Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zeitreise ins Jahr 2023 - Größte deutschsprachige Wirtschaftsinformatik-Tagung in Leipzig

27.02.2013
Mit neuen Geschäftsmodellen, praxisorientierten Lösungen wie IT aus der Steckdose sowie Visionen von der hochtechnisierten Lebenswelt im Jahr 2023 befassen sich etwa 800 Experten auf der "WI2013".
Die größte deutschsprachige Wissenschaftstagung der Wirtschaftsinformatik hat am Mittwoch (27.02.2013) an der Universität Leipzig begonnen. Zu dem hochrangigen Branchentreffen, das am 1. März endet und unter dem Leitthema "Individualisierung, Integration, Innovation" steht, werden Wissenschaftler, Doktoranden und Studierende aus dem In- und Ausland auf dem neu gestalteten Campus Augustusplatz der Alma mater erwartet. Die Konferenzreihe feiert mit der WI2013 ihr 20-jähriges Jubiläum.

"Die möglichst integrierte Unterstützung betrieblicher Aufgaben durch Informationstechnologie ist das Hauptziel der Wirtschaftsinformatik - wettbewerbsfähige Unternehmen können heute darauf nicht verzichten", sagt der Leiter des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig, Prof. Dr. Rainer Alt. Er leitet gemeinsam mit Prof. Dr. Bogdan Franczyk, Universitätsprofessor für Informationsmanagement, die WI2013. Mitveranstalter ist zudem das Institut für Angewandte Informatik an der Universität Leipzig sowie die beiden einschlägigen Fachverbände. Schirmherr der alle zwei Jahre veranstalteten Konferenz ist dieses Jahr der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

Aus insgesamt 415 für die Konferenz eingereichten Beiträgen haben über 700 Wissenschaftler die 106 besten ausgewählt. Die Verfasser präsentieren diese während der WI2013 und diskutieren sie anschließend mit dem internationalen Fachpublikum. "Die Themen bilden die Breite der Wirtschaftsinformatik-Forschung ab und liefern Erkenntnisse zum Einsatz neuer Informationstechnologien wie etwa Social Media, Cloud Computing oder Green IT", erklärt Alt. Dazu gehören beispielsweise der Einbezug des Kunden durch Open Innovation, Untersuchungen zu neuen Geschäftsmodellen oder Auswirkungen von Smartphones und App Stores. Die Veränderungen zeigen die Forscher anhand zahlreicher Branchen, beispielsweise dem Energiebereich, der Logistik oder der Finanzindustrie.

Professor Dieter Kempf, der Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) und Vorstandsvorsitzender der DATEV e.V., hat am Vormittag zur Eröffnung der Konferenz in seiner Keynote-Rede über "Die Rolle von ITK bei Industrie 4.0"
gesprochen. "Es ging darum, wie Informations- und Kommunikationstechnologien im Produktionsprozess eingesetzt werden können, um ihn schneller, stringenter und flexibler zu gestalten", sagt er. Als Beispiel nannte Kempf den Automobilbau, wo eine intelligente Kommunikation zwischen den Werkstücken und den Fertigungsrobotern oder den Lagerboxen und den Flurförderzeugen - etwa durch eingebaute RFID-Komponenten - Fehler verhindern, Fertigungsvorgänge beschleunigen und letztlich die Qualität deutlich verbessern könne. "Dazu braucht man viel Sensorik", berichtet er. Deutschland habe gerade in der elektrotechnischen Industrie, dem Maschinenbau und in der Automobilindustrie weltweit eine Spitzenstellung. Um diese zu halten und auszubauen, müssten die Stärken der industriellen Fertigung mit innovativer Rechnerintelligenz verknüpft werden.

Prof. Dr. Karl Kurbel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) leitet am Donnerstag eine Podiumsdiskussion zum Thema Cloud Computing: "Kommt Informationstechnologie künftig aus der Steckdose?" "Cloud Computing bedeutet im weiteren Sinne, dass sich Unternehmen und Privatpersonen nicht mehr eigene Hardware, Software und Netzwerke ins Haus stellen müssen. Stattdessen können sie die Informationstechnik gewissermaßen 'aus der Steckdose' beziehen, solange sie nur einen schnellen Internetanschluss haben", erklärt der Experte. Kleine Unternehmen und Startups profitierten davon in besonderem Maße, da die Investitionsbarrieren wegfallen.

Zu den Keynote-Rednern der Konferenz gehört auch der bekannte Leipziger Trendforscher Gábor Jánszky. In seinem Vortrag nimmt er am Donnerstag seine Zuschauer mit auf eine Zeitreise ins Jahr 2023 und erläutert die Rolle der Informationstechnologie in der Zukunft. Technologische Grundlage ist hierbei die tiefe Durchdringung des Alltags mit elektronischen Assistenzsystemen und automatisierten Targeting-Methoden und das Ergänzen der realen Welt durch virtuelle Tools an allen Orten. Dies führt zu einem Szenario des Jahres 2023, in dem Menschen sehr souverän die neuen Technologien nutzen, um den Alltag in der realen Welt effektiver zu gestalten.

Im Rahmen der WI2013 fand am Mittwoch das 1. Mitteldeutsche IT-Forum statt. Als Praxisforum richtet es sich an Unternehmensvertreter und bietet neben Vorträgen zu Themen der mitteldeutschen IT-Branche und IT-Trends auch eine Plattform für den Erfahrungsaustausch.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Rainer Alt
Institut für Wirtschaftsinformatik
Telefon: +49 341 97-33601
E-Mail: alt@wifa.uni-leipzig.de

Prof. Dr. Ing. Bogdan Franczyk
Institut für Wirtschaftsinformatik
Telefon: +49 341 97-33711
E-Mail: franczyk@wifa.uni-leipzig.de

Susann Huster | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.iwi.uni-leipzig.de
http://www.wi2013.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Wie Menschen wachsen
27.03.2017 | Universität Trier

nachricht Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE