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Wissenschaft trifft Wirtschaft: Polymerforscher tagen in Halle

06.09.2016

Moderne LED-Displays, selbstheilende oder besonders robuste Werkstoffe – die Einsatzmöglichkeiten für Polymere sind vielfältig. Über aktuelle Projekte in der Polymerforschung und deren mögliche wirtschaftliche Anwendung diskutieren vom 11. bis 13. September rund 150 internationale Wissenschaftler und Industrievertreter während einer Tagung im Melanchthonianum am Universitätsplatz. Organisiert wird die Veranstaltung von der Fachgruppe Makromolekulare Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und Chemikern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Polymere sind langkettige Moleküle, aus denen viele alltägliche Gegenstände bestehen, zum Beispiel Textilfasern, Verpackungsmaterial ­oder Seide. "Polymere der Zukunft sind smarte Polymere, die spezielle Eigenschaften und Funktionen haben", erklärt Prof. Dr. Dariush Hinderberger vom Institut für Chemie der MLU.

Damit die Stoffe genau die gewünschten Eigenschaften erhalten, muss die Struktur der zugrundeliegenden Bausteine verstanden und gesteuert werden können. Weltweit erforschen Wissenschaftler deshalb die Strukturbildung von Polymeren und deren Funktion. An der MLU arbeitet unter anderem der seit 2011 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sonderforschungsbereich "Transregio 102 - Polymere unter Zwangsbedingungen" in diesem Bereich.

Während der Tagung sprechen Forscher aus Deutschland, den Niederlanden und den USA über aktuelle Forschungsprojekte. Das thematische Spektrum der Vorträge reicht dabei von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung bis hin zu Anwendungsmöglichkeiten in der organischen Elektronik, der Medizin oder der Werkstoffwissenschaft. Organisiert wird die Veranstaltung unter der Leitung des halleschen Chemikers Prof. Dr. Wolfgang H. Binder.

Im Rahmen der Tagung werden auch drei hochrangige Preise vergeben: Den mit 7.500 Euro dotierten Hermann-Staudinger-Preis für Graphen-Polymerchemie erhält in diesem Jahr Prof. Dr. Klaus Müllen vom Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz. Die beiden mit jeweils 5.000 Euro dotierten Reimund-Stadler-Preise gehen an die beiden Nachwuchswissenschaftler Dr. Michael Sommer von der Universität Freiburg und Dr. Frederik R. Wurm vom MPI für Polymerforschung in Mainz.

Die GDCh gehört mit über 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Die Fachgruppe Makromolekulare Chemie hat etwa 1.200 Mitglieder. Sie wurde vor 66 Jahren gegründet und vereinigt Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungsinstituten und der Industrie.

Tagung: "Polymers: from Structure to Function"
11. bis 13. September 2016
Melanchthonianum
Universitätsplatz 9, 06108 Halle (Saale)

Die Begrüßungsveranstaltung und Preisverleihungen finden am Sonntag, 11. September, ab 16 Uhr im Stadthaus am Marktplatz 2 in Halle statt.

Weitere Informationen:

http://www.gdch.de/makro2016

Tom Leonhardt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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