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Stahlwerkzeuge nach Salamitaktik

14.11.2002


Wer vor dem Schaufenster eines Autoproduzenten steht, mag sich fragen: »Wie schaffen die es, eine derart breite Modellpalette anzubieten?« In der Tat sind die Zeiten des uniformen Volkswagens endgültig vorbei: Die Industrie bemüht sich zunehmend um mass costumization - also die Massenfertigung von Produkten, in die dennoch möglichst viele Kundenwünsche einfließen sollen. Neben logistischen Herausforderungen gilt es daher, neue Press- und Umformwerkzeuge schnell zu bauen und in die Fertigungslinien zu integrieren. Für den Bau der Werkzeuge eignen sich daher Rapid-Technologien besonders. Gegenüber klassischen Verfahren wie Gießen oder Fräsen ist ihnen gemeinsam, dass die Kette zwischen CAD-Entwurf und dem endgültigen Bauteil möglichst ungebrochen elektronisch ablaufen soll.


Das durch MELATO scheibchenweise aufgebaute Umformwerkzeug erhält abschließend noch den letzten Schliff.
© Fraunhofer IWS


Das Spritzgießwerkzeug für die Büste des Namenspatrons wurde durch 3-D-Printing gefertigt
© Materialise GmbH, München



Ein jüngerer Vertreter der Rapid-Familie heißt MELATO. Den ersten Schritt dieses Metal Laminated Tooling erklärt Dr. Anja Techel, Projektleiterin am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden: »Wie beim Schneiden einer Wurst wird das im Computer entworfene Werkzeug zunächst in Schichten zerlegt. Mithilfe einer Software, die unser Partner NC-SOFT Wagner in Schwerin programmiert hat, packt der Computer die einzelnen Scheiben optimal auf die virtuelle Blechbahn und ein Laser schneidet sie real aus.« Das Laminated der Technologie schließt sich an: Die einzelnen Scheiben werden übereinander gestapelt und eingespannt miteinander verklebt, verlötet oder verschweißt. Den letzten Schliff erhält das bis zu 70 x 150 Zentimeter große Stahlwerkzeug in einer kombinierten Maschine: Durch Laserauftragschweißen wird Metall an kritischen Bereichen rund 0,3 Millimeter genau aufgebracht - ein Fräser gibt dem Bauteil seine endgültige Gestalt.



MELATO und zahlreiche weitere Rapid-Technologien präsentiert die Fraunhofer-Allianz Rapid Prototyping, der neben dem IWS elf weitere Institute angehören, auf der »Euro-uRapid2002«. Diese internationale Anwenderkonferenz findet am 2. und 3. Dezember in Frankfurt am Main statt. In über 50 Vorträgen können sich Fachleute aus der Auto- und Zulieferindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und allen Branchen, die sich der schnellen Produktinnovation stellen, über die neusten Trends informieren. Rapid-Technologien zum Anfassen bietet die Messe EuroMold, die sich vom 4. bis 7. Dezember anschließt. Selbst an das heimische Regal wurde gedacht: Eine Spitzgießmaschine fertigt mit Rapid-Formen Büsten des Namenspatrons Joseph von Fraunhofer aus Kunststoff - am Gemeinschaftsstand in Halle 8.

Ansprechpartner
Dr. Anja Techel
Telefon 03 51 / 25 83-2 55
Fax 03 51 / 25 83-3 00

Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
Winterbergstraße 28
01277 Dresden

Allianz Rapid Prototyping:
Dr. Rudolf Meyer
Telefon 03 91 / 40 90-5 10
Fax 03 91 / 40 90-5 12

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iws.fraunhofer.de/
http://www.rapidprototyping.fraunhofer.de/
http://www.iws.fraunhofer.de/~melato

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