Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effizientes Verfahren zur Abluftreinigung bei der Laser-Polymerbearbeitung

15.10.2002


Laserstrahlung wird zunehmend zur Be- und Verarbeitung polymerer Werkstoffe eingesetzt. Dabei werden partikel- und gasförmige Prozessnebenprodukte emittiert. Die Emissionen werden aus der Luft herausgefiltert und die gereinigte Luft in die Umwelt abgeleitet. Die Zusammensetzung der Abluft in die Umwelt unterliegt dem Bundesimmissionsschutzgesetz (TA-Luft), dessen Einhaltung durch geeignete technische Vorrichtungen und Maßnahmen gewährleistet werden muss.


Schema des Precoating-Verfahrens



Mit konventionellen Abluftreinigungsanlagen werden diese Prozessnebenprodukte nicht effizient genug bzw. nicht unter wirtschaftlichen Kriterien entfernt, da



· sehr feine (<1 µm) und klebrige Partikelemissionen die Filtermedien verstopfen und somit in starkem Maße die Standzeiten der Filter verringern,

· keine ausreichende Abscheidung von gasförmigen Kohlenwasserstoffemissionen erfolgt.

Zur Lösung dieses Problems wurde in einem F&E-Projekt der Herding GmbH und des Laser Zentrums Hannover e.V. (LZH) das Verfahren der Oberflächenfiltration weiterentwickelt und für Prozessemissionen von Polymer- und Holzwerkstoffen qualifiziert. Bei dem sogenannten Precoating-Verfahren werden die teflonbeschichteten Sinterlamellenfilterelemente vor Beginn jedes Filtrationszyklus mit einem inerten Hilfsstoff (Precoatingmittel) bestaubt. An dieser Precoatingschicht werden die Partikelemissionen nahezu vollständig abgeschieden (>99,95%) und gleichzeitig die gasförmigen Emissionen bis zu 26 % adsorbiert. Der sich ausbildende Filterkuchen wird in regelmäßigen Intervallen durch eine Druckstoßreinigung abgelöst. Anschließend wird die regenerierte Filteroberfläche wieder mit frischem Precoatingmittel beschichtet, so dass Verstopfungen des Filtermaterials weitgehend unterdrückt und lange Standzeiten der Filterelemente erzielt werden.

Im Abluftstrom der Filteranlage sind noch verschiedene gasförmige Kohlenwasserstoffe enthalten, die in Art und Zusammensetzung in starkem Maße von dem bearbeiteten Werkstoff abhängen. Mit einer nachgeschalteten Aktivkohle-Adsorption werden diese gasförmigen Emissionskomponenten mit hohen Adsorptionsraten abgeschieden, so dass die Grenzwerte der TA-Luft eingehalten werden.

Mit der entwickelten Verfahrenskombination aus Precoatingverfahren und nachgeschalteter Aktivkohle-Adsorption lassen sich die komplex zusammengesetzten Prozessemissionen aus der Laser-Polymerbearbeitung zuverlässig unter Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte abreinigen. Das Verfahren eignet sich auch für den Einsatz bei Prozessen mit ständig wechselnden Werkstoffen. Für die Wirtschaftlichkeit unverzichtbar: es können mit geeigneter Anlagentechnik hohe Standzeiten realisiert werden.

Das LZH ist eine durch Mittel des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Verkehr unterstützte Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auf dem Gebiet der Lasertechnik.

Für mehr Information:
Laser Zentrum Hannover e.V.
Herr Michael Botts
Hollerithallee 8
D-30419 Hannover
Tel.: +49 511 2788-151
Fax: +49 511 2788-100

Michael Botts | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Ausweg aus dem Chrom-Verbot
30.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften