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Kommission will Nanotechnologie-Industrieplattform schaffen

07.10.2002


Computer so groß wie ein Sandkorn. Pillengroße Minilabors, die in unserem Blutstrom mitschwimmen. Produkte der Nanotechnologie sind extrem klein - so klein, dass sie uns Rohstoffe, Energie und Zeit sparen können. Zu diesem Thema - die Möglichkeiten der Nanotechnologie - veranstalten Helge Sander, der dänische Minister für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, und der EU-Kommissar für Forschung, Philippe Busquin, heute eine Konferenz in Kopenhagen. Dort treffen sich Nanotechnologie-Spezialisten mit Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern. Als folgenden Schritt will die Kommission 2003 eine Nanotechnologie-Industrieplattform ins Leben rufen und damit ein Forum für alle wichtigen Akteure auf dem Gebiet der Nanotechnologie in der EU schaffen. Über das Sechste EU-Forschungsrahmenprogramm (2003-2006) wird sie auch der Nanotechnologieforschung 700 Mio. € zur Verfügung stellen. Dadurch will sie den EU-Mitgliedstaaten und der europäischen Industrie einen Anreiz geben, noch mehr in diesen Bereich zu investieren. Zu den Anwendungen der Nanotechnologie zählen die Energiespeicherung und -verteilung, die Nachweis-, Mess- und Prüftechnik, Prozessor- und Displaytechnologien, die Bioanalyse und die gezielte Verabreichung von Arzneimitteln sowie die Robotik und die Prothetik.



Der EU-Kommissar für Forschung, Philippe Busquin, erklärte dazu: „Die Nanotechnologie trägt entscheidend zur nachhaltigen Entwicklung bei. EU-Forschungsarbeiten zu sauberen Technologien und Industrieprozessen haben bereits zur starken Verringerung des Energieverbrauchs, zur Lösung von Problemen der Abfallentsorgung und dazu einen Beitrag geliefert, dass Erzeuger und Verbraucher stärker ihrer Verantwortung nachkommen. Die Nanotechnologie ermöglicht Europa den nächsten Schritt - mit weniger Ressourcen mehr und Besseres zu leisten. Wir müssen allen europäischen Akteuren, ob öffentlich oder privat, einen Anreiz bieten, ihre Kräfte zu bündeln und in die Nanotechnologieforschung zu investieren. Ich sehe ein Europa vor mir, das Technologieplattformen und Exzellenzzentren aufbaut, um die europäische Industrie wettbewerbsfähig zu machen.“



Die Nanotechnologie arbeitet im Nanomaßstab. Ein Nanometer (nm) ist ein Milliardstel Meter, d.h. ungefähr der achtzigtausendste Teil des Durchmessers eines menschlichen Haars. Bei der Nanotechnologie werden Objekte in der Größenordnung von Molekülen und Atomen bearbeitet. Ingenieure, Werkstoffwissenschaftler, Mediziner, Biologen, Physiker und Chemiker stoßen bei ihrer Arbeit nicht mehr an enge Größengrenzen. Sie können zum Kern der Objekte vordringen und diesen manipulieren. Und sie können zusammen an Anwendungen in Bereichen wie Informationstechnologie, Kosmetik, Chemikalien und Verkehr arbeiten. Daraus ergeben sich Produkte, die nicht nur sauberer, sicherer und dauerhafter sind, sondern auch besser konzipiert und „intelligenter“, wodurch weniger Abfall anfällt und Energie eingespart wird.

Auf der Konferenz werden Fortschritte bei der Nano- und der zukunftsverträglichen Produktion und ihre kommerziellen Anwendungen besprochen. Auch werden neue Unternehmensstrategien und öffentlich-private Partnerschaften erörtert, die den Erfolg der Nanoproduktion entscheidend mitbestimmen werden. Ferner wird auf die wachsende Notwendigkeit innerbereichlicher, interdisziplinärer und branchenübergreifender (z.B. Biotechnologie/Nanotechnologie) Konzepte hingewiesen.

Die Kommission unterstützt Nanotechnologieprojekte in unterschiedlichen Teilbereichen. Beispiele:
  • Das Projekt MICROCHEM gilt der Überwachung der Wasserreinheit mittels chemischer Analysen, für die minimalste Mengen an Wasser ausreichen. So lässt sich die Qualität und die Unbedenklichkeit von Trinkwasser besser prüfen.

  • DNA-Arrays und Biochips kommen in der Genomforschung, der Erforschung von Krankheiten und der Arzneimittelentwicklung vielfach zum Einsatz. Das Projekt „PolymerMicroSensorFab“ hat zur Entwicklung eines Wegwerf-Biochips für die preiswerte DNA-Analyse beigetragen.

  • Das NANOMAG-Projekt entwickelte auf der Grundlage korrosionsbeständiger Magnesiumlegierungen saubere Nanokomposit-Beschichtungen für das Auto der Zukunft.

Fabio Fabbi | Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://www.cordis.lu/nanotechnology/src/pressroom.htm
http://europa.eu.int/comm/research/growth/gcc/pressroom.html

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