenten Industriezusammenarbeit auch um Herstellungs- und Verarbeitungs-technologien, um Prüftechniken und die Einbeziehung potenzieller Nutzer für diesen Werkstoff. Leichtbauwerkstoffe auf der Basis von Titanaluminidlegierungen sind zwar seit längerem bekannt, sie hatten jedoch Nachteile in den Werkstoffeigen-schaften, die sie für den Einsatz in Triebwerken als nicht geeignet erscheinen ließen. Bei Einsatztemperaturen von mehr als 700 *C treten für diese Werkstoffe sehr komplexe Belastungszustände auf, die verschiedene Versagensmechanismen im Werkstoff auslösen können. Besonders nachteilig sind beispielsweise Formänderun-gen, die unter dem Einfluss der Fliehkräfte bei Langzeitbeanspruchung auftreten. Sie könnten zum Anstreifen der Verdichterschaufel am Gehäuse führen und damit zum Leistungsverlust des Triebwerks.

Den GKSS-Wissenschaftlern ist es gelungen, die Werk-stoffeigenschaften so zu verändern, dass sie nicht nur den hohen Ansprüchen der Luftfahrtin-dustrie genügen, sondern auch wesentlich zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten deutschen Unternehmen beitragen. In der gezielten Veränderung der atomaren Strukturen dieses Werk-stoffes liegt das Know-how der GKSS-Forscher. Das Institut für Werkstoffforschung der GKSS verfügt über modernste Einrichtungen für derartige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Als eines der 15 Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) sind die GKSS-Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der "Funktionalen Werkstoffsysteme" ein fester Bestandteil der Schlüsseltechnologien, einem der sechs Forschungs-bereiche der Helmholtz-Gemeinschaft.

Hans-Friedrich Christiansen | idw

Weitere Berichte zu: GKSS GfE Leichtbauwerkstoff Lizenzvertrag Technologiesprung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Elektrodenmaterialien aus der Mikrowelle
18.10.2017 | Technische Universität München

nachricht Metallisches Fused Filament Fabrication - Neues Verfahren zum metallischen 3D-Druck
12.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik