Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aus Altreifen entstehen Autoteile

20.02.2009
Mit Altreifenrecycling thermoplastische Elastomere produzieren

Weltweit türmen sich tonnenweise Altreifen in Deponien. Alleine in der EU wird ein Berg von rund drei Milliarden abgefahrenen Autoreifen vor uns hergeschoben. Die Altreifenberge stellen ein enormes Umweltproblem dar, da sich Gummi nach der Vulkanisierung nicht wieder verwerten lässt.

Einem innovativen Anlagenbauer ist es nun gelungen, Gummi aus Altreifen mit Kunststoff zu thermoplastischen Elastomeren (TPE) zu verarbeiten. TPE sind am weltweiten Markt stark nachgefragt. Bisher konnte der komplexe hochwertige Rohstoff jedoch nicht zufriedenstellend auf Altreifenbasis hergestellt werden.

Der Anlagenbauer hat in langjähriger Forschungstätigkeit ein patentiertes Verfahren zur Herstellung von TPE auf der Basis von Altreifen entwickelt. Hierbei werden bis zu 65% Gummimehl aus Altreifen mit Kunststoff und Additiven zu TPE verarbeitet.

In der ersten Produktionsstufe werden die Altreifen nach dem Prinzip der kryogenen Granulierung mit nachgeschalteter Feinvermahlung zu Gummimehl verarbeitet. Die im Reifen enthaltenen Stahl- und Gewebeanteile werden mehrstufig abgesondert, um ein hochreines Gummimehl für die folgenden Verarbeitungswege bereitzustellen (Reinheitsgrad 99,5 %, Korngrößen zwischen 0 und 450 µm). In einer zweiten Produktionsstufe wird das Gummimehl zu einem neuen TPE-Werkstoff veredelt.

Damit positioniert sich der Anlagenbetreiber zu einem Rohstofflieferanten für die kunststoffverarbeitende Industrie. Aufgrund der guten Werkstoffeigenschaften wird dieser Kunststoff in zahlreichen Branchen, insbesondere in der Automobilindustrie eingesetzt. Mit TPE können beliebige Formteile unter Anwendung aller gängigen Verfahren der thermoplastischen Verarbeitungstechnologie, wie Spritzgießen, Extrudieren, Kalandrieren oder Verschäumen produziert werden. Der hergestellte Werkstoff verfügt zudem über die gummielastischen Eigenschaften von Elastomeren, die ansonsten nur durch Vulkanisation erreicht werden können. Das so produzierte TPE-Granulat auf Gummimehlbasis ist ein preisgünstiger und qualitativ höherwertiger Ersatz für marktübliches TPE aus ölbasierten Rohstoffen.

Die Anlage unterscheidet sich grundsätzlich von den Anlagen bisheriger Reifenrecycling-Technologie, da sie nicht auf den Verkauf der von ihr erzeugten Gummimehle angewiesen ist. Vielmehr zielt sie auf den potenzialträchtigen Markt der thermoplastischen Elastomere und anderer Plastikkomponenten ab.

Bei Interesse stellt die Innovation Network Austria GmbH den Kontakt zum Technologieanbieter her oder vereinbart einen ersten Gesprächstermin. Das Projekt erfüllt alle Voraussetzungen für eine weltweite Vermarktung, d.h. Patentanmeldung, neue Technologie und internationaler Bedarf.

Franz Filzmoser | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://ww.inna.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften