Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zusatzstoffe – nicht immer das Gelbe vom Ei

01.11.2011
Ernährungswissenschaftler der Universität Jena laden am 3. November zur 19. Fachtagung der Thüringer Sektion der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ein

Die Eier glücklicher Hühner haben im Frühjahr deutlich dunklere Dotter als im Winter. Diese jahreszeitliche Schwankung liegt am unterschiedlichen Futter der Tiere. Weil den Hühnern im Winter das frische Gras fehlt, bleichen die Dotter aus. Doch der Konsument möchte nicht auf die dunkleren Dotter verzichten, weil sie ihm eine höhere Qualität suggerieren.

„Die Farbe des Eidotters lässt sich über Zusatzstoffe in der Nahrung der Hühner beeinflussen“, sagt Prof. Dr. Gerhard Jahreis von der Universität Jena. Der Ernährungswissenschaftler lädt in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Thüringer Sektion der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) am Donnerstag (3. November) zur 19. Ernährungsfachtagung an die Friedrich-Schiller-Universität Jena ein. Als Thema wurde dieses Jahr gewählt: „Risiken durch Zusatzstoffe in Lebensmitteln.“

Derzeit gebe es gut 320 Zusatzstoffe, die innerhalb der EU amtlich zugelassen sind. Das heißt, sie sind getestet und als ungefährlich eingestuft worden, sagt Jahreis. Dennoch machen die Ernährungswissenschaftler auf potenzielle Gefahren aufmerksam. „Die Wechselwirkungen verschiedener Zusatzstoffe sind unzureichend erforscht“, sagt Gerhard Jahreis. Zudem könne es unvorhergesehene Reaktionen geben, wenn der Konsument beispielsweise Arzneimittel genommen hat, die mit den Zusatzstoffen im Essen reagieren.

Interessanterweise setzen manche Produzenten darauf, möglichst ganz auf Zusatzstoffe zu verzichten, sagt Jahreis. Er freue sich deshalb besonders auf den Vortrag von Holger Grentzebach vom Unternehmen „Star Foods Kreativteam“, das diesen Weg beschritten hat. Manche Zusatzstoffe – wie die Farbstoffe im Eidotter oder das Beta-Karotin in der Butter – täuschen dem Verbraucher eine höhere Qualität vor, andere dienen einfach dazu, vorgefertigte Lebensmittel haltbar zu machen, z. B. E300 (Ascorbinsäure, Vitamin C) oder E307 (Vitamin E). Dabei erfolgt eine „Zwangsvitaminisierung“. Das Dilemma für den Verbraucher besteht darin, aus Gründen der Bequemlichkeit oder der Zeitersparnis nicht ohne diese vorgefertigten Lebensmittel auszukommen. Bestes Beispiel: die Trockenmasse für Thüringer Klöße.

Ein weiteres Thema der Fachtagung sind Lebensmittel-Imitate, die der Verbraucher kaum noch als solche erkennen kann. „Es ist erstaunlich, was sich beispielsweise aus Algenextrakten oder mit Fleischfetzen alles herstellen lässt“, sagt Prof. Jahreis.

Die 19. Ernährungsfachtagung der DGE-Sektion Thüringen steht unter der Schirmherrschaft der Thüringer Sozialministerin Heike Taubert und wird finanziell vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit gefördert.

Die Tagung in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität beginnt am Donnerstag (3. November) um 9.30 Uhr. Interessenten können teilnehmen, das Tagungsbüro im Foyer zur Aula öffnet um 8.30 Uhr. Die Teilnahme ist gebührenpflichtig.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Jahreis
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Straße 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949610
E-Mail: b6jage[at]uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern
08.12.2017 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter
07.12.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit