Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kolben-Sensor entwickelt: Neuer Sensor ermöglicht zerstörungsfreie Kolben-Positionsbestimmung

17.06.2002


Vom Auto, über Flugzeug und Schiff bis hin zu unzähligen Industriemaschinen - das Einsatzfeld hydraulischer und pneumatischer Zylinder ist weit.
Eine Neuentwicklung am Lehrstuhl des Saarbrücker Experimentalphysikers Professor Uwe Hartmann sorgt nun für eine entscheidende Optimierung auf diesem Gebiet: Der Kolben-Sensor ermöglicht eine exakte Positionsbestimmung des Zylinder-Kolbens - und zwar ohne, dass hierfür in den Zylinder eingegriffen werden muss.
Bislang war eine Kolben-Positionsbestimmung nur schwer und mit großem auch finanziellem Aufwand möglich. Wegen des hohen Drucks im Zylinder-Inneren bedeutet ein Anbohren des Metallmantels immer einen gefährlichen oder aber die Arbeit des Zylinders beeinträchtigenden Eingriff.

Die Neuentwicklung, ein Ergebnis eines Kooperationsprojekts, das Hartmann mit der Firma Secatec Electronic GmbH durchführt, beruht auf der zerstörungsfreien Messung magnetischer Felder mittels Magnetosensoren. Die kleinen, flexiblen und kostengünstigen Kolben-Positionssensoren werden lediglich an den Zylinder angebracht und geben exakt Information darüber, wo sich der Kolben im Zylinder befindet - auf den Bruchteil eines Millimeters genau. Sie reagieren auf kleinste Veränderungen im Magnetfeld des Zylinders, die durch den Kolben verursacht werden, sind aber gegen Hitze, Kälte und Nässe unempfindlich.

Mit Hilfe des Kolben-Sensors wird eine bessere Steuerung der Kolbenbewegung möglich und die Arbeit der Zylinder wird flexibler und punktgenau.
So können jetzt etwa Hydraulikpumpen maßgeschneidert gesteuert werden.

Die Wissenschaftler erwarten von der Neuentwicklung richtungsweisende Innovationen im Maschinenbau-Bereich. Der Markt für den neuen Sensor ist groß: Zu den exakten Messergebnissen kommt noch hinzu, dass der Einsatz der Magnetosensoren erheblich kostengünstiger ist.
Das Anwendungsfeld der Kolben-Sensoren erfasst sogar die Bionik; so können die intelligent steuerbaren Kolben auch den heute eher ruckartigen Gang von Robotern weich und fließend werden lassen.

Der Kolben-Sensor ist ein weiteres Ergebnis der Arbeit am Saarländischen Applikationslabor für MagnetoSensorik, kurz SAMS, das im Jahr 2000 seine Arbeit in der Saarbrücker Experimentalphysik am Lehrstuhl von Prof. Hartmann aufgenommen hat. Eingerichtet wurde SAMS vom saarländischen Wissenschaftsministerium. Hier soll das in die Wirtschaft transferiert werden, was zum Thema Magnetosensoren erforscht wird.
In der kurzen Zeit seines Bestehens kann das SAMS bereits mehrere bahnbrechende Entwicklungen vorweisen: Eine davon ist der Traffic-Sensor, der eine völlig neue Qualität der Verkehrsplanung und der Verkehrsleitsysteme ermöglicht und der mittlerweile in Serie gegangen ist.


Sie haben Fragen? Dann setzen Sie sich bitte
in Verbindung mit
Prof. Dr. Uwe Hartmann Tel: 0681 302-3798 oder -3799;
E-Mail: u.hartmann@mx.uni-saarland.de

Hochschul- Presseteam | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Dresdner Forscher drucken die Welt von Morgen
08.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie