Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorstoß zu den Brennpunkten: Weltkonferenz zu Klimafolgen

31.05.2013
Forscher haben eine Reihe von Brennpunkten ermittelt – solche der Klimafolgen als auch solche der Forschung, die sich mit diesen befasst.

Das Amazonas-Gebiet, Ostafrika und die Mittelmeer-Länder werden einen erheblichen Wandel durchleben, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen unvermindert weitergeht, so zeigt eine neue Analyse. Sie wurde bei der Weltkonferenz der Klimafolgenforschung in Potsdam vorgestellt, die an diesem Donnerstag endete.

Mehr als 300 Wissenschaftler und Interessenvertreter aus über 40 Ländern debattierten vier Tage. Eines der wichtigsten Ergebnisse: die Klimafolgen-Forscher werden sich zusammentun mit Ökonomen, um mögliche künftige Kosten und Schäden besser abzuschätzen.

„Einige der besten Köpfe der weltweiten Klimafolgen-Forschung aus allen Fachrichtungen kamen erstmals zusammen, um ihre Methoden und ihre Kenntnisse zu bündeln“, sagte Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, einer der Organisatoren der Konferenz. „Wir sind überwältigt, mit wieviel Einsatz die Teilnehmer eine gemeinsame Forschungs-Agenda entworfen haben – eine Agenda, welche die brennendsten Probleme der Klimafolgen anpackt.“ Die Wissenschaftler kamen überein, von der Erforschung vielfältiger biophysikalischer Klimafolgen den Schritt zu machen hin zu den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen auf Staaten, und letztlich auch auf Unternehmen.

Zugleich sollen konkrete Schritte gemacht werden, um Synergien zwischen den regionalen und den globalen Computersimulationen von Klimafolgen zu erreichen. „Das wird helfen, die Robustheit der Simulationen deutlich zu erhöhen“, sagte Lotze-Campen. „Wir wissen, dass der Klimawandel eine Tatsache ist, dass er maßgeblich vom Menschen verursacht ist, und dass seine negativen Auswirkungen die positiven übertreffen. Aber jetzt müssen – und können – wir die Präzision von großskaligen Abschätzungen zu Klimafolgen verbessern. Das ist ein Beitrag für verbesserte Strategien zum Risiko-Management, und zwar auf mehreren Ebenen.“

Die Ergebnisse des Projekts zum sektorübergreifenden Vergleich von Computersimulationen zu den Folgen des Klimawandels (ISI-MIP) sind ein Beispiel für den Nutzen dieses neuen Ansatzes. Mehr als 30 Gruppen von Wissenschaftlern, die weltweit an Computersimulationen von Klimafolgen arbeiten, haben in einer so nie dagewesenen Aktion in vier Sektoren – Landwirtschaft, Wasser-Kreislauf, Gesundheit und Ökosysteme – systematisch ermittelt, welche Regionen wahrscheinlich von den Auswirkungen des Klimawandels am härtesten betroffen sein werden. „Das bietet wertvolle Informationen für die Klimapolitik, für die Reduktion der Emissionen wie auch für die Anpassung“, erklärte Lotze-Campen. „Mit dieser gemeinsamen Anstrengung kann die Wissenschaft den Entscheidungsträgern helfen, diese Herausforderungen anzupacken.“

Die Konferenz hatte das Ziel, das ganze Bild der Klimafolgen zu zeigen, und wichtige Umrisse wurden sichtbar. „Obwohl wir sehr klar aufzeigen, wo die Forschungslücken sind, die noch gefüllt werden müssen, wurde eines sehr deutlich bei dieser Konferenz: Abwarten ist keine Option, wenn es um den Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels geht“, sagte Lotze-Campen. „Das sich abzeichnende Bild bestätigt für viele Sektoren, dass ein Anstieg der globalen Mitteltemperatur von mehr als zwei Grad Celsius vermieden werden sollte – und dass die Schäden jenseits dieser Grenze immer mehr zunehmen.“

Martin Parry, Imperial College London / Zentrum für Umweltpolitik: „Die bei dieser Konferenz vorgestellten Ergebnisse des Projekts zum sektorübergreifenden Vergleich von Computersimulationen zu den Folgen des Klimawandens haben gezeigt, dass das Projekt frischen Schwung in unsere Forschungsbemühungen gebracht hat – wie eine Vitaminspritze.“

Liyong Xi, Landwirtschaftliche Universität Shenyang, China: „Wir Wissenschaftler sollten uns nicht scheuen, sehr klar zu sagen, was die wahrscheinlichen Folgen des Klimawandels sind, und wie Anpassung aussehen könnte – denn das ist es, wonach politische Entscheider uns immer wieder fragen, wie viele Teilnehmer der Konferenz betonten. Wir müssen die Auswirkungen des Klimawandes quantifizieren, und wir müssen Zahlen für Anpassungsmaßnahmen haben. Diese Konferenz hat hierbei wichtige Fortschritte erzielt. Aber wir müssen – und werden – das auf globaler Ebene fortsetzen. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Landwirtschaft, die sehr empfindlich ist gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Dies hat Folgen für die globale Ernährungssicherheit, natürlich vor allem für Entwicklungsländer mit einer großen Bevölkerung. Wir müssen also den Folgen des Klimawandels für die Bauern in aller Welt deutlich mehr Aufmerksamkeit widmen.“

Filipe Duarte Santos, Universität Lissabon, Portugal: „Die Weltkonferenz zu Klimafolgen war eine sehr erfolgreiche Gelegenheit, die neuesten Ergebnisse von Computersimulationen der Klimafolgen vorzustellen und zu diskutieren. Wir verstehen jetzt die damit verbundenen Unsicherheiten besser, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns, weil Natur und Gesellschaft so überaus komlexe Systeme sind. Abschließend möchte ich vorschlagen, dass die Forschung zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die öffentliche Gesundheit verstärkt wird – und die Forschung dazu, wie wir uns hier anpassen können.“

Weblink zur Konferenz: www.climate-impacts-2013.org
Twitter-Hashtag: #CIW13

Kontakt für weitere Informationen:
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressestelle
Telefon: +49 (0)331 288 2507
E-Mail: presse@pik-potsdam.de

Mareike Schodder | idw
Weitere Informationen:
http://www.climate-impacts-2013.org
http://www.pik-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt
28.07.2017 | Universität Heidelberg

nachricht 10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung
26.07.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Assistenzsysteme für die Blechumformung

28.07.2017 | Maschinenbau

Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

28.07.2017 | Physik Astronomie

Satellitendaten für die Landwirtschaft

28.07.2017 | Informationstechnologie