Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasseraufbereitung - Expertengespräch zur Anwendung innovativer Mineralfilter

22.10.2010
Arsen im Wasser - in einigen Teile der Welt droht das hochgiftige Metall die Versorgung mit Trinkwasser zu stören. Vor allem in Bergbauregionen von Schwellen- und Entwicklungsländern verschmutzen Arsenverbindungen häufig den Wasserhaushalt ganzer Regionen.

Das Giftschlamm-Unglück von Kolontar in Ungarn zeigt, wie wichtig eine effektive Reinigung von Abwässern ist. Kostengünstige und hocheffektive Filtertechniken zu entwickeln ist das Ziel von drei Forschungsprojekten im Sonderprogramm GEOTECHNOLOGIEN des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Neben Arsen stehen zahlreiche andere chemischen Verbindungen im Fokus eines Expertengesprächs an der Universität Mainz am 27. Oktober 2010.

Schwertmannit könnte eine Lösung zur Schadstoffminimierung sein. Das Eisenhydoxysulfat ist ein Restprodukt, das bei der Aufbereitung von Abwässern des Kohlebergbaus entsteht. Das Mineral zeigt bei Labortests im Rahmen des Projektes SURFTRAP, daß Arsen und andere Schadstoffe an den Oberflächen der Kristalle gebunden werden kann.

Unter Leitung des Bayreuther Professors Stefan Pfeiffer wird zudem erforscht, wie sich die Filterwirkung des Schwertmannit noch weiter steigern lässt. Gemeinsam mit den Industriepartnern konnte nun eine erste Pilotanlage in Betrieb genommen werden. In der Anlage entstehen Schwertmannit-Flocken, in denen die Schadstoffe chemisch eingebaut werden. So reinigt die Bildung von Schwertmannit das Abwasser.

Das verschiedene Eisenminerale zur Reinigung von Grundwasser geeignet sind, ist bereits seit einigen Jahren bekannt. Jedoch zeigen sich beim Einsatz solcher Mineralfilter große Qualitätsunterschiede in der Fixierung von zum Beispiel Arsen und Antimon. Was diese Unterschiede auslöst und wie man eine gleichbleibend hohe Filterwirkung erzielen kann, ist Forschungsinhalt des Projektes MicroActiv.

Unter Leitung von Prof. Michael Kersten von der Universität Mainz zeigten die Wissenschaftler, daß bereits minimale Änderungen der anorganischen und organischen Bestandteile der Filter großen Einfluss auf die Filterwirkung haben. Ein wichtiger Schritt hin zum detaillierten Verständnis der chemischen Prozesse, die diese Filterwirkung erst ermöglichen. Gemeinsam mit den Partnerunternehmen des Forschungsprojektes wird nun an der Optimierung der Eisensulfidfilter gearbeitet.

Der Bergbau und seine Folgen für die Wasserqualität steht auch im Projekt MIMOS im Fokus der Forscher. Durch die Verlagerung großer Gesteinsmengen können Verwitterungsprozesse und somit die Freisetzung von Schwermetallen aus dem Gestein beschleunigt werden. Die Untersuchungen der Wissenschaftler um Dr. Killian Pollok von der Universität Bayreuth haben gezeigt, das besonders Mikroorganismen eine wichtige Rolle bei der Auflösung und Verwitterung haben. Die detaillierte Kenntnis dieser Prozesse hilft, Sanierungsstrategien zu entwickeln, die die Bildung giftiger Grundwasser im Bergbauregionen verhindern sollen.

Am 27. Oktober findet ein Expertengespräch zum Thema "Wasseraufbereitung und Schadstoffminderung" an der Johannes Gutenberg Universität Mainz statt. Gemeinsam mit den Projektwissenschaftlern werden Experten von Hilfsorganisationen und Unternehmen der Wasserversorgung über nächste Forschungsschritte und mögliche Anwendungen der Filtermethoden diskutieren.

Interessenten zu diesem Gespräch melden sich bitte beim Koordinierungsbüro GEOTECHNOLOGIEN unter geotech@geotechnologien.de mit dem Stichwort "Expertengespräch Mainz" an.

Kontaktdaten für weitere Informationen:
Dr. Ute Münch
Koordinierungsbüro GEOTECHNOLOGIEN
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: 0331 288 1069
muench@geotechnologien.de

Simon Schneider | idw
Weitere Informationen:
http://www.geotechnologien.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin
22.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht 48V im Fokus!
21.05.2018 | Haus der Technik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Embryonale Genregulation durch mechanische Reize

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Quantenverschränkung auf den Kopf gestellt

22.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics