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Von Waldinventur bis moderne Vermessungsmethoden

06.09.2017

HNE Eberswalde informiert über neue Entwicklungen und Projekte auf den 4. KWF-Thementagen

Zum ersten Mal präsentiert sich die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) am 27. und 28. September 2017 auf den KWF-Thementagen des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. im brandenburgischen Paaren im Glien. Das diesjährige Fokusthema dieser bewährten Fachveranstaltung lautet: „IT - Lösungen in der Forstwirtschaft“. Die HNEE wird wissenschaftliche Erkenntnisse in themenspezifischen Präsentationen sowie Fach- und Praxisdemonstrationen zu den Kernthemen „Moderne Verfahren der Waldinventur“ und „Digitale Methoden zur Wald- und Holzvermessung“ vorstellen.


HNEE-Forschungsteam „Waldinventur 4.0“ (v.l.n.r.: Matthias Lembke, Stuart Krause, Prof. Dr. Tobias Cremer und Prof. Dr. Jan-Peter Mund)

Foto: HNEE

Bis zu 3.000 Besucher*innen, darunter Waldbesitzer*innen der verschiedenen Waldbesitzarten und -größen, Beschäftigte aus der Land- und Forstwirtschaft, Dienstleister und Unternehmer*innen, IT-Experten aus den vielfältigen Bereichen der Waldnutzung, des Naturschutzes, der Jagd und weitere fachlich interessierte Teilnehmer*innen, werden erwartet.

„Der Fachbereich für Wald und Umwelt der HNEE und das KWF blicken auf eine lange und konstruktive Zusammenarbeit zurück. Seit vielen Jahren sind verschiedene Professor*innen regelmäßig mit Studierenden auf Veranstaltungen des KWF vertreten“, so der Vorsitzende des Fachbereichsrates Wald und Umwelt der HNEE, Prof. Dr. Jan-Peter Mund.

In diesem Jahr wird es in sieben Foren und einer Zukunftswerkstatt „Forst 4.0“ um die verschiedensten Aspekte forstlicher IT – von der Inventur und dem Waldschutz, über die Zukunft der Holzernte, Big Data bis hin zum Datenschutz – gehen. Prof. Dr. Tobias Cremer, Professor für Forstnutzung und Holzmarkt an der HNEE, wird in diesem Rahmen zum Thema "Fotooptische Vermessung von Holz - Was will ich damit und welches Verfahren passt für meinen Wald?" eine Sonderschau zum Thema fotooptische Holzvermessung präsentieren, auf der die Ansätze und Konzepte der führenden Hersteller in diesem Bereich unter praktischen Bedingungen verglichen und ausprobiert werden können.

„Diese Verfahren liefern bei sachgerechter Anwendung stabile Ergebnisse und gewinnen dadurch zunehmend an Akzeptanz. Deshalb werden sie schon heute in Landesforstverwaltungen genauso wie in Privatforst¬betrieben zur einfachen Ermittlung eines kostengünstigen und transparenten Logistik- und Kontrollmaßes an der Waldstraße eingesetzt“, erklärt Prof. Dr. Cremer. Darüber hinaus werde auch die Rechtssicherheit der Vermessungsergebnisse eine wichtige Rolle spielen, wenn künftig Holz, das fotooptisch vermessen wurde, in den geschäftlichen Verkehr gebracht wird.

Prof. Dr. Martin Guericke, Professor für Waldwachstumskunde an der HNEE, wird zusammen mit Dr. Annett Degenhardt vom Landesbetrieb Forst Brandenburg, in einer neutral moderierten Fach- und Praxisdemonstration das Thema „Digitale Methoden zur Waldwachstumssimulation“ mit der teilweise selbst entwickelten Software „BWINPro-Brandenburg“ vorstellen. Seit 2006 kommt die an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) entwickelte und speziell an die regionalen Bedingungen Brandenburgs angepasste Software im Land Brandenburg zur Anwendung.

Der Einsatz des Wachstumssimulators hat sich in Brandenburg bei der Behandlung verschiedenster praktischer wie wissenschaftlicher waldbaulicher Fragestellungen bewährt. Zunehmend wird er zur Unterstützung betrieblicher Entscheidungen herangezogen, dient als Instrument in der forstlichen Forschung und findet zuletzt erfolgreiche Anwendung in der Aus- und Weiterbildung der Förster*innen. Beispielgebend sind die Untersuchungsergebnisse der Hauptbaumart Brandenburgs, der Kiefer.

Hier gelang es, mithilfe des Wachstumssimulators die Auswirkungen verschiedenster Durchforstungsweisen auf die Einzelbaum- und Bestandsentwicklung näherungsweise zu prognostizieren, zahlenmäßig zu vergleichen und aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu bewerten. Folglich konnten optimale Behandlungsstrategien für die Waldbaurichtlinien des Landes abgeleitet werden. In ähnlicher Weise lassen sich z. B. nach Sturm oder Wildschäden betriebswirtschaftliche Verluste sofort abschätzen und kurzfristig bestandsindividuelle Empfehlungen für die Weiterbehandlung ableiten.

Auch die Studierenden der HNEE profitieren davon: Bereits im Rahmen der forstlichen Ausbildung am Fachbereich für Wald und Umwelt werden sie mit dem Modell vertraut gemacht. Sie werden befähigt, individuelle waldbauliche Managementoptionen für vielfältige Bestandssituationen zu simulieren und aus den Ergebnisprognosen Empfehlungen abzuleiten. Perspektivisch soll das Brandenburger Simulationsmodell auch zur Ableitung von Ertragstafeln eingesetzt werden.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Jan-Peter Mund arbeitet ein Forschungsteam der HNEE an digitalen Vermessungsmethoden von Waldbeständen mittels Drohnenbilder und fotogrammetrischen Punktewolken. Die sogenannten „Unmanned Aerial Systems“ (UAS, UAV, Drohnen) sind mit digitalen Kameras ausgestattet und heute schon forstpraxistauglich. Im Rahmen der Sonderschau „UAS (Unmanned aerial systems) / Flugdrohnen“ wird Prof. Dr. Jan-Peter Mund zusammen mit der Arbeitsgruppe „Remote Sensing und Geospatial Sciences“ (RSGS) und weiteren acht Firmenpräsentationen und Praxispartnern diesen Bereich der IT-Lösungen vorstellen und erläutern, wie die forstliche Fernerkundung mittels Multikopter (Drohnen mit mehreren Propellern) oder Flächenflüglern (dem Beispiel eines Flugzeuges folgend) funktioniert.

Pressekontakt:
Johanna Köhle
Leiterin Hochschulkommunikation
Tel.: +49 3334 657-248
E-Mail: johanna.koehle@hnee.de

Fachkontakte:
Prof. Dr. Jan-Peter Mund
Fachbereich für Wald und Umwelt
Fachgebiet GIS und Fernerkundung
Tel.: +49 3334 657-178
E-Mail: jan-peter.mund@hnee.de

Prof. Dr. Tobias Cremer
Fachbereich für Wald und Umwelt
Fachgebiet Forstnutzung und Holzmarkt
Tel.: +49 3334 657-166
E-Mail.: tobias.cremer@hnee.de

Weitere Informationen:

http://www.hnee.de/E9203

Johanna Köhle | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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