Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Verbundwerkstoffe schonen Umwelt und Geldbeutel

17.04.2008
Ein Verfahren zur kostengünstigen und umweltfreundlichen Herstellung von Verbundwerkstoffen sorgt in der Fachwelt für Aufsehen. Entwickelt wurde es an der Fachhochschule Dortmund, zusammen mit Partnern aus der Industrie.

Große Ehre für Prof. Dr. Herbert Funke von der FH Dortmund: Er erhielt jetzt zusammen mit zwei Partnern aus Bremen im Pariser Louvre auf der Fachmesse "Composites Show" den internationalen JEC Award. Es geht um beheizbare Formen zur Herstellung von Verbundwerkstoffen, die besonders leicht und stabil sind. Ideal also für Flugzeuge und Autos, aber auch andere interessante Anwendungen.

Faserverbundstoffe werden in der Luftfahrt, aber auch bei der Herstellung von Schiffen und Windrotoren immer wichtiger. Professor Dr. Herbert Funke vom Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Dortmund hat mit zwei Firmen jetzt ein neues Verfahren zur Herstellung von faserverstärkten Bautei-len aus Kunststoff entwickelt. Die Fachwelt haben sie damit schon über-zeugt.

Die Bremer Yachtwerft Meyer und das Unternehmen Fibretech Composite wurden jetzt zusammen mit Prof. Funke auf der internationalen Fachmesse für Verbundwerkstoffe ausgezeichnet. Verbundwerkstoffe bestehen aus zwei oder mehr unterschiedlichen Materialien. Der Preis wird jährlich für die weltweit besten Entwicklungen neuer und innovativer Produkte und Verfahren in der Verbundwerkstoffbranche verliehen. Das vor drei Jahren gegründete Unternehmen Fibretech Composites ist auf die Entwicklung und Herstellung von Faserverbundbauteilen im High End Bereich spezialisiert.

... mehr zu:
»Fibretech »Verbundwerkstoff
Jan Meyer, Geschäftsführer der gleichnamigen Bremer Yachtwerft, erkannte früh das Potential des Faserverbundbereiches, der im Yachtbau längst einen festen Platz hat. Was die Dortmunder Wissenschaftler mit den Tüftlern von Meyer und Fibretech gemeinsam zum Patent anmeldeten, könnte die Herstellung von Kunststoffbauteilen zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt und zum Bau von Windkraftanlagen revolutionieren. Das Verfahren könne zu

Energieeinsparungen bis zu 90 Prozent führen, sagt Fibretech-Geschäftsführer Jens Brandes.

Es nutzt die Leitfähigkeit von Kohlenstofffasern zur Beheizung von Negativformen, die zur Herstellung von Bauteilen aus faserverstärkten Kunststoffen benötigt werden. Die besonderen Eigenschaften von Kohlenstofffasern ermöglichen eine effiziente, gut regelbare Umsetzung der elektrischen Energie in Wärme. Die extrem kurzen Wärmeflusswege bedeuten erhebliche Energieeinsparungen im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen im Formenbau. Da sich die verwendeten Kohlenstofffasern zudem unter Wärme nicht ausdehnen, zeichnen sich die elektrisch beheizbaren Formen außerdem durch hohe Formstabilität aus.

Im Ergebnis lassen sich Fertigungskosten durch dieses innovative Verfahren auf die Hälfte reduzieren. Die in Bremen Burg ansässigen Firmen haben bereits mehrere Jahre zusammen mit der Fachhochschule Dortmund dieses Verfahren entwickelt und getestet. Gebaut wurden bereits Formen für die Flugzeug- und Windkraftindustrie. Ein weiteres Projekt steht jetzt schon kurz vor den Start: eine 200 Quadratmeter große Form zur Herstellung von Rotorblättern für die Windkraftindustrie.

Jürgen Andrae | idw
Weitere Informationen:
http://www.jeccomposites.com/jec-show/

Weitere Berichte zu: Fibretech Verbundwerkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Projekt CeGlaFlex: Hauchdünne, bruchsichere und biegsame Keramik und Gläser
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Löschbare Tinte für den 3-D-Druck
24.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie