Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Anti-Eis: Material hält Oberflächen frostfrei

17.11.2010
Nanostrukturen gegen vereisen von Straßen und Flugzeugflügel

Anzeige

Ingenieure an der Universität Harvard haben nanostrukturierte Materialien entwickelt, die Wassertropfen gar keine Chance lassen, anzufrieren. Selbst deutlich unter dem Gefrierpunkt bleiben Oberflächen somit eisfrei.


Anwendungspotenzial sehen die Forscher unter anderem bei Flugzeugflügeln, Stromleitungen und Autobahnen. Es handelt sich also um eine Anti-Eis-Technologie, die bei winterlichen Temperaturen eine klassische Enteisung mit Chemikalien, Heizsystemen oder Streusalz überflüssig machen könnte.

Eis höchstens lose

Ansätze, um Oberflächen zu enteisen, gibt es viele. "Wir wollten einen ganz anderen Weg gehen und Materialien finden, die das Entstehen von Eis durch Abstoßen von Wassertropfen verhindern", sagt Joanna Aizenberg, Professorin für Materialwissenschaften in Harvard. Um eine Eisbildung zu verhindern, haben die Forscher Anleihen bei der Natur genommen - speziell dem Prinzip, wie Wasserläufer dank vieler winziger Borsten ihre Füße trocken halten. Nach diesem Vorbild sind nanostrukturierte Materialien entstanden, die Eis keine Chance geben.

Bei Temperaturen bis hinab auf minus 30 Grad schaffen Wassertropfen nicht, an den speziellen Anti-Eis-Oberflächen tatsächlich anzufrieren. Ist es noch kälter, entsteht zwar eine Eisschicht. Allerdings haftet diese nur sehr schlecht. Der Kraftaufwand, um das Eis abzulösen, ist nicht einmal ein Zehntel dessen, der bei herkömmlichen Oberflächen nötig ist, so Aizenberg gegenüber Technology Review. Demnach kann sogar normale Luftbewegung ausreichen.

Wasserabweisendes Potenzial

Basis für die Entwicklung waren genaue Studien dazu, wie Eis auf kalten Oberflächen entsteht. Ein auftreffender Wassertropfen dehnt sich demnach aus und bildet die Basis für eine weitere Vereisung. Das Team hat dann Oberflächen mit verschieden großen Borsten, Wabenmustern und anderen Nanostrukturen untersucht, um optimal eisabweisende Eigenschaften zu erzielen. Die resultierenden Materialien sind "super-hydrophob" - so extrem wasserabweisend, dass ein Tropfen sich wieder in Kugelform zusammenzieht und von der Oberfläche fällt, eher er überhaupt gefrieren kann.

Der Materialwissenschaftlerin zufolge ist der Nanostruktur-Ansatz für diverse Materialien von Metallen bis Gummi geeignet. Somit könnten in Zukunft beispielsweise Flugzeugflügel oder auch der Straßenbelag Anti-Eis-Eigenschaften haben. Der Einsatz von umweltschädigenden Enteisungsmitteln oder Streusalz wäre in der Regel nicht mehr nötig. Die Forscher streben auch an, die Technologie zügig kommerziell umzusetzen. Allerdings ist Aizenberg zufolge noch nicht klar, was genau eine Anti-Eis-Oberflächenstruktur kosten wird.

Thomas Pichler | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.harvard.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Forschungsvorhaben zur Beeinflussung der Schmelzbaderstarrung erfolgreich abgeschlossen
25.05.2012 | FOSTA - Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V.

nachricht The use of acoustic inversion to estimate the bubble size distribution in pipelines
16.05.2012 | University of Southampton

Alle Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Kompass für Pollenschläuche - Forscher überwinden Barrieren für die Kreuzung von Pflanzenarten


Seit Jahrzehnten ist es ein Traum von Biologen und Pflanzenzüchtern auf der ganzen Welt: Der Genpool an Nutzpflanzen ließe sich wesentlich erweitern und verbessern, wenn die bestehenden Barrieren für die Kreuzung von Pflanzenarten überwunden werden könnten. Davon würde vor allem die Agrarwirtschaft profitieren.

Allerdings konnten die molekularen Grundlagen vieler Kreuzungsbarrieren und die Vorgänge bei der doppelten Befruchtung von Blütenpflanzen lange Zeit nicht untersucht werden. Viele Kreuzungsversuche schlugen fehl, weil es nicht gelang, das Wachstum des männlichen Pollenschlauchs (der die Spermazellen transportiert) zum weiblichen Eiapparat anzuregen.

Ein Forschungsteam der Universität Regensburg unter der Leitung von ...

Im Focus: Erster Einsatz für neuartiges Meeresbodenobservatorium


GEOMAR installiert MoLab an Kaltwasserkorallen-Riff vor Nordnorwegen

Morgen startet das Kieler Forschungsschiff POSEIDON vom norwegischen Bergen aus zu einer Expedition ins Europäische Nordmeer. An Bord befindet sich das neu entwickelte Ozeanboden-Observatorium MoLab. Die Wissenschaftler werden es erstmals für vier Monate an einem Kaltwasserkorallen-Riff vor Nordnorwegen installieren.

Bisher hatten Meeresforscher die Qual der Wahl, wenn sie komplexe Prozesse ...

Im Focus: Möglicher neuer Ansatz gegen Krebs im Frühstadium entdeckt


Zellen nutzen zur Kommunikation untereinander eine ganze Reihe an Proteinen. Darunter auch ein Zelloberflächenprotein, das in bestimmten Fällen die Entstehung von Krebs fördert, wie Berner Zellbiologen herausgefunden haben.

Schaltet man es aus, wird dadurch auch Krebs gehemmt oder gar verhindert. Da dieses Protein bereits in den ersten sich teilenden Krebszellen vorhanden ist, versprechen diese Ergebnisse völlig neue Ansätze zur Krebsbekämpfung in einem sehr frühen Stadium.

Prof. Eduardo Moreno und sein Team vom Institut für Zellbiologie der Universität Bern ...

Im Focus: Wie Magmafluss, Kristallwachstum und seismische Aktivität zusammenhängen


Autopsie einer Eruption
Forscher der RUB und aus Bristol berichten in Science

Wie die Vorgänge tief im Inneren von Vulkanen mit den an der Oberfläche gemessenen seismischen Daten zusammenhängen, berichten Forscher des Bereichs Petrologie der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Kollegen aus Bristol in der Zeitschrift Science. Sie analysierten das Wachstum von Kristallen in der Magmakammer und nutzten Aufzeichnungen der seismischen Aktivität. Die ...

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Forschungscampus caMPlusQ der Saarbrücker Materialwissenschaft und Werkstofftechnik eröffnet

25.05.2012 | Materialwissenschaften

Energieoptimiert Bauen

25.05.2012 | Architektur Bauwesen

NTU and I²R scientists invent revolutionary chipset for high-speed wireless data transfer

25.05.2012 | Informationstechnologie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Von Urheberrechtsfragen bis hin zur Cyberkriminalität und Wirtschaftsspionage

25.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Das zweite Leipziger Fachgespräch Feste Biomasse 2012 findet am 13. Juni statt

25.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Familie und Wissenschaft

25.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp