Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Mathe gegen den Tumor

29.07.2002

Wenn ein Krebsgeschwür mit harter Röntgenstrahlung zerstört werden soll, ist ein exakter Bestrahlungsplan unabdingbar. Denn möglichst hohe Strahlungsdosen sollen das bösartige Geschwür treffen und dabei das umliegende gesunde Gewebe so weit wie möglich schonen. Ein verbesserter Ansatz dazu ist die »intensitätsmodulierte Radiotherapie«, die am Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg entwickelt wird. Dabei bewegt sich die Strahlenquelle um den Körper des Patienten und nimmt den Tumor unter allen möglichen Winkeln mit variabler Intensität unter Beschuss. Gleichzeitig wird die Form des Strahls angepasst, indem ihn computergesteuerte, bewegliche Metallblätter oder -lamellen seitlich begrenzen.

Wie ein vertretbarer und ausgewogener Kompromiss zwischen Schädigung und Schonung in einem Bestrahlungsplan schneller und besser als bisher gefunden wird, zeigt das Projekt RADIOPLAN. Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM entwickeln mit Kollegen des Fraunhofer-Instituts für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI und des DKFZ eine Software, die Radiologen selbst bei komplexen anatomischen Gegebenheiten die Auswahl und Entscheidung für einen Plan erleichtern soll.

»Bei der Fülle der Variablen ist klar, dass es den besten Bestrahlungsplan nicht geben kann«, betont Dr. Karl-Heinz Küfer von der Optimierungsabteilung des ITWM. »In der klinischen Praxis werden die Dosisverteilungen in den verschiedenen Geweben bisher nach Erfahrung bewertet. Daraus entwirft der Computer einen Plan, der in mehreren Zyklen mit dem Radiologen zeitaufwendig und daher wenig effizient so weit wie möglich optimiert wird.« Im Projekt RADIOPLAN hingegen kommt die mehrkriterielle Entscheidungstheorie zum Zug: Das Optimum ist dann erreicht, wenn die Verbesserung des Dosiseintrags in ein Organ nur noch eine Verschlechterung in anderen Organen nach sich zieht. Als Beurteilungsgrundlage dienen der Software mehrere hundert Bestrahlungspläne, die in einer Datenbank gespeichert sind.

»Nicht nur Genauigkeit und Zeitersparnis sind wichtig«, weiß Küfer über die Arbeitsweise von Radiologen. »Will der Arzt geänderte Parameter in die Software eingeben oder verschiedene Szenarien ausgeben und vergleichen, so sollte dies nachvollziehbar und anschaulich möglich sein. Daher haben wir ein einfach bedienbares, inzwischen patentiertes Navigations-Tool in die Software integriert.«

Dr. habil. Karl-Heinz Küfer | Mediendienst

Weitere Berichte zu: Bestrahlungsplan Gewebe Organ RADIOPLAN Radiologe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Dresdner Forscher drucken die Welt von Morgen
08.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Neues Verfahren bringt komplex geformte Verbundwerkstoffe in die Serie
23.01.2017 | Evonik Industries AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung