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Weltgrößte Beschleunigerkonferenz in Dresden

11.06.2014

Experimente mit beschleunigten Teilchen haben schon viele wertvolle Erkenntnisse für Wissenschaft und Gesellschaft hervorgebracht. Deshalb sind Beschleuniger in der modernen Forschung unabkömmlich, die großen Maschinen müssen aber auch in der Medizin oder der Industrie zuverlässig funktionieren.

Auf der Internationalen Beschleunigerkonferenz IPAC 2014, die vom 15. bis 20. Juni in Dresden stattfindet, stehen entsprechend unterschiedliche Themen auf der Agenda: von Beschleunigerprojekten der Zukunft über alternative Konzepte bis hin zum Einsatz beispielsweise in der Krebstherapie. Die Organisation vor Ort liegt beim Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).


Der Laserbeschleuniger DRACO am HZDR hat derzeit eine Leistung von 150 Terawatt. Damit lassen sich Elektronen und Protonen beschleunigen.

Jürgen Lösel

Einladung für Medienvertreter:
Vertreter der Medien können, auch tageweise, kostenlos an der IPAC-Konferenz teilnehmen. Dazu ist es notwendig, sich formlos über die HZDR-Pressestelle anzumelden (presse@hzdr.de).

Einladung zum Mediengespräch:
Über die Highlights der Konferenz informieren Wissenschaftler aus Dresden im Rahmen eines Mediengesprächs: Dr. Peter Michel als lokaler Organisator der IPAC 2014, Prof. Wolfgang Enghardt (Medizinphysiker am OncoRay-Zentrum), Prof. Roland Sauerbrey (Wissenschaftlicher Vorstand des HZDR) und Prof. Ulrich Schramm (Leiter Laser-Teilchenbeschleunigung am HZDR).

Datum: Montag, 16. Juni 2014, 11:30 - 12:30 Uhr
Ort: Internationales Congress Centrum Dresden
Konferenzraum 7, Ostraufer 2, 01067 Dresden

Hierzu sind alle interessierten Medienvertreter herzlich eingeladen. Damit wir besser planen können, bitten wir um vorherige Anmeldung per E-Mail an Christine Bohnet (c.bohnet@hzdr.de).

Ein spektakuläres Thema, das in den letzten Jahren auch von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde, war der Nachweis des Higgs-Teilchens am CERN, für dessen Vorhersage im vergangenen Jahr der Nobelpreis Physik verliehen wurde. Um dieses Teilchen noch genauer vermessen zu können, soll die Energie des größten Teilchenbeschleunigers der Welt – der Large Hadron Collider (LHC) hat einen Umfang von knapp 27 Kilometern – noch einmal verdoppelt werden. Forscher vom CERN halten insgesamt acht Vorträge auf der Beschleunigerkonferenz, auch viele andere große Zentren sind gleich mit mehreren Rednern vertreten. Weltweit befinden sich mehr als 30.000 Beschleuniger im Einsatz für Forschung und Industrie.

„Viele spannende Projekte auf dem Gebiet der Teilchenbeschleunigung werden derzeit realisiert, denn mit immer noch intensiveren und brillanteren Strahlen können Forscher die Kräfte verstehen, die unsere Welt zusammenhalten“, freut sich Dr. Peter Michel vom HZDR auf das Welttreffen der Beschleunigerexperten. Ihm ist es unter anderem zu verdanken, dass die IPAC-Konferenz 2014 in Dresden stattfindet. Über die neue Krebstherapie mit Teilchenstrahlen und Beschleuniger in der Medizin informiert der Dresdner Professor Wolfgang Enghardt in seinem öffentlichen Abendvortrag am Sonntag, 15. Juni, von 20 bis 21 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Beschleunigerforschung in Dresden

Im Vergleich zum LHC ist der ELBE-Beschleuniger am HZDR winzig, doch auch er ist in der Lage, Teilchen auf rund 99,99 Prozent der Lichtgeschwindigkeit zu bringen. Es handelt sich um einen sehr modernen Typ, von dessen Art – er wird mit supraleitender Technologie betrieben – in Europa derzeit nur zwei weitere Anlagen existieren. Eine vierte Anlage beachtlichen Ausmaßes entsteht bis 2015 mit dem 3,4 Kilometer langen Europäischen Röntgenlaser XFEL in Hamburg und Schleswig-Holstein. So widmet sich ein Vortrag auf der Konferenz der Frage, wie man 100 supraleitende Module für den XFEL in Kooperation mit der Industrie herstellt. Der Physiker Jochen Teichert vom HZDR geht dagegen auf die für den ELBE-Beschleuniger entwickelte, supraleitende Elektronenkanone ein und stellt sie als Zukunftstechnologie für neue Beschleuniger vor.

Ein weiteres Thema, das auch die Forscher im Dresdner Helmholtz-Zentrum intensiv beschäftigt: Teilchen mit hochintensivem Licht statt mit elektromagnetischen Feldern zu beschleunigen. Zum einen betreiben sie mit dem vorhandenen DRACO-Laser, der bald über eine Leistung von 500 Terawatt verfügen soll, Grundlagenforschung, um die Prozesse, die während der Beschleunigung ablaufen, besser charakterisieren zu können. Solche Laser-Teilchenbeschleuniger könnten in Zukunft aber auch in der Krebstherapie mit Protonenstrahlen eingesetzt werden. Dazu müssen die beschleunigten Teilchen aber noch mehr Fahrt aufnehmen. Deshalb wird im HZDR derzeit ein neuer Laser namens PENELOPE aufgebaut. Dieser wird mit einer Leistung von einem Petawatt zu den weltweit stärksten Lasern gehören.

IPAC 2014

Die Abkürzung IPAC steht für „International Particle Accelerator Conference“. Bis vor fünf Jahren teilte sich die weltweite Teilchenbeschleuniger-Gemeinde in kontinental organisierte Konferenzen auf. Erstmalig findet das seither jährliche Weltereignis für die Beschleuniger-Experten aus Forschung und Industrie in Deutschland statt. Für die lokale Organisation hat das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf den Hut auf, das Helmholtz-Zentrum Berlin, GSI – Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt und das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg stehen unterstützend zur Seite, zudem sind Experten fast aller internationalen Beschleunigerzentren in den verschiedenen Organisations- und Programmkomitees vertreten.

Ansprechpartner:
Dr. Peter Michel
Institut für Strahlenphysik am HZDR
Tel. +49 351 260 - 3259
E-Mail p.michel@hzdr.de

Medienkontakt:
Dr. Christine Bohnet
Pressesprecherin
Tel. +49 351 260 - 2450 oder 0160 969 288 56
E-Mail c.bohnet@hzdr.de

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
• Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
• Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden Großgeräte mit einzigartigen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.
Das HZDR ist seit 2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Leipzig, Freiberg und Grenoble und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter – davon ca. 500 Wissenschaftler inklusive 150 Doktoranden.

Weitere Informationen:

http://www.hzdr.de
http://www.ipac14.org/

Dr. Christine Bohnet | Helmholtz-Zentrum

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