Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnetische Nanoteilchen: für die Krebstherapie geeignet?

27.05.2008
Ein in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) entwickeltes Messverfahren kann helfen, das Verhalten von magnetischen Nanopartikeln, die zur Krebstherapie eingesetzt werden, näher zu untersuchen.

Magnetische Nanopartikel (mit einer Größe von einigen wenigen bis zu einigen hundert Nanometern) sind ein neues, vielversprechendes Mittel zur Bekämpfung von Krebs.

Die Partikel dienen dabei als Transportmittel für Arzneistoffe: Gewissermaßen mit dem Arzneimittel "beladen", werden die Nanoteilchen in den Blutkreislauf gegeben, wo sie sich so lange bewegen, bis sie in den Einfluss eines gezielt angelegten Magnetfeldes kommen, das sie am Tumor festhält - so lange, bis der Arzneistoff seinen Wirkstoff freigegeben hat.

Neben dieser Arzneistoffwirkung gibt es noch eine rein physikalische: Ein elektromagnetisches Wechselfeld heizt die angereicherten Partikel so stark auf, dass sie schließlich den Tumor zerstören. Beide Therapiekonzepte haben den Vorteil, unerwünschte Nebenwirkungen auf das gesunde Gewebe weitestgehend zu vermeiden.

... mehr zu:
»Magnetisch »Nanopartikel »Partikel

Diese Verfahren werden im Tiermodell bereits erfolgreich angewandt und zum Teil auch schon an Patienten erprobt. Dabei ist es wichtig, bereits vor der Anwendung einschätzen zu können, ob die Partikel zur Aggregation neigen und so die Blutgefäße verstopfen könnten. Informationen dazu kann die in der PTB entwickelte Magnetrelaxometrie liefern. Dabei werden die Partikel in einem starken Magnetfeld kurz aufmagnetisiert, um ihre Relaxation nach dem Abschalten mittels supraleitender Quanteninterferometer, sogenannter SQUIDs, zu messen.

Aus Messungen an Suspensionen von Nanopartikeln im Serum oder im Vollblut können Rückschlüsse auf ihr Aggregationsverhalten in diesen Medien gezogen werden. So konnte beispielsweise gezeigt werden, dass bestimmte Nanopartikel im Blutserum Cluster mit einem Durchmesser von bis zu 200 nm bilden - ein klares Indiz für eine Aggregation, so dass diese Nanopartikel für die Therapie nicht geeignet zu sein scheinen.

Einem routinemäßigen Einsatz dieser Messmethode in der Praxis steht zur Zeit noch der hohe messtechnische Aufwand entgegen, der mit der Verwendung heliumgekühlter Magnetfeldsensoren verbunden ist. In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundvorhaben wird das Verfahren gegenwärtig gemeinsam mit der TU Braunschweig auf eine einfachere Technik auf der Basis von Fluxgatemagnetometern übertragen.

Ansprechpartner:
Dr. Lutz Trahms, PTB-Fachbereich 8.2 Biosignale, Tel. (030) 3481-7213, E-Mail: lutz.trahms@ptb.de

Erika Schow | idw
Weitere Informationen:
http://www.ptb.de
http://www.ptb.de/de/publikationen/news/html/news081/artikel/0815.htm

Weitere Berichte zu: Magnetisch Nanopartikel Partikel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Mitarbeiter der Hochschule Ulm entwickeln neue Methode zur Desinfektion von Kontaktlinsen
17.07.2017 | Hochschule Ulm

nachricht Form aus dem Vakuum: Tiefziehen von Dünnglas eröffnet neue Anwendungsfelder
07.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops