Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laser im Weltraum ersetzen Wetterfrösche

24.07.2002


Die europäische Weltraumorganisation ESA plant eine Satellitenmission, in der die Windbewegungen in der gesamten Erdatmosphäre mit bisher unerreichter Qualität vermessen werden sollen. Zentrales Instrument auf dieser Mission wird das sogenannte Doppler-Wind-Lidar sein, ein hochpräzises Referenzlasersystem.

Die zuverlässige Wettervorhersage und die Einschätzung der langfristigen Klimaentwicklung rücken immer mehr in das Blickfeld von Wissenschaft und Forschung. Das Wettergeschehen hat einen erheblichen Einfluss auf Wirtschaftsfaktoren in Landwirtschaft, Verkehr und Touristik und betrifft mit seinen katastrophalen Extremen die Interessen der Versicherungsgesellschaften. Verantwortungsvolle Politiker befassen sich inzwischen mit der globalen Klimaentwicklung.
Die europäische Weltraumorganisation ESA plant deshalb eine Satellitenmission, in der die Windbewegungen in der gesamten Erdatmosphäre mit bisher unerreichter Qualität vermessen werden sollen. Solche Daten werden für ein verbessertes Modell der Erdatmosphäre benötigt, um insbesondere die Langzeitvorhersagen zu verfeinern; schließlich hofft man, daraus auch Erkenntnisse über den Klimawandel zu gewinnen.


Zentrales Instrument auf dieser Mission wird das sogenannte Doppler-Wind-Lidar sein: Impulse eines frequenzstabilisierten UV-Leistungslasers werden vom Satelliten abwärts in die Atmosphäre gesendet. Das Licht wird an Teilchen in der Atmosphäre und an den Luftmolekülen gestreut und erreicht zum kleinen Teil einen empfindlichen Detektor auf dem Satelliten. Die Frequenz des rückgestreuten Lichtes ist dabei aufgrund der unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten verändert. Mit Hilfe eines hochpräzisen Referenzlasersystems kann aus dem Vergleich der Frequenzen von ausgesendetem und rückgestreutem Licht auf die Verteilung der Windgeschwindigkeiten in der Atmosphäre geschlossen werden.
Für diese Mission wurde am Laser Zentrum Hannover e.V. ein Prototyp eines hochstabilen Referenzlasersystems entwickelt, mit dem zunächst die physikalischen Anforderungen demonstriert werden konnten. Das Lasersystem beruht auf einem Miniatur-Einkristall-Laser (Nd:YAG, NPRO*), der für einen späteren Einsatz im Weltraum ideale Voraussetzungen mitbringt. Mit Ausgangsleistungen bis 2 Watt und einer beachtlichen Intensitäts- und Frequenzstabilität ist der NPRO ein idealer Kandidat für den messtechnischen Einsatz - sowohl auf der Erde als auch im Weltall. Eine wichtige Rolle für die Mission spielt die hohe Zuverlässigkeit des Systems.
Im weiteren Verlauf der Laserentwicklung wird dieses System miniaturisiert werden und für den Einsatz unter den extremen Bedingungen einer Satellitenmission vorbereitet.

(*NPRO=Non-Planar Ring Oscillator)

Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) ist eine durch Mittel des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Verkehr unterstützte Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auf dem Gebiet der Lasertechnik.

Für mehr Information:


Laser Zentrum Hannover e.V.
Herr Dipl.-Phys. Ulf Hinze
Hollerithallee 8
D-30419 Hannover
Tel.: +49 511 2788-223
Fax: +49 511 2788-100
E-Mail: hi@lzh.de


Michael Botts | idw
Weitere Informationen:
http://www.lzh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften