Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laser putzen Schienen

11.10.2002


Bäume, die im Herbst kahl werden, bereiten Schienenfahrzeugen Probleme. Die breiige Masse regenfeuchter Blätter vermindert die Traktion - die Kraftübertragung zwischen Rad und Schiene lässt erheblich nach. Dies bereitet beim Anfahren und in Steigungen echte Probleme. Um Rutschpartien auch auf Eis zu unterbinden, sind in Straßenbahnen vor den Rädern automatische Sandstreuer eingebaut. Ein anderer Weg: Wartungsfahrzeuge reinigen ab und an die Schienen mit Bürsten oder Spüllösungen. Damit lassen sich selbst ölige Beläge entfernen. Beiden Methoden gemeinsam ist, dass Sand oder Wasser in nicht unerheblichen Mengen mitgeführt und nachgefüllt werden müssen. Nachteile, die ein neues Verfahren nicht kennt. Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT erproben, wie der Laser zur Schienenreinigung eingesetzt werden kann.



Das moderne Lichtwerkzeug verdampft die Beläge. Wird hier nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen? »Unsere mit Halbleiterlaserdioden gepumpten Laser nehmen im Dauerbetrieb mit etwa zehn Kilowatt nur etwa so viel wie Leistung auf wie ein Küchenherd«, beruhigt Projektleiter Dieter Hoffmann. »Dies kann im Vergleich zur etwa eintausendmal höheren Motorleistung des Fahrzeugs vernachlässigt werden. Betrachtet man hingegen die Leistung, die bei einem Puls kurzfristig frei wird, so genügen 400 000 Watt leicht, um Schienen von allen denkbaren Belägen zu befreien.« Mit einem britischen Unternehmen wollen Hoffmann und seine Mitarbeiter das Verfahren zur Marktreife entwickeln. Ein Versuchsfahrzeug brennt die Schienen auf maximal drei Zentimetern Breite frei und erreicht dabei bereits eine Geschwindigkeit von 10 km/h. Das Ziel der Entwicklung soll ein kostengünstiges Gerät sein, das in Servicezügen direkt vor den Lokrädern arbeitet.

... mehr zu:
»Beläge »Laser »Schiene


Eine weitere, Erfolg versprechende Anwendung der dafür entwickelten Laser ist das Reinigen von Leitungsmasten, wie Hoffmann erklärt: »Die verzinkten Metallstreben werden mit Lacken zusätzlich vor Korrosion geschützt. Von Zeit zu Zeit müssen sie neu gestrichen werden. Bei 500 Quadratmetern Oberfläche, die der hohe Mast einer Überlandleitung hat, fällt vorher eine Menge alter Farbe an. Mit unserem Hightech-Oberflächenreiniger ist es leicht, diese schonend vom Untergrund zu entfernen.« Der Laser verdampft sie schnell; abgesprengte Partikel sammelt eine Saugvorrichtung mit Filter. Bei den bisherigen angewandten mechanischen Verfahren blieb ein erheblicher Anteil der Farbreste in der Landschaft liegen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Dieter Hoffmann
Telefon 02 41 / 89 06-2 06

Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Steinbachstraße 15
52074 Aachen

Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer Gesellschatf

Weitere Berichte zu: Beläge Laser Schiene

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Nikon setzt zukünftig auf Messtechnik „Made in Jena“
23.10.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Elektrodenmaterialien aus der Mikrowelle
18.10.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie