Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was ist eigentlich Food Fraud? - Lebensmittelchemiker diskutieren neue Herausforderungen

22.03.2016

Mit dem öffentlichen Abendvortrag „Unter ständiger Kontrolle… Wie gründlich werden unsere Lebensmittel geprüft?“ beginnt am 4. April an der TU Braunschweig die Arbeitstagung 2016 des Regional-verbands Nord der Lebensmittelchemischen Gesellschaft. Das Motto der Tagung, die am 5. April mit elf wissenschaftlichen Vorträgen, einem Impulsreferat und einer Podiumsdiskussion zu Food Fraud fortgesetzt wird, steht unter dem Motto „Anforderungen an die moderne Lebensmittelchemie im Zeitalter globaler Warenströme und der Notwendigkeit ständiger Produktinnovationen“.

„Food Fraud“ bedeutet Lebensmittelbetrug, und obwohl dieser so alt wie die Menschheit ist, steht er seit dem Pferdefleischfall 2013, bei dem Rindfleisch mit geringen Mengen an genusstauglichem Pferdefleisch verschnitten wurde, im Fokus der amtlichen Überwachung.

Diese will mit einer Kaskade von Melde-, Informations- und Auswertungssystemen zukünftige Betrugsfälle verhindern, frühzeitig aufdecken und EU-weit kommunizieren. Noch gibt es keine offizielle Definition für Lebensmittelbetrug; Experten der EU-Kommission definieren den Begriff „Lebensmittelbetrug“ als eine vorsätzliche Verletzung lebensmittelrechtlicher Vorschriften, um einen finanziellen oder wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen.

Der Lebensmittelchemiker Dr. Ulrich Nöhle, der als Honorarprofessor an der TU Braunschweig das Fach „Qualitätsmanagement in der industriellen Lebensmittelerzeugung“ liest, geht in seinem Impulsreferat insbesondere auf Betrugsfälle ein, die durch die Globalisierung von Warenströmen erst möglich wurden, und berichtet über erste Maßnahmen der EU.

Danach scheint sich eine Tendenz des Gesetzgebers anzubahnen, die neben Food Safety verstärkt Food Fraud hinterfragt. Das hat zur Folge, dass die Kommission die Entwicklung von analytischen Methoden fördert, mit deren Hilfe Lebensmittelverfälschungen schneller und einfacher erkannt werden können.

Von den elf Vorträgen befassen sich acht mit unterschiedlichen analytischen Fragestellungen in der Lebensmittelchemie. In dem Vortrag von Dr. Axel Preuß, Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg, wird aber auch über die Zukunft des Deutschen Lebensmittelbuches berichtet, das gerade reformiert wird. Bei der Diskussion über die Ziele der Reform werden immer wieder Überlegungen laut, ob die Leitsätze des Lebensmittelbuches durch das Inkrafttreten der Lebensmittelinformationsverordnung Ende 2014 nicht erheblich an Bedeutung verlieren werden. Preuß ist Mitglied der Deutschen-Lebensmittelbuch-Kommission.

Auch die 14 Posterpräsentationen sind überwiegend analytisch ausgerichtet. Das beste Poster wird mit dem Food & Health Innovation Award, einer Initiative der Hamburg School of Food Science, ausgezeichnet.

In keinem anderen Land Europas beschäftigen sich so viele Experten mit der Kontrolle der Sicherheit und Qualität der Lebensmittel wie in Deutschland. Die regelmäßigen Auswertungen der Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung belegen, dass nur vergleichsweise wenige Lebensmittel auf unserem Markt nicht den Anforderungen genügen.

Die meisten Abweichungen werden bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln festgestellt. Dennoch weist das enge Netz der Lebensmittelkontrollen Lücken auf, die zum effektiven Schutz der Verbraucher geschlossen werden müssen. Der öffentliche Vortrag „Unter ständiger Kontrolle… Wie gründlich werden unsere Lebensmittel kontrolliert?“ mit Dr. Ulrich Nehring findet am Montag den 4. April 2016 um 18.30 Uhr in der Aula im Haus der Wissenschaften, Pockelsstraße 3, in Braunschweig statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 28 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, den Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden u.a. Tagungen der sechs Regionalverbände durchgeführt.

Die Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit fast 2.900 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet alljährlich den Deutschen Lebensmittelchemikertag – in diesem Jahr vom 12. bis 14. September in Freising-Weihenstephan.

Weitere Informationen:

http://www.gdch.de
http://www.gdch.de/netzwerk-strukturen/fachstrukturen/lebensmittelchemische-gese...

Dr. Renate Hoer | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?
28.06.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Willkommen an Bord!
28.06.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive