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Wie Algorithmen unsere Meinung beeinflussen

15.05.2017

Medienrechtliche Gespräche am 22. Mai an der Universität Jena zur Frage: Der digitale Mensch auf dem Weg zur gläsernen Marionette?

Der Trend ist deutlich: Digitale Medien beeinflussen immer stärker die öffentliche Meinungsbildung. Algorithmen können Interessen und Vorlieben von Nutzern erkennen – und sind lernfähig. Dadurch können Informationen gezielt an einzelne Nutzer oder Nutzergruppen gerichtet werden. Zugleich werden Informationen, die der Algorithmus als uninteressant einstuft, möglicherweise von Nutzern ferngehalten: Es entstehen „Informationsblasen“.


Wie digitale Medien immer stärker die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen, ist Thema der Jenaer Medienrechtlichen Gespräche, die am 22. Mai an der Universität Jena stattfinden.

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

„Maschine Macht Meinung“

Diese Entwicklungen beeinflussen nicht nur die Medien, sondern erfordern auch ein Nachdenken über die Wirkungsweise der gesellschaftlichen und politischen Meinungsbildung in der digitalisierten Welt. Das Recht bleibt hiervon nicht unberührt.

Das technische, rechtliche und politische Umfeld wollen die Jenaer Medienrechtlichen Gespräche analysieren, die am 22. Mai an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) stattfinden. Unter dem Titel „Maschine Macht Meinung – Der digitale Mensch auf dem Weg zur gläsernen Marionette?“ laden der Uni-Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht sowie die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) die interessierte Öffentlichkeit zur Diskussion mit Wissenschaft und Politik ein.

Im digitalen Umfeld wandelt sich auch die redaktionelle Tätigkeit. Bereits heute ist es möglich, einige Medieninhalte automatisch zu generieren. Wohin der Trend geht oder zumindest gehen könnte und was bereits technisch machbar ist, das soll bei den Medienrechtlichen Gesprächen dargestellt werden. Dabei wird auch der Einfluss von sog. „Social Bots“ diskutiert.

Solche „Computerwerkzeuge“ ermöglichen es, in automatisierter Form Themen online zu platzieren und Diskussionen zu lenken. Wie beeinflusst dies die politische Meinungsbildung? Welche Chancen und Risiken gehen damit einher? Wie verändert die technische Entwicklung die Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern? In die wissenschaftliche Diskussion dieser Themen werden auch Vertreter aus der Thüringer Politik einbezogen.

Wer verantwortet den Beitrag des Computers?

Wie die Meinungen in Zukunft gebildet, aber auch manipuliert werden können, ist eine der Grundfragen der öffentlichen Veranstaltung. Für die gastgebenden Juristen stehen die rechtlichen Fragen, die sich aus den digitalen Möglichkeiten ergeben, besonders im Blickpunkt. Wer ist verantwortlich für automatisiert erstellte Inhalte und Beiträge? Gelten besondere rechtliche Anforderungen? Sind automatisierte Äußerungen mit Hilfe von „Social Bots“ von der Meinungsfreiheit umfasst? Dies sind nur einige der aktuellen Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt.

„Demokratie funktioniert ohne Medien nicht“, betont Mitorganisator Prof. Dr. Christian Alexander von der Universität Jena. Der technische Wandel der Medien hat möglicherweise auch Auswirkungen auf das Demokratieverständnis. Somit sind die diesjährigen Jenaer Medienrechtlichen Gespräche nicht nur für Juristen und Journalisten interessant, sondern für die breite Zivilgesellschaft.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, um eine Anmeldung bis 18. Mai wird gebeten. Weitere Informationen und die Anmeldung sind zu finden unter: www.rewi.uni-jena.de/Medienrecht.

Kontakt (an der FSU):
Prof. Dr. Christian Alexander
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3
07743 Jena
Tel.: 03641 / 942100
E-Mail: ls-alexander[at]uni-jena.de

Weitere Informationen:

http://www.rewi.uni-jena.de/Medienrecht - Weitere Informationen und die Anmeldung zu den Jenaer Medienrechtlichen Gesprächen

Axel Burchardt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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