Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit führende Schilddrüsenforscher tagen in Bremen

09.12.2014

Mehr als 100 Schilddrüsen-Experten aus der ganzen Welt haben sich vom 5. bis 7. Dezember 2014 an der Jacobs University in Bremen zur „First International Conference of Thyroid Trans Act“ getroffen. Im Fokus der Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen stand dabei die Wirkung von Schilddrüsenhormonen. Veranstaltet wurde die Tagung von dem Schwerpunktprogramm „Thyroid Trans Act“, dem ersten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Schilddrüsenkonsortium.

Ziel der Teilnehmer aus Europa und den USA war es, sich über die neuesten Ergebnisse der Schilddrüsenforschung zu informieren und auszutauschen. Dabei war die Bandbreite der Themen groß. Es gab unter anderem Vorträge zu neuartigen Schilddrüsen-Hormonen und ihrer Wirkung, zur Hormonanalytik sowie zu möglichen zukünftigen Therapieformen.

„Ich freue mich, dass die weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Schilddrüsenhormonwirkung die Einladung des „Thyroid Trans Act“ Konsortiums nach Bremen angenommen und die aktuellen Entwicklungen in der Forschung in so offener Weise mit uns diskutiert haben“, sagte Prof. Dr. Klaudia Brix, Professorin für Zellbiologie an der Jacobs University.

Das „Thyroid Trans Act“ Schwerpunktprogramm wurde gemeinsam von Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer, Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universitätsklinikum Essen (UK Essen), Prof. Dr. Heike Biebermann vom Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie an der Berliner Charité, und Prof. Dr. Klaudia Brix initiiert und wird seit 2012 von den drei Wissenschaftlerinnen koordiniert. Schilddrüsen-Erkrankungen zählen zu den Volkskrankheiten. Etwa jeder dritte Erwachsene ist in Deutschland davon betroffen.

„Mit der Erforschung der neuen Schilddrüsenhormone und den neuen Wegen in der Schilddrüsenhormonwirkung wird es zukünftig möglich sein, Patienten mit hohem Risiko früher zu diagnostizieren und langfristig auch besser zu therapieren. Wir sehen hier einen Paradigmenwechsel. Dieser könnte insbesondere für häufige Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Knochen- und des Fettstoffwechsels sowie Depressionen wichtig sein“, erläuterte Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer den Hintergrund des DFG-Schwerpunktprogramms.

Ein besonderes Merkmal von „Thyroid Trans Act“ ist die translationale Forschung. Das bedeutet, dass grundlagenwissenschaftliche Ergebnisse schon sehr bald aus dem Labor heraus und in den Kliniken zur Anwendung kommen. „Wichtig ist uns vor allem auch die Beteiligung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Hier freut es uns besonders, dass unter den jungen Wissenschaftlern bereits nach zwei Jahren ein intensiver Wissens- und Methodenaustauch sowie eine enge Zusammenarbeit stattfindet“, so Prof. Dr. Heike Biebermann.

Über „Thyroid Trans Act“
Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1629 „Thyroid Trans Act“ befassen sich Klinikärzte und Grundlagenwissenschaftler mit der Wirkung von Schilddrüsenhormonen im menschlichen Körper. Es ist das erste Konsortium zur Schilddrüsenforschung, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtet wurde. Übergreifendes Ziel ist es, neue Konzepte zur Prävention und Therapie von Schilddrüsenhormon-abhängigen Erkrankungen zu entwickeln. Denn Schilddrüsenhormone beeinflussen den gesamten Organismus und somit das Herz, den Kreislauf oder den Stoffwechsel. Weil einige dort produzierte Hormone nicht bekannt oder ausreichend erforscht sind, ist es häufig schwierig, Krankheiten richtig zu deuten und oder gar vollständig zu erkennen. Darum ist es entscheidend, neue Erkenntnisse so schnell wie möglich in die tägliche Arbeit der Ärzte zu überführen.

Folgende Institutionen sind Teil des SPP1629: Universitätsklinikum Essen, Jacobs University Bremen, Charité Universitätsmedizin Berlin, Leibniz Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) Berlin, Universitätsmedizin Greifswald, Leibniz Institute for Age Research / Fritz Lipmann Institute Jena, Universität Leipzig, Universität zu Lübeck, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Universität Bonn.


Weitere Informationen:

http://www.thyroidtransact.de

Kristina Logemann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationale Konferenz zur Digitalisierung
19.04.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht 124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus
19.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics