Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Massenfertigung von Nanodraht-Bauelementen demonstriert

14.05.2008
Forscher-Team zeigten Verfahren anhand von Nano-Leuchtdioden

Ein Team aus deutschen und US-amerikanischen Wissenschaftlern hat Leuchtdioden auf Basis von Zinkoxid-Nanodrähten hergestellt.

"Wir haben dabei Fertigungstechniken genutzt, die in der Silizium-Industrie gang und gäbe sind", betont der Festkörperphysiker Carsten Ronning von der Friedrich-Schiller-Universität Jena gegenüber pressetext. Damit hat das Team, zu dem auch Forscher der Harvard University sowie der Universitäten Göttingen und Bremen zählen, eine Möglichkeit aufgezeigt, wie elektronische Bauelemente auf Basis von Halbleiter-Nanodrähten schnell und günstig in Masse produziert werden können.

Die Fertigung von Halbleiter-Nanodrähten mit chemischen Verfahren ist bereits gut zu bewerkstelligen, die Herstellung von Bauelementen mit den Drähten war bisher jedoch sehr aufwändig. Genau hier sehen die Forscher einen wesentlichen Vorteil ihres Verfahrens, das eine einfache Massenproduktion ermöglicht. Mit der Technik der Photolithographie wurde eine Siliziumfläche mit Kontakten vorbereitet.

... mehr zu:
»Laser »Leuchtdiode

Darauf wurden dann die Zinkoxid-Nanodrähte platziert und mit einer nicht-leitenden Glasschicht überzogen. "Wenn ein metallischer Kontakt darauf platziert wird, erhalten wir auf diese Weise eine Art Sandwich", erläutert Federico Capasso, Physiker an der Harvard University. Wird an die Siliziumfläche am Boden und den oberen metallischen Kontakt eine Spannung angelegt, fließt Strom nur durch die Nanodrähte und regt sie zum Leuchten an. Die Forscher haben mehrere Hundert dieser Elemente gefertigt, um die Eignung des Verfahrens für die Massenproduktion zu demonstrieren.

Was mögliche Anwendungen betrifft, sind die Leuchtdioden nur ein erster Schritt. "Von der Leuchtdiode bis zum Laser ist es nicht weit", meint Ronning zu pressetext. Laser auf Basis von Halbleiter-Nanodrähten könnten feine Spots ermöglichen, die beispielsweise zur Mikroskopie auf Laserbasis geeignet wären. Auch sei es dank der feineren Laser denkbar, optische Speichermedien dichter zu beschreiben und damit die Kapazität zu erhöhen. Ferner wäre die Fertigungsmethode nicht nur für photonische Bauelemente, sondern allgemein für elektronische Elemente und Sensorik geeignet, so Ronning. Speziell in der Elektronik seien die Halbleiter-Nanodrähte auch praxistauglicher als Kohlenstoff-Nanoröhren, nennt der Physiker eine Motivation hinter der Forschungsarbeit.

Jetzt wollen die Wissenschaftler das Verfahren, das sie in einem Beitrag der Fachpublikation "Nano Letters" genauer vorstellen, noch verfeinern. Beispielsweise soll eine effiziente Ausrichtung der Nanodrähte in der Produktion eine noch schnellere, günstigere Fertigung ermöglichen. Bis mit dem zum Patent angemeldeten Verfahren gefertigte Bauelemente kommerziell erhältlich sein werden, dürften laut Ronning noch "einige Jahre" vergehen. Wie viele genau das sein werden, hängt auch vom Verlauf der weiteren Forschungsbemühungen ab.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de
http://www.harvard.edu

Weitere Berichte zu: Laser Leuchtdiode

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie