Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Abfällen den Energiehunger befriedigen

04.06.2008
Eine erfreuliche Nachricht hat die Fachhochschule Gießen-Friedberg aus Bayern erhalten. Der „Umweltcluster“ des Freistaats, ein Netzwerk der Wirtschaft und Wissenschaft auf dem Gebiet der Umwelttechnologie, zeichnete Forschungsarbeiten des von Prof. Dr. Ernst Stadlbauer geleiteten Labors für Entsorgungstechnik als „Leuchtturmprojekt“ aus.

Dieses Prädikat erkennt der Umweltcluster einem Projekt zu, wenn es „einen vorbildlichen Beitrag zur Entwicklung der Umwelttechnologie in Bayern leistet und national wie auch international ein Zeichen setzt“.

Das von Stadlbauers Team entwickelte Verfahren wird in einer Demonstrationsanlage der Kläranlage im bayerischen Mintraching zur technischen Gewinnung von Rohöl aus Klärschlamm angewandt. Auch auf EU-Ebene war die FH damit schon erfolgreich: Ein Gemeinschaftsantrag mit dem Zweckverband zur Abwasserbeseitigung im Pfattertal sowie dem Tonwerk Venus in der Oberpfalz führte 2006 zur Förderung aus Brüssel.

„In der Vorentscheidung lagen wir in Deutschland auf Platz 1, in der europaweiten Endrunde kamen wir bei 498 Anträgen auf Platz 8. Insgesamt wurden 50 Projekte von der EU im Programm Life 06 positiv beschieden“, so Dipl.-Ing. Sebastian Bojanowski, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Labor für Entsorgungstechnik.

Prof. Ernst Stadlbauer stellt die Anerkennung durch das bayerische Netzwerk in einen Zusammenhang mit der gegenwärtigen Diskussion um steigende Nahrungsmittelpreise und Biokraftstoffe: „ ‚Energie frisst Nahrung’ ist ethisch nicht vertretbar. Wir müssen von der unsäglichen Situation ‚Tank statt Teller’ weg kommen. Für alternative Kraftstoffe sind gebrauchte Biomassen wie Stroh oder organische Abfallmaterialien wie Klärschlamm, Müll oder Tierkadaver die Ausgangsstoffe der Wahl“.

Klärschlamm ist ein unvermeidbarer organischer Reststoff aus der biologischen Reinigung von Abwasser. In Deutschland fallen davon jährlich etwa zehn Millionen Tonnen an.

FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin gratulierte der Arbeitsgruppe zum Erfolg. „Die angewandete Forschung an der FH stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen universitärer Grundlagenforschung und industrieller Markteinführung dar“. Durch die EU-Drittmittel können die Promotionen von Dipl.-Ing. Sebastian Bojanowski und Dipl.-Ing. Bernd Weber sowie die Diplomarbeit von Sabrina Stengl finanziert und mehrere studentische Hilfskräfte an die Forschung herangeführt werden.

Heinz Kraus vom FH-Referat Technologietransfer sieht die Auszeichnung mit dem Prädikat „Leuchtturmprojekt“ als Bestätigung für das Vorhaben, die Energie- und Umweltforschung der FH Gießen-Friedberg in einem Kompetenzzentrum zu konzentrieren.

Erhard Jakobs | Fachhochschule Gießen-Friedberg
Weitere Informationen:
http://let.mni.fh-giessen.de
http://www.fh-giessen.de

Weitere Berichte zu: Klärschlamm Labor Umwelttechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Ausweg aus dem Chrom-Verbot
30.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften