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Weltweit erstes Expertentreffen für globales Netzwerk von Meeresschutzgebieten auf der Hohen See

30.08.2011
Kommendes Jahr soll ein globales Netzwerk von Meeresschutzgebieten eingerichtet sein, das alle bedeutsamen biogeographischen Regionen, Lebensräume und Arten exemplarisch abdeckt. Die Zahl der Meeresschutzgebiete steigt stetig.

Dennoch wird das 2012-Ziel wohl nicht zu erreichen sein. Denn noch ist nicht einmal klar, wo geschützt werden soll und wer auf der Hohen See zuständig ist. Die CBD hat vereinbart, ökologisch und biologisch bedeutsame Meeresgebiete zu identifizieren.

Beim weltweit ersten Expertentreffen Anfang September sollen ausgewählte Forscher dies für die Region des Nordatlantiks klären. NeFo stellt zu diesem Anlass Forschungsprojekte vor und lässt Forschende zu Wort kommen.

"Ein riesiges Problem bei der Umsetzung der von der Politik gesteckten Ziele ist ganz einfach, dass das Meer schwer zu erforschen ist." sagt Prof. André Freiwald vom Meeresforschungsinstitut Senckenberg am Meer. "Wir wissen noch zu wenig über Vorkommen und Verbreitung von Arten und Lebensräumen in den Weltmeeren." Insbesondere die Tiefsee ist lediglich auf der Fläche von ein paar Fußballfeldern erforscht. Um ökologisch und biologisch bedeutsame Meeresgebiete (EBSAs) beschreiben zu können, ist jedoch vor allem eine Kenntnis über ökologische Zusammenhänge der Lebensgemeinschaften und deren Lebensräume nötig. Obendrein benötigt man Wissen über die Auswirkungen der zahlreichen menschlichen Einflüsse sowie die Folgen des Klimawandels.

Im Auftrag von gemeinsamen Initiativen aus Regierungen, der CBD und Naturschutzorganisationen arbeiten verschiedene deutsche Meeresforscher wie zum Beispiel Dr. Kristin Kaschner, Gastwissenschaftlerin an der Universität Freiburg. Sie hat die durch den Klimawandel veränderte Verbreitung und Zusammensetzung von Meeressäugern im Laufe der kommenden vierzig Jahre berechnet und als Karten verfügbar gemacht.

Prof. André Freiwald und Dr. Lydia Beuck vom Meeresforschungsinstitut Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven untersuchen die Mechanismen von Kaltwasserkorallen, Schlüsselorganismen für hohe biologische Vielfalt und oft auch für hohe Fischereierträge, nach denen sich deren Larven ihren Niederlassungsort aussuchen um Riffe zu bilden.

Als besonders schwierig stellt sich die Ausweisung von Meeresschutzgebieten in Bereichen außerhalb der 200-Meilen-Wirtschaftszone der Küstenstaaten, der so genannten Hohen See, dar. Am weitesten sind hier schon die Länder des Meeresschutzabkommens für den Nordostatlantik, der OSPAR-Konvention. Hier wurden vergangenes Jahr bereits die ersten Schutzgebiete auf Hoher See ausgewiesen.

Die OSPAR-Staaten führen nun, gemeinsam mit dem Nordostatlantischen Fischereirat (NEAFC) und dem Sekretariat der CBD das weltweit erste regionale Expertentreffen zur Identifizierung von EBSAs durch. Vom 8. bis 9. September 2011 treffen sich im französischen Hyères unter Beteiligung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) knapp 30 ausgewählte europäische Expertinnen und Experten, um auf Basis der aktuellen Daten und Informationen ökologisch und biologisch bedeutsame Meeresgebiete in der Hohen See des Nordostatlantiks zu identifizieren. Die Gebietsvorschläge sollen spätestens im kommenden Jahr an die CBD gemeldet werden.

->Link zum Themenschwerpunkt Meeresschutzgebiete":
http://www.biodiversity.de/index.php/de/fuer-presse-medien/top-themen-biodiversitaet/meeresschutzgebiete
Ansprechpartner:
Sebastian Tilch
NeFo-Pressereferent
Telefon: 0341-235-1062
E-Mail: sebastian.tilch@ufz.de
Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NEFO) ist eine Kommunikationsplattform für Wissenschaftler und Anwender von Wissen zur biologischen Vielfalt. Das Projekt wird im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V. (www.diversitas-deutschland.de) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ein wichtiges Ziel ist es, die Forschung unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zur Biodiversität befasst, stärker ins öffentliche Licht zu stellen. Hierzu stehen direkte Ansprechpartner für Fragen aus Medien, Politik und Öffentlichkeit bereit, arbeiten aktuelle Themen auf und vermitteln Experten. Projektpartner sind das Museum für Naturkunde Berlin, Universität Potsdam und Helmholz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ.

Sebastian Tilch | idw
Weitere Informationen:
http://www.biodiversity.de

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