Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirtschaftsschutztag: Behörden warnen vor Wirtschaftsspionage in mittelständischen Unternehmen

07.04.2011
Maßnahmen zum Schutz vor Wirtschaftsspionage und Ausspähung haben die rund 130 Teilnehmer des Wirtschaftsschutztages 2011 Berlin-Brandenburg am heutigen Donnerstag an der Beuth Hochschule für Technik erörtert. Gerade bei innovativen mittelständischen Unter-nehmen gebe es auf diesem Feld große Lücken, warnten Experten der Verfassungsschutzbehörden Brandenburgs und Berlins sowie der Beuth Hochschule für Technik.

Winfriede Schreiber, Leiterin des brandenburgischen Verfassungsschutzes, erklärte, dass verschiedene Studien belegten, dass jede dritte Firma in Deutschland bereits einmal Opfer eines Spionageangriffs geworden sei. Vor diesem Hintergrund sei es besorgniserregend, wie fahrlässig manche Unternehmen noch immer mit Ihren Firmengeheimnissen und wettbewerbsrelevanten Informationen umgingen. „Jeder Unternehmer muss begreifen, dass Investitionen für Informationssicherheit nicht unproduktive Kosten sind, sondern letztlich der Zukunftssicherung des Unternehmens dienen“, forderte Schreiber.

Die Leiterin des Berliner Verfassungsschutzes Claudia Schmid appellierte an die Wirtschaft der Hauptstadtregion, die Gefahr der Wirtschaftsspionage ernst zu nehmen. „Länder wie China oder Russland nutzen die ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen in deutschen Unternehmen gezielt aus, um auf diese Weise an sensible Firmendaten zu gelangen.“ Die Folgen für betroffene Unternehmen seien Reputationsverlust und zum Teil immense wirtschaftliche Schäden, warnte Schmid.

Herbert Kurek, Referatsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz und Referent der Fachtagung, erläuterte, dass sich verschiedene Staaten sogar ganz offen zur Wirtschaftsspionage bekennen und sie als legitimen Bestandteil des eigenen wirtschaftspolitischen Entwicklungspläne betrachten. Die Angreifer hätten es dabei vor allem auf neue Technologien und Produktideen innovativer Unternehmen abgesehen. „Leider stellen sich viele Firmen noch immer nur unzureichend auf die Gefahren ein und werden so leicht zu Opfern von Know-how-Diebstahl.“

Der Präsident der Beuth Hochschule für Technik, Prof. Dr.-Ing. Reinhard Thümer, unterstrich die Notwendigkeit, Wissen und andere sensible Informationen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen nachhaltig zu schützen: „Wissenschafts- und Wirtschaftsspionage hat sich in den letzten Jahren zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt. Die notwendige Vernetzung und Internationalisierung des Wissenschaftsbetriebs beschleunigt diesen Trend zusehends.“ Professioneller Informationsschutz geistigen Eigentums müsse gerade in der Hauptstadtregion mit ihrem wegweisenden Einfluss einen festen Platz haben. Schließlich gebe es hier die deutschlandweit höchste Dichte an Forschungseinrichtungen.

Neben einer breiten Debatte über Ausspähszenarien und Sicherheitsstandards in mittelständischen Unternehmen befassten sich die Teilnehmer der Tagung mit Fragen effektiver Verschlüsselungstechnologien und Maßnahmen zur Lauschabwehr sowie Möglichkeiten des technischen und nicht-technischen Informationsschutzes.

Kontakt: Prof. Dr. Alexander Huber, Tel. 030-4504-5247,
E-Mail: a.huber@beuth-hochschule.de

Monika Jansen | idw
Weitere Informationen:
http://www.beuth-hochschule.de/wirtschaftsschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie