Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landesregierung präsentiert "Chromfix" als Beispiel für gelungenen Technologietransfer

05.11.2002


Hochschule Niederrhein - glänzende Resultate beim Verchromen



Eine Apparatur, so groß wie eine Kaffeemaschine, sorgt bei Europas zweitgrößtem Hersteller von Motorenteilen für eine Reduzierung von Kosten und die Schonung der Umwelt bei der Chromsäure-Regenerierung. Entwickelt haben das neuartige Verfahren Werkstoff-Forscher der Hochschule Niederrhein. Für die Landesregierung gehört es zu den Ideen, aus denen die Zukunft gemacht wird - weil sie aus dem Labor direkt die Produktion wanderten. Als Beispiel für gelungenen Technologietransfer wird "Chromfix" vom 18. bis 30. November neben Exponaten aller anderen NRW-Hochschulen im Düsseldorfer Landtag präsentiert. Die Ausstellung will die Bedeutung der neben Lehre und Forschung "3. Mission" der Hochschulen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes verdeutlichen: Wissen in neue Produkte und Verfahren umzusetzen.



Dafür ist das Projekt vom Niederrhein beispielhaft: Aus ihren Forschungsresultaten entwickelten die Professoren Dr. Norbert Nowack und Dr. Karl Heger mit Unterstützung des Landes ein Patent. Dieses verwertete ein Anlagenbauer im Dortmunder Technologiezentrum und führte "Chromfix" bei der Stuttgarter Motorenfabrik ein, die den Anstoß zu dem Projekt und auch die notwendigen Finanzmittel gegeben hatte. Weitere Anlagen wurden inzwischen sogar nach Übersee verkauft.

Das neue Verfahren ermöglicht durch eine spezielle Elektrolyse mit dreidimensionalen Anoden, die Standzeit des Chrombades zu verlängern. "Chromfix" gewährleistet die notwendige Oxidation und steuert den Säuregehalt. Zum Hintergrund: Beim Verchromen werden die Innenflächen von Zylindern in Verbrennungsmotoren mit einer schützenden Schicht bezogen. Das passiert in einem elektro-chemischen Verfahren, bei dem mittels Chromsäure und Strom der Chrom auf die Metallstücke abgeschieden wird. Das Problem: dabei kommt es zu unerwünschten Nebenreaktionen, bei denen die Chromsäure verbraucht wird - das Chromsäurebad gerät aus dem Gleichgewicht und muß kostenintensiv aufgearbeitet werden. "Bei Überschreitung gewisser Grenzwerte sinkt die Qualität, was letztlich die Vernichtung des kompletten Chrombads nötig macht", stellt Prof. Dr. Norbert Nowack fest. Die Entsorgung der hochtoxischen Substanzen belaste in hohem Maß die Umwelt.

Welch profitable Ideen die Hochschulforscher des Landes sonst noch haben, kann jeder im Düsseldorfer Landtag (ab 18. November, werktags von 9 bis 18 Uhr)selbst bewundern. Allerdings muss man seinen Ausstellungsbesuch telefonisch ankündigen: 0180 3 100 110.

Rudolf Haupt M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.diedrittemission.nrw.de

Weitere Berichte zu: Chromsäure Technologietransfer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie