Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Winzer und Weinbauexperten Deutschlands treffen sich in Cottbus

22.06.2009
Im Rekultivierungsbereich des Tagebau Welzow-Süd wachsen seit 2005 die ersten Rebstöcke, deren Früchte bislang fast 900 Flaschen Wein erbrachten. Dies hat in Medien und Öffentlichkeit seit der ersten Weinlese 2007 großes Interesse geweckt.

Denn Weinbau ist im nördlichen Deutschland nicht alltäglich. Dabei gab es schon im 12. Jahrhundert Weinbau in Brandenburg, weshalb sich das ANFOREK-Projekt (Anwendungsorientiertes Forschungsvorhaben zur Optimierung von Rekultivierungsmaßnahmen in der Vattenfall Europe Mining AG) zwischen dem Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung der BTU und dem Energiekonzern Vattenfall Europe Mining die Wiederbelebung dieser jahrhundertealten Weinbaukultur Brandenburgs und der Niederlausitz seit 2004 zur Aufgabe gemacht hat. Hierzu wurde im Jahr 2005 eine 0,25 Hektar große Versuchsfläche mit den Rebsorten Ortega, Merzling (beide weiß) und Rondo (rot) im Tagebau Welzow-Süd angelegt.

Vom 26. bis 27. Juni 2009 findet an der BTU Cottbus das 2. Brandenburger Weinbausymposium mit dem Titel "Auswirkungen der Reform der EU-Gesetzgebung auf den Weinbau in Deutschland und Ökologischer Weinbau" statt, zu welchem alle Interessierte herzlich in das Audimax-Gebäude, Hörsaal A, eingeladen sind.

Das Ziel des Symposiums ist es, in einem Schwerpunkt auf veränderte rechtliche Rahmenbedingungen seitens der EU, welche auch auf die jungen Weinbaustrukturen Brandenburgs Auswirkungen haben, hinzuweisen und in einem weiteren, Möglichkeiten und Grenzen des ökologischen Weinbaus in Deutschland und Europa darzustellen.

Für 2010 ist die Etablierung eines wirtschaftlich eigenständigen Weinbaubetriebes in der Größenordnung von 6 ha auf dem Wolkenberg in Welzow-Süd geplant. Hier sollen im nächsten Jahr vier Weißwein- und zwei Rotweinsorten mit über 25.000 Reben gepflanzt werden, hiermit können in der Vollertragsphase dieser Anlage etwa 50.000 Flaschen Wein produziert werden. In enger Zusammenarbeit der beiden Partner, BTU und Vattenfall Europe Mining, mit dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLUV) in Potsdam und dem Netzwerk Weinbau Brandenburg, ist es gelungen, die für dieses Vorhaben notwendigen Rebrechte zu erlangen.

Neben einem breit angelegten Vortragsprogramm wird eine Exkursion an Weinbaustandorte in Welzow-Süd, Jerischke, Grano und Neuzelle und eine Verkostung Brandenburger Weine angeboten.

Hintergrund

Die Jahrhunderte alte Tradition des Weinbaus in Brandenburg (Ersterwähnung 1133) ist bislang wenig bekannt und erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance. Diese begann im Jahr 1985 mit der Aufrebung des "Wachtelberges" in Werder und wurde in den 90-er Jahren durch die Revitalisierung historischer Weinberge fortgeführt. Einen besonderen Impuls bekam die Entwicklung im Jahr 2008 durch die weitere Zuteilung von 15 ha Neupflanzrechten aus der Rebrechtereserve des Landes Rheinland-Pfalz. Dies führte zu einer Verdoppelung der Anbaufläche, somit sind nun auch die Grundlagen für die Schaffung von Anlagen mit wirtschaftlich relevanter Betriebsgröße gegeben.

Am Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung der BTU sind sich die Wissenschaftler sicher, dass die Bergbaufolgelandschaften unter bestimmten Rahmenbedingungen gute Voraussetzungen für den Weinanbau bieten, da hier die Geländegestaltung und die Eigenschaften der verwendeten Substrate durch gezielte Auswahl und Mischung gestaltet werden können. "Der Weinbau stellt in der Rekultivierung der Braunkohletagebaue im Lausitzer Revier eine interessante Ergänzung für die innovative Gestaltung einer Landschaft nach dem Bergbau dar. Gerade der aktive Bergbau eröffnet neuartige Möglichkeiten für die technologische Umsetzung solcher Vorhaben, da über die gezielte Abraumschüttung der Weinberg, zum Beispiel mit einer optimalen Ausrichtung bezüglich der Sonneneinstrahlung und einer gezielten Auswahl der verwendeten Substrate, errichtet werden kann", sagt Uwe Zeihser, für das Projekt verantwortlicher Mitarbeiter an der BTU.

Die erste Weinlese erbrachte im Jahr 2007 71 Flaschen von der Weinbergversuchsanlage. Dieser wurde während einer Verkostung im Mai 2008 auf der Versuchsanlage mit großem Erfolg der Öffentlichkeit präsentiert. Die geringe Menge konnte natürlich nicht das vorhandene Interesse befriedigen. Aber auch das Ergebnis der Lese 2008 lässt, trotz der erbrachten ca. 800 Flaschen Wein, befürchten, dass es auch dieses Mal nicht gelingen wird, der Nachfrage gerecht zu werden.

Programm des 2. Brandenburger Weinbau-Symposiums an der BTU
26.06.2009- 27.06.2009
10.00 - 10.15: Grußwort: Prof. Dr. h.c. Zimmerli, Präsident BTU Cottbus
10.15 - 10.45: Eröffnungsvortrag Gastprof. Dr. Thomas Raab, BTU Cottbus
10.45 - 11.30: Vortrag: "Weinmarktordnung 2009, Auswirkungen auf den Weinbau in Deutschland" Walter Reinick, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr,Landwirtschaft und Weinbau Rheinland Pfalz

11.30 - 12.15: Vortrag: "Reform des EU-Pflanzenschutzrechtes und Auswirkungen auf den deutschen Weinbau" Heinrich Hofmann, Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim

12.15 - 12.45 Diskussion

12.45 - 13.30 Mittagspause

13.30 - 14.30: Vortrag: "Möglichkeiten und Grenzen des ökologischen Weinbaus in Deutschland und Europa" Prof. Dr. Randolf Kauer,Forschungsanstalt Geisenheim

14.30 - 15.15: Vortrag: " Alte Sorten - Genresourcen und Chancen im modernen Weinbau - Betrachtungen im Licht des Klimawandels der letzten 2000 Jahre Andreas Jung, Büro für Rebsortenkunde und Klonzüchtung Lustadt

15.15 - 15.45 Kaffeepause

Vorstellung der Weinbaustandorte

15.45 - 16.15: Vortrag: "Stand der Erstellung des Landschaftsbauwerkes "Wolkenberg" mit Weinhang" Uwe Krohn, Vattenfall Europe Mining and Generation AG

16.15 - 16.35 Vortrag: "Vorstellung Weinberg Jerischke" Hubert Marbach, Winzer Jerischke

16.35 - 16.55 Vortrag: "Vorstellung Weinberg Grano" Helmut Moelle, Weinbauverein Guben

16.55 - 17.20 Vortrag: "Vorstellung Weinberg Scheibe, Kloster Neuzelle"
Hans-Wilhelm Richter, stellv. Vorsitzender des Vereines der Klosterwinzer Neuzelle,

Ausblick und Schlusswort

18.00 Empfang in der Brasserie der BTU mit Buffet

Samstag, 27.Juni 2009 - EXKURSION
Anmeldung erforderlich: E-Mail: zeihser@tu-cottbus.de od. Tel.: 0176 89018309
9.00 Uhr Abfahrt Audimax der BTU Cottbus Wolkenberg Weinbauversuchsanlage Welzow - Süd

12.00 Uhr Weinberg Jerischke Imbiss auf dem Weinberg

14.30 Uhr Weinberg "Scheibe" Kloster Neuzelle Besichtigung barocke Klosterkirche Neuzelle

16.30 Uhr Weinberg Grano Verkostung von Weinen der Region

gegen 19.30 Uhr Ankunft in Cottbus Audimax

Dr. Marita Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-cottbus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise