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Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017

Wälder haben viele Funktionen für den Menschen und die Natur: Einerseits sind sie unabdingbar, um das Klima und den Wasserkreislauf zu regulieren. Andererseits sind Wälder wichtige Lieferanten für Biomasse, die zum Beispiel zur Energieerzeugung genutzt wird. Und sie stellen einen wichtigen Kultur- und Erholungsort dar. Über die Folgen dieser teilweise gegenläufigen Nutzungsszenarien diskutieren vom 24. bis 29. September mehr als 120 internationale Forscherinnen und Forscher an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) bei der "Landscape Ecology Conference 2017".

Die Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Internationalen Vereinigung der Forstlichen Forschungsorganisationen (IUFRO) und der Internationalen Gesellschaft für Landschaftsökologie (IALE). "Die Idee der Tagung ist es, einen möglichst umfassenden Blick auf Wälder zu werfen.

Dazu gehören neben grundlegenden Fragen zum Wasser- und Nährstoffkreisauslauf auch das kulturelle und soziale Umfeld von Wäldern sowie Fragen der Landschaftsplanung, Ökosystemleistungen und Fragen des Artenschutzes", sagt IALE-Präsidentin Prof. Dr. Christine Fürst von der MLU.

Wälder seien unersetzliche Ökosysteme für die Regulierung von Klimawandelwirkungen, sie dienten als neutrale soziale Begegnungsstätte und würden daher eine bislang viel zu wenig wahrgenommene Rolle in der nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung spielen, so Fürst. Die Wissenslücken zur Rolle der Wälder im gesellschaftlichen und Landschaftskontext sollen daher während der Tagung weiter geschlossen werden.

Weltweit nimmt der Nutzungsdruck auf Wälder deutlich zu: "Es gibt einen Hype auf Biomasse und vor allem auf Holz, um daraus Energie zu gewinnen. Das bringt den Wald als Ökosystem an seine absoluten Grenzen", so Fürst weiter. In Mitteleuropa werden viele Wälder sehr intensiv bewirtschaftet, um möglichst viel Holz als Rohstoff- und Energielieferant zu gewinnen.

Dies bewege sich jedoch noch im Rahmen einer nachhaltigen Nutzung, so Fürst. Anders stelle es sich zum Beispiel in Osteuropa oder in Entwicklungs- und Schwellenländern dar: Dort würden Wälder nachhaltig zerstört, um den großen Bedarf an Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Vor allem besonders ungestörte und naturnahe Waldgebiete würden illegal genutzt.

"Dabei sind Wälder unverzichtbar. Es ergibt keinen Sinn, sie zu übernutzen, um andere Energieträger zu kompensieren", sagt Landschaftsökologin Fürst. Schließlich könnten nur intakte und daher gut funktionierende Wälder dabei helfen, das Klima zu regulieren, Trinkwasser zu reinigen oder vor Hochwasser und Bodenerosion zu schützen.

Im Rahmen der Tagung sollen auch Instrumente diskutiert werden, um die konkurrierenden Anforderungen an Wälder zu harmonisieren. Dafür sollen die Ökosystemleistungen der Wälder stärker sichtbar gemacht und in räumliche Planungsprozesse einbezogen werden. Vor allem die nachhaltige Entwicklung von Wäldern im städtischen Kontext spielt während der Tagung eine wichtige Rolle.

Den wissenschaftlichen Nachwuchs wollen die Tagungsorganisatoren ebenso fördern: Ein mit 1.000 Euro dotierter Preis wird an eine internationale Nachwuchswissenschaftlerin vergeben, weiterhin findet eine Publikationsförderung statt: Junge Forscherinnen und Forscher erhalten im Anschluss an die Tagung die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse in international renommierten Fachzeitschriften vergünstigt oder kostenfrei zu publizieren.

Weitere Informationen zur Tagung unter: http://iufrole2017.eli-web.com/

Tagung: IUFRO 8.01.02 Landscape Ecology Conference 2017
24. bis 29. September 2017
Institut für Informatik
Von-Seckendorff-Platz 1
06120 Halle

Tom Leonhardt | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

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