Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wellen und Teilchen – Vielfältige Boten aus dem All

17.09.2013
Große internationale Tagung in Tübingen zum 150-jährigen Bestehen der Astronomischen Gesellschaft

„Waves and Particles: Multi-Messengers from the Universe“ – Unter diesem Titel steht die diesjährige internationale Herbsttagung der Astronomischen Gesellschaft (AG) vom 23. bis 27. September 2013 an der Universität Tübingen.

Mehr als 300 Astrophysikerinnen und Astrophysiker aus der ganzen Welt treffen sich in der bekannten Wissenschaftsstadt zur Präsentation und Diskussion ihrer neuesten Forschungsergebnisse. Höhepunkte der Tagung sind auch die Vergabe wichtiger Forschungspreise, die Feier zum Jubiläum der AG und ein öffentlicher Vortrag des Astronomen und Fernsehmoderators Harald Lesch.

Was uns Wellen und Teilchen erzählen

Noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren astronomische Beobachtungen auf Messungen im sichtbaren Licht beschränkt. Dieser uns so vertraute Strahlungsbereich ist jedoch nur ein winziger Teil des gesamten elektromagnetischen Spektrums, welches von kurzwelliger Gammastrahlung bis zur langwelligen Radiostrahlung reicht. Hinzu kommen noch Teilchenstrahlen und Gravitationswellen. Weil unterschiedliche Strahlungsarten ihre Ursachen auch in unterschiedlichen physikalischen Prozessen und Bedingungen haben, kann man ermessen, welche Revolution die Astronomie in den letzten Jahrzehnten durch die Möglichkeit der Beobachtung in praktisch allen Strahlungsbereichen erfahren hat.

„Erstmals „sehen“ wir bisher verborgene Objekte, Strukturen und Vorgänge im All, können Planeten, Sterne und Galaxien in ihrer gesamten Komplexität untersuchen und damit grundsätzliche physikalische Phänomene im größten uns verfügbaren Labor – dem Kosmos – studieren“, so Andreas Burkert, der Präsident der Astronomischen Gesellschaft.

Die Vielfalt heutiger Beobachtungen ist eindrucksvoll in Tübingen repräsentiert. Ob Gamma-Astronomie mit dem H.E.S.S.-Teleskop, Röntgenbeobachtungen, Radiomessungen mit LOFAR und dem SKA, Sub-mm-Astronomie mit dem neuen ALMA-Teleskop in Chile, oder Beobachtungen im Optischen und Infrarot mit Weltraumteleskopen wie HUBBLE, KEPLER und HERSCHEL – Astronomen und Nachwuchswissenschaftler berichten in Plenarvorträgen und Splintertreffen über ihre aktuellen Ergebnisse und Pläne für die Zukunft. Die gleiche Vielfalt findet sich bei den untersuchten Objekten: Sterne, Sternhaufen, Supernovae, Planeten außerhalb des Sonnensystems, die Milchstraße oder ferne Galaxien.

Darüber hinaus zählen auch Himmelsdurchmusterungen wie PAN-Starrs oder die Lichtverschmutzung durch irdische Lichtquellen zu den Themen und es finden Workshops zur Astronomiegeschichte, Didaktik und Lehrerfortbildung, Öffentlichkeitsarbeit (Public Outreach), sowie Treffen des Astro-Frauen-Netzwerks und der Doktoranden statt.

Preise und Auszeichnungen

Auch 2013 verleiht die AG wieder bedeutende Preise. Die höchste in Deutschland vergebene Auszeichnung für astronomische Forschung, die Karl-Schwarzschild-Medaille, erhält Karl-Heinz Rädler vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) für seine bedeutenden Beiträge auf dem Gebiet der kosmischen Magnetfelder und der Plasmaphysik. Den Ludwig-Biermann-Förderpreis als herausragender Nachwuchsforscher erhält Frank Bigiel und den Dissertationspreis Matthias Frank (beide vom ZAH Heidelberg). Der vom MPI für Astronomie Heidelberg vergebene Roelin-Preis für Wissenschaftspublizistik geht 2013 an Claus Kiefer aus Köln, den Sonderpreis Jugend forscht erhält Adrian Bali aus Vilshofen.

Festakt 150 Jahre Astronomische Gesellschaft

1863 wurde die AG als internationale wissenschaftliche Gesellschaft in Heidelberg gegründet. Der Vorstand der AG und die Tübinger Gastgeber laden deshalb Medienvertreter herzlich zu einer Festveranstaltung ein, die am Mittwoch, dem 25. September ab 15:00 Uhr am Tagungsort (Hörsaalzentrum Morgenstelle) stattfinden wird. Neben feierlichen Grußworten hochrangiger Gäste beinhaltet das bunte und unterhaltsame Programm rund um die Geschichte der AG auch Musik, Kurzfilme, einen Festvortrag von Rolf-Peter Kudritzki vom Astronomischen Institut der Universität Hawaii, sowie eine besondere Präsentation der Festschrift von Dietrich Lemke vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.

Öffentlicher Abendvortrag von Harald Lesch und öffentliche Ausstellungen

Den öffentlichen Abendvortrag hält Harald Lesch, Astrophysiker an der Universität München und bekannter Moderator wissenschaftlicher Sendungen wie „Abenteuer Forschung“ im ZDF. Er spricht am Donnerstag, dem 26. September um 19:00 Uhr am Tagungsort (Hörsaalzentrum Morgenstelle) über das Thema „Wir irren uns empor – Warum ist die Astrophysik so erfolgreich?“

Öffentlich sind auch einige Ausstellungen im Foyer des Hörsaalzentrums – darunter Stände des German Astrophysical Virtual Observatory (GAVO) und der Firma Baader Planetarium, einem bekannten Hersteller astronomischer Teleskope, sowie die beeindruckende Ausstellung „Einstein-Wellen-mobil“, die auch Laien Astronomie, Relativitätstheorie, Gravitationswellen, Laser- und Raumfahrttechnologie anschaulich erklärt.

Einzelheiten zum Festakt, den Preisverleihungen, und den öffentlichen Veranstaltungen publiziert die Astronomische Gesellschaft in separaten Pressemitteilungen.

Details des Programms erfahren Sie auf der Webseite der Tagung
http://www.uni-tuebingen.de/de/35929
Kontakt / Wichtige Hinweise für Journalisten
Die Verleihung der Preise im Rahmen der feierlichen Eröffnungsveranstaltung erfolgt am Dienstag, dem 24.9. ab 9:00 Uhr im Hörsaalzentrum der Universität Tübingen (Auf der Morgenstelle 16). Die Festveranstaltung zum AG-Jubiläum beginnt am Mittwoch, dem 25.9. um 15:00 Uhr am gleichen Ort.

Nähere Auskünfte erteilen der Pressesprecher der AG und der Vorsitzende des lokalen Organisationskomitees, die auf Anfrage auch Interviewtermine mit Tagungsteilnehmern koordinieren.

Dr. Klaus Jäger (Pressesprecher der Astronomischen Gesellschaft)
Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg
Tel.: +49 (0) 6221 – 528 379, Email: jaeger@mpia.de
Dr. Thomas Rauch (Vorsitzender des lokalen Organisationskomitees)
Institut für Astronomie und Astrophysik, Tübingen
Tel.: +49 (0) 7071 – 29 - 78614, Email: rauch@astro.uni-tuebingen.de
Während der Tagung erreichen Sie die Kontaktpersonen per Email oder über den Registrierungsstand der Tagung im Hörsaalzentrum, Tel.: 07071 – 29 – 70101

Journalisten können sich beim Tagungsbüro vor Ort direkt anmelden.

Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung der Astronomischen Gesellschaft (AG), der Universität Tübingen und ihrem Institut für Astronomie und Astrophysik.
Eine pdf-Version dieser Mitteilung finden Sie auch unter
http://www.astronomische-gesellschaft.org.
Die Astronomische Gesellschaft (AG) ist eine Organisation zur Förderung der Wissenschaft. Zu ihren wichtigsten Aktivitäten zählen: die Durchführung von wissenschaftlichen Tagungen, die Herausgabe von Publikationen, die Förderung junger Astronomen, die Auszeichnung hervorragender Wissenschaftler, sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Bildung.

Dr. Klaus Jäger | idw
Weitere Informationen:
http://www.astronomische-gesellschaft.org
http://www.uni-tuebingen.de/de/35929

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"
22.09.2017 | BusinessForum21

nachricht Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg
22.09.2017 | DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie