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Alte, nicht mehr verwendbare Kleidung soll in Zukunft zu neuen Textilien wiederverwertet werden. Dieses Ziel verfolgt das europäische Projekt "Textiles for textiles" (T4T), an dem auch das Laser Zentrum Hannover (LZH) beteiligt ist.
Das von den Forschern entwickelte System verspricht sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile. "Altkleider, die sonst entsorgt werden müssten, werden zu neuem Garn verarbeitet" , berichtet der am Projekt beteiligte LZH-Wissenschaftler Johannes Stein im pressetext-Interview.
Die Hälfte aller Textilien, die in den Kästen der Altkleidersammlungen landen, können wegen ihres guten Zustandes problemlos weiter getragen werden. "Zwei Prozent kommt in die Second-Hand-Läden, der Rest geht nach Afrika oder Osteuropa", so Stein. Die verbleibende zweite Hälfte der bereits beschädigten Kleider wird zur Zeit noch zu niederwertigen Recycling-Materialien wie etwa Dämm- und Füllstoffe im Automobilbau wiederverwertet oder ganz entsorgt. "Ziel des Projektes ist es, aus diesen ungenutzten Alttextilien wieder neue Textilien entstehen zu lassen. Teilweise ist das bereits mit Erfolg gelungen", erklärt der Forscher.
Gerät vor Etikettenschwindel gefeit
Den ersten Schritt beim hochwertigen Recycling von Textilien aus Altkleidersammlungen stellt die Sortierung in Materialfraktionen dar. Hierzu soll eine automatische Textilsortieranlage aufgebaut werden, deren Herz eine vom LZH Hannover mit entwickelte Identifikationseinheit ist. Mit Hilfe des Reflektionsspektrums im sichtbaren und nahinfraroten Bereich werden dabei Farbe und Zusammensetzung der Stoffe erkannt. "Das erübrigt den Blick auf die Etiketten, die ohnehin nicht immer zuverlässig sind. Je nach Zielsetzung können so reine Textilien wie etwa 100-prozentige Baumwolle herausgefiltert und der Rest anderwärtig sortiert werden, oder man erlaubt eine gewisse Ungenauigkeit zugunsten der Schnelligkeit", so der LZH-Forscher.
Ist dieser Sortierprozess gelungen, kann die Weiterverarbeitung zu Rohmaterial für neue Textilien erfolgen. "Dabei wird das Ausgangsmaterial gewaschen, in einzelne Fasern aufgerissen, zu neuem, hochwertigen Garn versponnen. Dieses entfärbt man und färbt es je nach Bedarf neu ein", erklärt Stein. Die Qualität des auf diese Weise gewonnenen Garns liege etwas unter dem Ausgangsmaterial. "Die Fasern werden bei jedem Recycling-Prozess kürzer. Deshalb lassen sich neue Textilien möglicherweise nicht zu 100 Prozent aus Alttextilien fertigen. Unter ökologischen Gsichtspunkten wäre es aber schon ein großer Erfolg, wenn neue Textilien einen hohen Anteil Fasern aus Alttextilien enthalten".
Recycling spart Kosten und schont die Umwelt
Der Hannoveraner Forscher betont, dass das von der EU geförderten Projekt marktorientiert ist. "Die im Rahmen des Projekts entwickelte Sortieranlage,
soll einen wichtigen Baustein in der Prozesskette des Textilrecylings darstellen." Nach Projektende strebt das Konsortium eine gemeinsame Vermarktung der Technologie an. Der Mehrwert dieses Verfahrens zeigt sich besonders auch in ökologischer Hinsicht. "Die Herstellung von Baumwolle ist ein sehr energieaufwändiger Prozess. Eine Wiederverwertung von Alttextilien ist daher ein großer Schritt im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes."
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.lzh.de
Weitere Berichte zu: Altkleider-Verarbeitung > Altkleidersammlungen > Alttextilien > Ausgangsmaterial > Baumwolle > Faser > Laser Zentrum Hannover > LZH > Textil > Wiederverwertung
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