Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektroadhäsion: Roboter gehen Wände hoch

23.05.2008
Technologie erlaubt Klettern auf vielen Oberflächen

Die Forschungs- und Entwicklungsorganisation SRI International hat es Robotern ermöglicht, an Wänden hochzuklettern. Für die nötige Haftung sorgt dabei die Technik der Elektroadhäsion, die elektrostatische Aufladung nutzt. Sie ist für ein breites Spektrum gängiger Bausubstanzen von Beton über Holz bis zu Stahl geeignet und kann bei Bedarf auch deaktiviert werden. Mögliche Einsatzgebiete der erfolgreich demonstrierten Technologie umfassen Kletter-Roboter für militärische Aufgaben wie die Aufklärung ebenso wie solche für zivile Anwendungen, beispielsweise in der Gebäudereinigung.

Die Technik der Elektroadhäsion wird SRI zufolge erstmals für Roboter angewendet. Mittels integrierter Spannungsversorgung und spezieller Pads werden elektrostatische Aufladungen in der Wand induziert, um den kletternden Robotern Halt zu geben. Das Elektroadhäsions-System kann deaktiviert werden, etwa für die Wartung oder zur Verbesserung der Mobilität auf horizontalen Flächen. Dies sei ein Vorteil gegenüber anderen Ansätzen für die Haftung von kletternden Robotern, so SRI. Funktionieren würde die Elektroadhäsion sowohl auf leitenden als auch nichtleitenden Substraten und auf glatten ebenso wie rauen Oberflächen. Damit sei das System für vielfältige Wandmaterialien geeignet, darunter Beton, Glas, Holz, Stahl, Trockenbau und Ziegel. Roboter hätten auch trotz Staub oder bei Feuchtigkeit den nötigen Halt beim Klettern. Die Technologie sei auch für diverse Roboter-Formen geeignet. "Die konsequente Fortschreibung der Leichtbauprinzipien lässt auch die Elektroadhäsion als Prinzip für lösbare Verbindungen zum Substrat einsetzbar erscheinen", meint der Biomechatronik-Experte Hartmut Witte von der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Ilmenau gegenüber pressetext.

"Jüngste Ereignisse wie Naturkatastrophen, militärische Einsätze und Sicherheitsbedrohungen haben zu einem erhöhten Bedarf an robusten Robotern geführt - besonders solche, die in drei Dimensionen beweglich sind", sieht Harsha Prahlad, SRI Senior Mechanical Engineer, den künftigen Bedarf. Die kletternden Roboter seien für eine Reihe militärischer Anwendungen geeignet, beispielsweise die Aufklärung im urbanen Raum, das Aufstellen von Sensoren oder die Installation von Netzwerkknoten im urbanen Umfeld. Doch auch zivile Anwendungen sind laut SRI denkbar. Dazu zählt etwa die Inspektion aller Arten von Strukturen vom Gebäude bis zum Schiffsrumpf, die Reinigung von Fassaden oder Fenstern oder auch High-Tech-Spielzeug. Es sei zu hinterfragen, wie gut das System beispielsweise bei metallbedampften Fenstergläsern funktioniere, kommentiert Witte. Auch verbleibe die Frage der elektromagnetischen Verträglichkeit. "Insgesamt aber ein vielversprechender Ansatz mit wie üblich noch zu identifizierenden und danach weiter hinauszuschiebenden Grenzen", so Wittes Gesamturteil.

... mehr zu:
»Elektroadhäsion »Roboter

Die Elektroadhäsionstechnologie wird morgen, Freitag, im Rahmen der IEEE International Conference on Robotics and Automation 2008 in Pasadena, Kalifornien, von Prahlad vorgestellt. Die Technologie sei zum Patent angemeldet und könne lizensiert werden, so SRI.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.sri.com
http://www.tu-ilmenau.de
http://icra2008.usc.edu

Weitere Berichte zu: Elektroadhäsion Roboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Granulare Materie blitzschnell im Bild
21.09.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Sprühtrocknung: Wirkstoffe passgenau verkapseln
01.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie