Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Win-Win-Situation für Klimapolitik und Beschäftigung

05.11.2009
Am 5. und 6. November treffen sich im Hotel Hilton am Gendarmenmarkt in Berlin internationale Experten, um neue Ansätze zur ökonomischen Modellierung globaler Krisen und ihrer Bewältigung weiterzuentwickeln. Bisherige Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Klimapolitik einen substantiellen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit leisten kann.

Die neuen Modellierungs-Ansätze zeigen, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren zwei Pfade einschlagen kann: Auf dem einen wächst die Wirtschaft mit rund einem Prozent pro Jahr, die Arbeitslosenrate verharrt bei rund acht Prozent und die Treibhausgasemissionen sinken um etwa ein Prozent pro Jahr – viel zu wenig, um das Zwei-Grad-Ziel der internationalen Gemeinschaft und der Bundesregierung zu erreichen.

Auf dem anderen beträgt das Wirtschaftswachstum rund drei Prozent, die Arbeitslosenrate sinkt auf rund vier Prozent und die Treibhausgasemissionen sinken um etwa drei Prozent pro Jahr. Das ist die Rate, die nötig ist, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.

Auf dem ersten Pfad führt Klimapolitik zu einem Interessenkonflikt zwischen Beschäftigung und Klimaschutz, auf dem zweiten entsteht eine Win-Win-Situation, bei der Klimapolitik die Beschäftigung steigert. Welcher der beiden Pfade realisiert wird, hängt von der Entwicklung der Investitionen ab, und diese sind durch geeignete Anreize beeinflussbar.

Zu den Teilnehmern der Konferenz gehört Terry Barker von der University of Cambridge, der Hauptautor der Studie zur globalen Klimapolitik, die Tony Blair dieses Jahr vor der Uno vorgestellt hat. Danach kann Klimapolitik auch im globalen Rahmen so gestaltet werden, dass sie eine Win-Win-Situation ergibt. Die Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, die in diesem Jahr in Kopenhagen abgeschlossen werden sollten, werden aber gegenwärtig vor allem als Bewältigung von Interessenkonflikten geführt. Nicht die Verwirklichung gemeinsamer Chancen, sondern ein Schwarzer-Peter-Spiel mit nationalen Kosten steht im Vordergrund.

Zu dieser unfruchtbaren Verhandlungssituation tragen ältere ökonomische Modelle bei, die die Komplexität der heutigen Welt systematisch unterschätzen. David Colander vom britischen Middlebury College, der an der Konferenz teilnimmt, hat diesen Mangel weitverbreiteter Modelle bereits vor dem US-amerikanischen Kongress erläutert.

Zu den Teilnehmern gehört ebenfalls Mauro Gallegati von der italienischen Università Politecnica delle Marche, der von der Europäischen Zentralbank eingeladen wurde, zu erläutern, wie herkömmliche ökonomische Modelle die Komplexität der globalen Finanzmärkte unterschätzt haben, und wie dieser Mangel mit neuen Ansätzen behoben werden kann.

Die Konferenz setzt Forschungen fort, die vor einem Jahr auf einer Dahlem-Konferenz über Mathematik und Sozialwissenschaften entwickelt wurden, und die inzwischen international breit diskutiert werden. In Deutschland sind daran insbesondere Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel und des Instituts für Makroökonomie in Düsseldorf beteiligt. Die Konferenz wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie durch das europäische Forschungsnetzwerk „Global Systems Dynamics“ unterstützt.

Ansprechpartner:

Elke Henning
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
E-Mail: elke.henning [at] pik-potsdam.de
Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Das PIK untersucht aktuelle Fragestellungen in den Bereichen Globaler Wandel, Klimawirkung und Nachhaltige Entwicklung. Das 1992 gegründete Institut gilt weltweit als Pionier der interdisziplinären Forschung auf diesem Gebiet. Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler erforschen gemeinsam, wie sich das System Erde verändert, welche ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen der Klimawandel hat und welche Strategien für eine nachhaltige Entwicklung angemessen sind.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die PIK-Pressestelle:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 331 288 25 07
Fax: +49 331 288 25 70
E-Mail: presse@pik-potsdam.de
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V.
Telegraphenberg A 31
Postfach 60 12 03
D-14412 Potsdam

Elke Henning | PIK Potsdam
Weitere Informationen:
http://www.pik-potsdam.de
http://www.European-Climate-Forum.net

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht „Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg
25.04.2017 | Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

nachricht Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle
25.04.2017 | Optence e.V. - Kompetenznetz Optische Technologien Hessen/Rheinland-Pfalz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen