Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wem gehören Künstliche Intelligenz und Robotik?

07.11.2016

Die Bremer Universitäts-Gespräche am 10. und 11. November 2016 mit dem Thema „Cognition-enabled Robotics: Democratising a Disruptive Technology“ beschäftigen sich mit der strategischen Relevanz von Künstlicher Intelligenz und Robotik für unsere Gesellschaft.

Noch ist die Nachricht nicht überall durchgedrungen: IBM, Amazon, Google, Facebook und Microsoft, fünf der größten IT-Firmen der Welt, bildeten im September ein Konsortium, um in der Künstlichen Intelligenz (KI) – nach ihren eigenen Angaben - „einen signifikanten Schritt vorwärts zu machen“ und ethische und gesellschaftliche Auswirkungen der KI-Technologien zu erforschen. Das Konsortium, das sich „Partnerschaft in der KI zum Wohle der Bevölkerung und Gesellschaft“ nennt, will die großen und schwierigen Probleme der heutigen Gesellschaft mittels KI-Technologien gemeinsam lösen.


Das von Michael Beetz geleitete KI-Labor der Universität Bremen gehört zu den führenden Robotik-Forschungszentren Europas.

Foto: AG Künstliche Intelligenz / Uni Bremen

Der japanische Telekom-Riese Softbank hatte sich bereits vor einem Jahr durch den Zukauf der französischen Firma Aldebaran die Technologie der humanoiden Roboter in sein Portfolio geholt. Diesen Sommer wurde für 29 Milliarden Euro der britische Chip-Designer ARM übernommen, um im Internet der Dinge aktiv zu werden. Außerdem hat das Unternehmen gemeinsam mit Saudi-Arabien vor wenigen Tagen mit 100 Milliarden Euro den weltgrößten Technologiefonds aufgelegt.

Warum ist dieser Zusammenschluss der IT Riesen aus den USA oder die japanisch-saudische Kooperation mit den einhergehenden hohen Investitionen in die KI und Robotik für uns in Europa, und auch für Bremen, das als ein bedeutsames Zentrum der KI und Robotik gilt, von größter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung?

Kombination von KI und Robotik ist gesellschaftlich richtungsweisend

Robotik und KI erleben zurzeit – nach einer langen Anlaufzeit in der Forschung – insbesondere durch kommerzielle Unternehmen eine Goldgräberstimmung. Autonome Fahrzeuge, Roboter, die mit Menschen zusammen arbeiten, die Analyse riesiger Bestände von Kundendaten, um nur einige Beispiele zu nennen, versprechen einen Boom neuartiger Produkte und Dienstleistungen. Märkte mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten sind entstanden, Investoren suchen händeringend Start-ups mit interessanten Ideen. In den USA und Asien beträgt das Venture Capital für Robotik und KI das Zehnfache dessen Deutschlands, wobei Universitäten dort häufig exklusiv für Unternehmen mit den größten Wachstumschancen arbeiten.

Die Bremer Universitäts-Gespräche (BUG) mit dem Thema „Cognition-enabled Robotics: Democratising a Disruptive Technology“ nehmen sich dieses brandaktuellen Topthemas an. Eine hochkarätig besetzte Runde von 40 Vertreterinnen und Vertretern aus der internationalen Wissenschaft und Wirtschaft wird am 10. und 11. November 2016 darüber beraten, mit welchen Aussichten wir noch konkurrieren können. Wie können unter solchen Voraussetzungen Wissenschaftler, kleine und mittelständische Unternehmen und die Forschungs- und Innovationspolitik ein Technologiefeld, das von hohen Investitionen geprägt wird, erfolgreich und nachhaltig mitgestalten? Sicher ist, dass die Kombination von Künstlicher Intelligenz und Robotik richtungsweisend für gesellschaftliche Entwicklungen sein wird: Während intelligente Roboter die internationalen Arbeitsmärkte tiefgreifend verändern, sind viele Fragen zur Zukunft der Arbeit, zu gesellschaftlichen Konsequenzen und letztlich auch zur Verteilung der Erlöse aus „Roboterarbeit“ noch völlig ungeklärt und werden kontrovers diskutiert.

Es wird ein offenes System für KI-basierte Robotik benötigt

Professor Michael Beetz, gemeinsam mit Professor Andreas Birk Koordinator der Konferenz, sieht die erfolgversprechendste Antwort auf die Konzentration der Forschung in den Händen weniger IT-Giganten im Aufbau einer Interessengemeinschaft von Forschern und Unternehmern, die offene Standards, Software nach dem Open-Source-Prinzip und einen möglichst großen Pool in verschiedensten Anwendungen flexibel einsetzbarer Verfahren entwickeln und sich gegenseitig zur Verfügung stellen. Ob Robotik in der Landwirtschaft oder unter Wasser, in der Offshore-Industrie, ob im produzierenden Gewerbe oder in der Pflege – „wir benötigen ein „Linux“ für die KI-basierte Robotik“, so der renommierte Professor an der Universität Bremen. Ähnlich dem Betriebssystem Linux, das von freiwilligen Software-Entwicklern in der Form frei zugänglicher Programmen realisiert wurde und sich in weiten Bereichen gegen kommerzielle Betriebssysteme durchgesetzt hat, sei es erforderlich, ein „offenes System auch für die KI-basierte Robotik“ zu entwickeln.

In den Bremer Universitäts-Gesprächen 2016 sollen dafür, so die Koordinatoren Michael Beetz und Andreas Birk, gemeinsame Strategien entwickelt und die Initiative für ein Netzwerk unterstützt werden. Ziel ist es, die Entwicklung von KI und Robotik zum Nutzen möglichst vieler Menschen als Gemeinschaftswerk zu organisieren und den Zugang zu den Informationen offen zu halten.

Hintergrund:

Die Bremer Universitäts-Gespräche finden dieses Jahr zum 29. Mal statt. Sie werden finanziert von der Wolfgang-Ritter-Stiftung. Die Koordination liegt in den Händen von Prof. Dr. Michael Beetz (Universität Bremen) und Prof. Dr. Andreas Birk (Jacobs University Bremen). Das Programm ist zu finden auf: www.uni-bremen.de/fileadmin/user_upload/single_sites/bug/BUG_2016/130951_programmheft_2016_v4.pdf.
Die Grußworte halten Prof. Dr. Helge Bernd von Ahsen, Vorstandsmitglied der Wolfgang-Ritter-Stiftung und Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, Bremer Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Die Eröffnungsveranstaltung am 10. November 2016 um 18 Uhr mit dem Festvortrag „The Grammar of Action and Thought” von Prof. Dr. Yiannis Aloimonos, Institute for Advanced Computer Studies, University of Maryland (USA), in der Stadtwaage Bremen ist öffentlich. Die Teilnahme an der Konferenz am 11. November 2016 ist nur auf Einladung möglich.

Achtung Redaktionen: Die Teilnahme für die Medienvertreterinnen und -vertreter ist nach vorheriger Anmeldung (E-Mail: christina.jung@vw.uni-bremen.de) möglich. Die Organisatoren und Experten werden am 11. November 2016 auf Anfrage für Interviews zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Dr. Christina Jung
Tel.:0421-218-60336
E-Mail: christina.jung@vw.uni-bremen.de
http://www.uni-bremen.de/fileadmin/user_upload/single_sites/bug/BUG_2016/130951_programmheft_2016_v4.pdf

Eberhard Scholz | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit
24.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics