Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Junge Forscherin erhält Innovationspreis 2002

05.09.2002


Verpacken unter modifizierter Atmosphäre: Neues Konzept, Obst und Gemüse im Haushalt länger haltbar zu machen, gewinnt hochdotierten Wettbewerb des Cofresco Institutes. Wettbewerb um Innovationspreis 2003 eröffnet.

Florence Charles, 25-jährige Doktorandin an der Universität Montpellier II., hat den mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreis 2002 des Cofresco Institutes erhalten. Ausgezeichnet wurde ihr innovatives Konzept, Obst und Gemüse im Haushalt durch ein Verpacken in Folien-Beutel mit modifizierter Atmosphäre länger haltbar zu machen. "Ihre Forschungsarbeit hat uns deshalb gefallen, weil sie eine echte Innovation enthält, und den Verbrauchern am Ende der Entwicklungsarbeit einen echten Gewinn bringen kann. Sie können nämlich dann frisches Obst und Gemüse länger bei sich zu Hause aufbewahren", erläuterte Gilles Maillet, Vorsitzender im wissenschaftlichen Ausschuss des Cofresco Institutes, im Rahmen der feierlichen Preisverleihung im Press Club de France, Paris.

Beim erstmals ausgeschriebenen europaweiten Forschungs-Wettbewerb des Cofresco Institutes waren "neue Anwendungen oder Vorrichtungen für den Haushalt, die optimale Sicherheit und optimale Konservierung für Lebensmittel garantieren", gefragt. Beurteilt wurden die eingereichten Projekte nach drei Kriterien: ihrem Innovationsgrad, ihrem wissenschaftlichen Wert und ihrem Nutzen für den Verbraucher. "Die Entscheidung, Florence Charles auszuzeichnen, ist einstimmig gefallen", berichtete der Lebensmittelchemiker Dr. Lutz Wittenschläger, unabhängiger Berater und Mitglied des sechsköpfigen wissenschaftlichen
Ausschusses des Cofresco Institutes, der zugleich die Jury des Innovationswettbewerbes bildet. "Für uns repräsentiert ihr Projekt eine sehr ausgewogene Kombination von Wissenschaft und Anwendung, und wir sind glücklich, etwas beizutragen zur Weiterentwicklung dieser Arbeit."

Frischhalten durch Sauerstoffentzug

Das Projekt von Florence Charles beinhaltet eine neue Variante des sogenannten "Modified Atmosphere Packaging" (MAP), des Verpackens unter modifizierter Atmosphäre. Gängig ist diese Art des Verpackens, die die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängert, bereits in der Industrie, etwa beim Verpacken von Backwaren- oder Fleischwaren. Ziel des Konzeptes von Florence Charles ist es nun, auch dem Verbraucher daheim eine MAP-Konservierung zu ermöglichen, insbesondere für Obst und Gemüse. Denn hier sieht sie einen starken Mangel: "Obst und Gemüse werden wegen ihres hohen Nährwertes von den Verbrauchern immer mehr geschätzt, stehen aber wegen ihrer hohen Verderblichkeit nicht immer zur Verfügung. Denn Vielen fehlt die Zeit, alle zwei bis drei Tage frisches Obst und frisches Gemüse einzukaufen."

Ihre Idee ist es, Folienverpackungen mit speziellen Absorbern auszustatten. Diese gasabsorbierenden Sachets sollen die Atmosphäre schaffen, die - je nach Frucht und Gemüsesorte - am besten geeignet ist, die Aufbewahrungsdauer des jeweiligen Nahrungsmittels zu verlängern. Allgemein bekommt den Produkten ein Sauerstoffentzug sehr gut, weil der ihre Atmung und Oxidierung reduziert und damit den Verfall verlangsamt.

Florence Charles beschreibt die Gasaustauschdynamik in der Verpackung mit einem mathematischen Modell. Absorptionsgleichungen ermöglichen es, die optimalen Parameter für die gewünschte Veränderung der Atmosphäre zu bestimmen. Bewiesen hat sie das Modell bislang für Tomaten, mit und ohne Sauerstoff-Absorber in Folien-Beuteln verpackt. Dr. Lutz Wittenschläger beschreibt den Nutzen ihrer Arbeit. "Auf den ersten Blick ist ein Simulations-Programm, mit anderen Worten Computer Software, ein Hilfsmittel für Forscher und Ingenieure für die Entwicklung fortschrittlicher Lebensmittel-Verpackungen. Aber dann wird klar, dass die hauptsächlichen Vorteile dieser zukünftigen Verpackungen, verlängerte Lebensdauer von verpacktem Obst und Gemüse, eine höhere Qualität der Produkte, echte Vorteile für den Verbraucher sind. Am Ende wird er den größten Nutzen von der Arbeit von Florence Charles haben."

Siegerin reist nach Australien

Florence Charles kündigte an, dass sie das Preisgeld in Höhe von 10000 Euro für ihre Forschung nutzen werde. Nun sei es ihr möglich, weitere Versuche in besonderen Laboren durchzuführen, die sich auf aktive Verpackungen spezialisiert haben, wie z. B. das CSIRO Labor von Michael Rooney in Australien. Außerdem wolle Sie einen Teil der Summe in die Ausstattung des Labores, in dem Sie arbeitet, investieren. Das Cofresco Institute gab Ihr die besten Wünsche mit auf den Weg: "Wir sind gespannt auf Ihre weiteren Ergebnisse, Frau Charles, und wünschen Ihnen viel Glück für ihre wissenschaftliche Arbeit!", sagte Dr. Lutz Wittenschläger in seiner Laudatio bei der Preisverleihung in Paris.

Startschuss zur nächsten Runde

Der Vorsitzende Gilles Maillet zeigte sich nur sieben Monate nach der Gründung des Cofresco Institutes und dem Startschuss zum Innovationswettbewerb sehr zufrieden mit den Ergebnissen der ersten Runde. Gleichzeitig eröffnete er die nächste Runde, indem er das Thema für den Wettbewerb um den Innovationspreis 2003 bekannt gab. Gefragt sind "verbraucherorientierte Lösungen, die den Umgang mit Lebensmitteln im Haushalt für eine gesunde Ernährung aktiv unterstützen". Einsendeschluss ist der 31. März 2003. Vergeben werden maximal zwei mit je 10000 Euro dotierte Innovationspreise. Teilnahmebedingungen und Anmeldeformulare finden sich im Internet .

Cofresco S.A.S., ein Unternehmen der Melitta Gruppe, und führend auf dem europäischen Markt für Haushaltsverpackungen mit den Marken Toppits, Albal, Handy Bag und Glad, hat das Cofresco Institute im November 2001 ins Leben gerufen. Als Internet-Forum konzipiert, sucht das Cofresco Institute seither  den Dialog mit Forschern und Erfindern. Ziel ist es, europaweit die Forschung nach neuen oder verbesserten Produkten zu fördern, die im Haushalt den Umgang mit Lebensmitteln erleichtern und sicher machen und deren Frische und Geschmack konservieren.

Kühlschrank nicht immer die beste Lösung

"Zwar setzen die Nahrungsmittelindustrie und die großen Vertriebsgruppen alles daran, ihre Produkte von der Produktion bis zu den Verkaufsregalen zu kontrollieren. Ihr Einflussbereich und ihre Verantwortung enden jedoch, sobald das Produkt im Einkaufskorb des Verbrauchers landet", umreißt Gilles Maillet, Vorsitzender des wissenschaftlichen Ausschusses und Geschäftsführer für Marketing, Vertrieb und Forschung und Entwicklung Cofresco S.A.S., das Aufgabenfeld. "Der Verbraucher ist mit dem Schutz seiner Nahrungsmittel oft völlig überfordert, insbesondere, wenn er die Verpackung geöffnet hat. Alles in den Kühlschrank zu stellen, ist nicht immer die beste Lösung."

... mehr zu:
»Innovationspreis


Als erste Maßnahme hatte der wissenschaftliche Ausschuss des Cofresco Institute im November 2001 den Wettbewerb um den Innovationspreis 2002 eröffnet. Teilnehmen können an den jährlichen Wettbewerben unabhängige Wissenschaftler, Forschungsgruppen, öffentliche und private Labors sowie Privatpersonen.

Der wissenschaftliche Ausschuss des Cofresco Institute setzt sich zusammen aus französischen und deutschen Forschern. Neben leitenden Mitarbeitern der Abteilung Forschung und Entwicklung bei Cofresco sind das Dr. Alexandre Feigenbaum, Forschungsdirektor des Institut National de la Recherche Agronomique (INRA) in Paris, und der unabhängige Berater Dr. Lutz Wittenschläger, staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker.


Rückfragen bitte an:

Martin Linnemann


Melitta Öffentlichkeitsarbeit
Marienstrasse 88
32425 Minden
Tel: 0571/4046-276
Fax: 0571/4046-272

Martin Linnemann M. A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.cofrescoinstitute.com.

Weitere Berichte zu: Innovationspreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Elektrodenmaterialien aus der Mikrowelle
18.10.2017 | Technische Universität München

nachricht Metallisches Fused Filament Fabrication - Neues Verfahren zum metallischen 3D-Druck
12.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise