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Wissenswandel durch Wiederholung

16.06.2014

Die Veränderung von Wissen durch Wiederholung ist das Thema der diesjährigen Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs 980 (SFB) „Episteme in Bewegung. Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die Frühe Neuzeit“.

Mitglieder des SFB und Gäste aus dem In- und Ausland gehen der Frage nach, wie es kommt, dass es in Institutionen, die sich die Konservierung und Weitergabe von Wissen zur Aufgabe gemacht haben, sich dennoch unablässig Wandelprozesse einstellen. Die Tagung mit dem Titel „Iteration and/as Transformation of Knowledge – Iteration und Wissenswandel“ findet vom 3. bis 4. Juli an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

Den öffentlichen Abendvortrag hält der Rechtshistoriker und frühere Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Dieter Simon. Er wird zeigen, wie das Recht schon allein dadurch, dass beständig Recht gesprochen wird, subtilen Wandelprozessen unterliegt. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird bis zum 20. Juni 2014 gebeten unter info@episteme.de.

Institutionen – wie Schulen, Akademien oder Universitäten – geraten normalerweise gerade nicht in den Blick, wenn es um Prozesse des Wissenswandels geht. Vielmehr ist es eine weithin geteilte Überzeugung, dass Wandel wenn, dann stets nur außerhalb dieser Kreativitätsblockierer stattfindet. Nun ist aber gerade dort, wo vermeintlich rigide und stur am Überkommenen festgehalten wird, stets auch Wandel feststellbar.

Ganz offensichtlich bringen also wiederholende Praktiken, die institutionelle Zusammenhänge stabilisieren sollen, zugleich auch Veränderung hervor. Dieses Zusammenspiel von Wiederholung und Veränderung wird im Rahmen der geplanten Tagung mit dem Begriff der „Iteration“ gefasst. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren das Phänomen anhand von Fallstudien, die vom Alten Ägypten bis zur Akademiebewegung des 17. Jahrhunderts reichen.

Die Tagung wurde von der Konzeptgruppe IV „Struktur und Wissenswandel“, die sich im Rahmen des SFB dem Verhältnis von Institutionengeschichte und Wissenstransfer widmet, konzipiert.

Der Sonderforschungsbereich 980 „Episteme in Bewegung“ hat seine Arbeit im Juli 2012 aufgenommen und vereint 20 Teilprojekte, die Wissenswandel und Wissenstransferprozesse in einen Zeitraum von der Alten Welt bis zur Frühen Neuzeit in globalgeschichtlicher Perspektive untersuchen. Der Forschungsverbund bindet zahlreiche sogenannte „Kleinen Fächern“ – von der Altorientalistik über die Ägyptologie bis zur Iranistik – ein. Kooperationspartner sind die Humboldt-Universität zu Berlin und das Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte. Sprecherin ist die Klassische Philologin Prof. Dr. Gyburg Uhlmann.

Zeit und Ort
3.–4. Juli 2014, Beginn: 3. Juli, 13:00 Uhr
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Eingang Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin-Mitte

Weitere Informationen
PD Dr. Anita Traninger, Leiterin der Konzeptgruppe IV „Struktur und Wissenswandel“, SFB „Episteme in Bewegung“,Freie Universität Berlin, Telefon: 030 838-55006, E-Mail: anita.traninger@fu-berlin.de

Weitere Informationen:

http://www.sfb-episteme.de

Dr. Nina Diezemann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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